Termine

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Termin-Vorschau 2019: 

Asse-Andachten (Remlingen / am Asseschacht) jeweils 18:00 h:

24.3.2019; 23.6.2019; 22.9.2019; 22.12.19

Andacht am Lutherbaum (Wiese vor BfS/ SZ-Lebenstedt):

26.04.   (11:55 h)

Konrad-Gottesdienste (am Konradstein in Bleckenstedt):

24.03.; 22.09. (jeweils um 14:00h)

***
Bevorstehende Termine für 2018:

23.09. 14:00 h Konrad-Gottesdienste (am Konradstein in Bleckenstedt):

23.09.  18:00 h Asse -Andacht

23.12.  18:00 h Asse -Andacht

 

 

 

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Andachten am Lutherbaum

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26.04.2017 : Andacht am Lutherbaum

Andacht am Lutherbaum 26.4.2017 002

 

26.04.2016 : Andacht am Lutherbaum

Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung

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Ablauf der Andacht hier:   4-andacht-am-lutherbaum

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26.04.2015 :  Andacht am Lutherbaum

Gott gab uns Atem damit wir leben

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26.04.2013:  Andacht am Lutherbaum

Du machst neu die Gestalt der Erde  Psalm 104

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26.04.2012 „Andacht am Lutherbaum“

Pflanzaktion   „Lutherbaum“

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Kurzer Überblick

26.04.2012

11:55 h

1. „Andacht am Lutherbaum“    –     Pflanzen  „Lutherbaum“

OLKR Thomas Hofer, Pf. Kirstin Müller, Sozialdiakon Paul Koch  und Team

Posaunenchor der Landeskirche

26.04.2013

11:55 h

2. „Andacht am Lutherbaum“     –  Gießen und Pflegen des Lutherbauns

Du machst neu die Gestalt der Erde  Psalm 104

1. Mal im Rahmen der „Europäischen Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ – mit Zeitzeugen aus Tschernobyl und Fukushima.

Pf. Kirstin Müller, Sozialdiakon Paul Koch, Schulpfarrer Martin Labuhn und Team. Mit Posaunenchor der Landeskirche

Anschließend Mittagessen mit Zeitzeugen und Interessierte

26.04.2014 Keine Andacht am Lutherbaum zu Gunsten des Umweltfestival in Wolfenbüttel
26.04.2015

11:55 h

3. „Andacht am Lutherbaum“   Gott gab uns Atem damit wir leben

2. Mal im Rahmen der „Europäischen Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ – Mit Zeitzeugen aus Tschernobyl und Fukushima

Pf. Rolf Adler, Pf. Kirstin Müller, Sozialdiakon Paul Koch und Team.

Anschließend Mittagessen mit Zeitzeugen und Interessierte

26.04.2016

11:55 h

4. „Andacht am Lutherbaum“  Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung

3. Mal im Rahmen der „Europäischen Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ – mit Zeitzeugen aus Tschernobyl und Fukushima

Pf. Kirstin Müller, Sozialdiakon Paul Koch, Pf. Dirk Westphal  und Team

Musikalische Begleitung / Heike Kieckhöfel und Posaunenchor der Propstei-Lebenstedt. Anschließend Mittagessen mit Zeitzeugen und Interessierte in Bleckenstedt

 

 

Konrad Gottesdienste

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Am 5.4. 2009 begann die Tradition der zweimal im Jahr stattfindenden „Konrad – Gottesdienste“. Im Folgenden finden Sie Fotos von den Gottesdiensten (weitere Fotos werden eingearbeitet, wenn sich noch weitere Fotos einfinden).

Weiter unten dann die vollständigen Texte zu den Gottesdiensten.

Fotos:

25.03.2018:

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09.04.2017:

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Redebeiträge von Pfarrer Dirk Westphal am 09.04.2017: Begrüßung:

Wie gut tun uns diese 2mal jährlichen Zusammenkünfte zwischen Konradstein und Kirche, zwischen Konradanblick und Kirchturansicht und so gehen wir es auch diesmal wieder an, uns vor Gott und voreinander darauf zu beziehen, was besser nicht angehen soll! Konrad-Ende: der Namensgeber für den Schacht möge die Richtung im Einlagerungsverfahren prophetisch vorgeben! Mit dem Konrad-Vorhaben und allen unausgegorenen Entsorgungskonzepten nehme es ein Ende, um Freiraum zu bieten für die beste Atommüllversorgung. In schlimmen Zeiten/ Angelegenheiten sind Denkende Andersdenkende und Querdenkende. So habt ihr es von der AG Schacht Konrad in 2017 nunmehr 30 Jahre gehalten und kreativ das Widerstandsrecht ausgelegt. Wir feiern dieses Durchhaltevermögen mit euch und feiern damit auch euch: alle, die euch zugehört, mitgemacht  und unterstützt haben – in welcher Form auch immer. Egal wie es kommt und sich ausgeht, wir halten es mit diesem Satz: Es kommt nicht darauf an, Recht zu behalten, sondern das Richtige zu tun.  Richtig war und bleibt es auf jeden Fall gegen viel Verschlimmerungswissen in Sachen Atommüll hier vor Ort und andernorts im Namen der Vernunft, der kommenden Generationen und auch Gottes die Stimme zu erheben und Hände und Füße in Bewegung zu setzen, denn es stimmt: Wir sind nicht auf der Erde, um ein Museum zu hüten, sondern um einen Garten zu pflegen, der von blühendem Leben strotzt und für eine schöne Zukunft bestimmt ist. Johannes XXIII.  Halten wir es dafür mit Paulus: 1Kor 16,13 Seid wachsam! Steht im Glauben fest! Seid mutig und stark!  Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Andacht:

Liebe Frühwarner und Langzeitwidersacher gegen den Atommüll – Schluderei, die Probleme niemals löst, sondern immer nur verschärft! 25 Jahre Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad sind 25 Jahre im Widerstand (gegen alles, was daran Unfug ist). Diese Überschrift aus der Festzeitschrift zum 25-jährigen Bestehen wird wohl immer noch Geltung besitzen – nunmehr nach 30 Jahren seit der Vereinsgründung am 19. August 1987. Und damit kommt das Hauptwort zum Vorschein! Doch, was heißt hier Widerstand, als stünde dahinter etwas ganz einseitiges (im Sinne einer simplen Fundamentalverweigerung!). Wie vielfältig, bunt, kreativ, ereignis- , ja erlebnisreich das Widerstehen im Fall Konrad sein kann, das habt ihr von der AG uns über diese drei Jahrzehnte hinweg mustergültig gezeigt und erwiesen. Widerstand – ein Thema/ Anliegen mit unzähligen Variationen. Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht, Gehorsam aber Verbrechen!“ So soll einmal ein Papst geschrieben und Bert Brecht es dann erneut aufgebracht haben und Gott sei Dank leben wir in einem Land, in dem Widerstand „im Rahmen“ verbrieftes Recht ist – Art. 20,4 Grundgesetz. Und vielleicht kann man all die Bemühungen der AG einmal so subsumieren: Aus rechtem widerstehen, wird widerlegen (mit besseren Argumenten und richtigem Wissen), widerrufen, widerreden gegen die Widerrechtlichkeit dessen, was uns zuwider ist. So wird man ein Widersacher gegen das Widersinnige. So pflegt man einen rechten Widerspruchsgeist im Rahmen einer Widerstandsbewegung und sorgt für die nötige Widerstandskraft gegen eine fatale Widerstandslosigkeit. Wie gut, dass wir von der AG so 30 Jahre lang angeführt/ motiviert wurden, unser „So nicht“ zu artikulieren.  Und doch bleibt Widerstand natürlich auch immer eine zweischneidig-ambivalente „Sache“! Es gibt ja auch unguten W aus Prinzip/ purem Trotz. Es gibt brutalen W und natürlich auch falschen gegen das Gute z.B.! Wie lange hat es z.B. W gegen die Demokratiesierung in unserem Land und Verhaftung gegenüber einem Obrigkeitsdenken gegeben? Und auch Jesus unterlag – gerade daran erinnern wir wieder sehr mit Beginn einer Karwoche – dem Widerstand von Menschen, der ihn letztlich zu Tode brachte.  Jeder Widerstand muß sich über sich selbst aufklären, in welchem Dienst er letztlich steht. Der gegen Jesus wirkte klassisch negativ motiviert aus Neid und Eifersucht, weil es zu ihm scheinbar eine Konkurrenz um Macht und Einfluß gab. Und so geriet er unter die Räder, als mehr oder weniger alle gemeinsame Sache gegen ihn machten. Und Jesus widerstand ebenfalls… der Versuchung, mit Gegengewalt (seine Jünger)/ mit Gottes Hilfe (Legionen von Engeln) Kontra zu geben/ den Spieß umzudrehen.  Er ließ sich letztlich im Widerstehen gegen Gott alles widerfahren, was Menschen an Qual und Gehässigkeit gegen ihn aufboten bis einschließlich zum Tod am Kreuz. Erst so wurde er uns Menschen gleich bis ins Lied und Sterben hinein und kann so künftig selbst dort noch ganz nah bei uns sein. Und genau dieses Geschick, den heimlichen Widerspruchsgeist gegen Gott in den Menschen zu wecken, ist ihm ja prognositzier worden: Lk 2,34 Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass viele in Israel fallen und viele aufstehen, und ist bestimmt zu einem Zeichen, dem widersprochen wird.  Und dafür hat Jesus selbst durch sein Leben und Wirken (sein Hinnehmen) die Widerstandskraft in uns Menschen bestärken wollen: all dem zu widerstehen, was uns lebenswidrig, liebeswidrig, gemeinschaftswidrig gegen Gott und unseren Nächsten aufbringen will. Dem widerstehet fest im Glauben hat er uns überall vorgelebt, wenn es ihm um das Ausräumen von Schuld, Lieblosigkeit und Mißtrauen ging.  In seinem Leben können wir also beides ablesen, das Ja und auch das Nein zum Widerstand// rechter und fataler Widerstand// W im Namen Gottes und solcher im Namen der menschlichen Eigensinnigkeit. Und das war kein kleines oder leichtes und soll bis heute in Menschen zu guter Widerstandsfähigkeit nach-,fort-, weiterwirken. „Europa hat den weisen, kühnen und tapferen Widerstand Jesu von Nazareth als passiven Widerstand missdeutet, wie wenn es sich um die Tat eines Schwächlings handelte. Als ich das Neue Testament zum erstenmal las, fand ich nichts von Passivität oder Schwäche an Jesus in den Schilderungen, die die vier Evangelien von ihm geben.“ Mahatma Gandhi. Den Konrad Widerstand habe ich immer verstanden als Position zum Schutz des Lebens und mich darum auch pastoral gut daran anschließen können. ER war immer intelligent, mutmachend, gewaltfrei und positiv, soweit ich es erlebt habe. Die Güte des W liegt auch nicht an Zahlen (der Widerstandsaktionen! Ihr habt im großen (Widersetzt euch + Menschenketten) und im kleinen (mobile Atomaufsicht), wie in solchen Sätzen hier zum Ausdruck kommt: Wenn sich nicht einige gegen den Strom stellen, gehen alle den Bach runter. Sondern darin legitimiert sich W: „Um einen Widerstand gerecht zu beurteilen, ist es nicht so wichtig zu wissen, von wem, sondern gegen wen er geleistet wurde.“ Ernst R. Hauschka  Als AG seid ihr eben nicht den Weg des geringsten, sonderns des nötigsten Widerstandes gegangen und haben ihn auch nie zum Selbstzweck um jeden Preis werden lassen. Es ging buchstäblich darum, Gegenspieler derer zu sein, die leichtfertig, leichstinnig, leichtfüßig, leichtgläubig, leichtherzig, leichtlebig, die Machtdurchsetzung der Atomlobby anberaumen wollten. Und das ist das Herzstück eures/unseres W, der nämlich genau da mit den besseren Argumenten auf die Widerlegung abzielt. Und dort, wo das Leben/ Natur in Gefährdung kommt gilt das Böllwort: „Widerstand ist kein Recht; er ist eine Pflicht, jedem Menschen mitgegeben.“  Von wegen: jeder W ist zwecklos! Immer noch nicht ist nach 3 Jahrzehnten in Konrad eingelagert worden/ sind dort irreversible Tatsachen geschaffen worden. Euer und vieler anderer W hat(te) Zweck – das mußte auch unsere Bundesumweltministerin Hendricks nun beim Verabschieden eines Entsorgungsgesetzes zugestehen. Wörtlich: der friedliche Protest gegen die Atomenergie gehört für mich zu den großen Leistungen der Demokratie in Deustchland. Und weiter: es sei dringend nötig gewesen, das Chaos in Sachen Atommüll zu ordnen! Und wird es bleiben, bis wirklich die bestmögliche Weise (Ort und Verfahren) gefunden wird. So bleibt nur der Wunsch und die Bitte, das Gebet und die Zuversicht eines Bonhoeffers, dass uns solange die gute Widerstandskraft nicht abhanden kommt: Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir sie brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. Und zum anderen, das wir ebenso dort, wo der Widerstand nicht gut ist, ihn aufgeben und Einsicht zeigen, v.a. der gegen Gott selbst, der offensichtlich tief in uns Menschen (Sünde!) verankert ist. Es stimmt also wohl: wir wachsen oder sterben am Widerstand! Aber für Konrad sollten wir getrost gut lutherisch an unseren ehemaligen Arbeitsminister Norbert Blüm halten: In unserer Gesellschaft gibt es zu viele Menschen, die den Weg des geringsten Widerstandes suchen, und zu wenige, die nach dem Motto tätig werden: „Hier steh ich. Gott helfe mir. Amen.“

25.09.2016:

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29.03.2015

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Texte:

Gottesdienst am 25.09.2016

Einleitung:

Die meisten Probleme entstehen bei ihrer Lösung. Leonardo da Vinci

Jede Lösung eines Problems ist ein neues Problem. Johann Wolfgang von Goethe

Zwei Klassiker aus dem Zitatenschatz der Menschheit (von….) und leider Gottes nur allzu wahr im Blick auf Schacht Konrad. Man will die Atommüllproblematik beseitigen/ lösen und gerät erst recht mit vermeintlichen Lösungen in Bredoulllie. Wir ließen den Geist aus Flasche (Atomenergie) und kriegen ihn nun nicht mehr hinein.  Problem, dein Name ist Mensch! Wohl wahr: Die Größe unserer Probleme ist in erster Linie ein Problem unserer Größe.  (Hochmut kommt vor dem Fall)

O glücklich, wer noch hoffen kann, aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen! Was man nicht weiß, das eben brauchte man, und was man weiß, kann man nicht brauchen. Quelle: Faust 1, Vor dem Tor. (Faust)

Wer oder was lässt uns auftauchen aus  Unwissenheit, Unfähigkeit, Unwilligkeit, damit wir nicht länger herumdoktern und verschlimmbessern und unsere Entsorgungslösungen bislang eher die Probleme verschärfen/ verdoppelten?

Warum sich manche Probleme so schwer lösen lassen? Die es wollen, können nicht. Die es können, wollen (sollen/ dürfen) nicht. Und die es wollen und können, läßt man nicht. Wir Menschen sind zu sehr Teil des Problems, als das wir Teil der Lösung sein könnten. Wie Bankräuber investieren wir in immer bessere Schweißgeräte, mit denen wir einen Naturtresor nach dem anderen ausrauben. Hans-Peter Dürr

Andacht:      

Liebe Konradantipoden/ -opponenten seit Jahr und Tag (die nicht den Weg des geringsten Widerstandes suchen), in der Erdcharta heißt es: Jeder Mensch ist mitverantwortlich für das gegenwärtige und zukünftige Wohlergehen der Menschheitsfamilie und für das Leben auf der Erde. Und damit ist es ausgesprochen, unsere heutige Verantwortung für das Leben von Morgen. Eigentlich schon immer eine Selbstverständlichkeit, wenn anders es wahr ist: Bis zur Gegenwart einte alle Eltern dieser Welt ein Gedanke: Dass es ihre Kinder einmal besser haben sollten als sie selbst. Jede Generation sollte nach Möglihkeiut auf den Schultern der vorhergehenden stehen dürfen und ein wenig höher steigen! Gilt diese Abmachung noch in der Generationenfolge, wie es diese Sätze erfassen „Verantwortungsvolle Eltern hinterlassen ihren Kindern ein Erbe, das möglichst größer ausfällt, als sie es von ihren Eltern übernommen haben.„Jeder, der in eine Gesellschaft hineingeboren wird, hat als ein Minimum Anrecht auf die selbe Menge an Ressourcen wie alle erhalten haben, die an der ursprünglichen Aufteilung der Güter und des Landes der Gemeinschaft partizipiert haben.“ Jede Generation sollte für nachrückende Generationen eine Bandbreite an Ressourcen und Chancen hinterlassen, die ‚mindestens gleich groß‘ ist wie die Bandbreite der eigenen Ressourcen und Chancen. Man kann im Blick auf den Umgang mit unserer Welt und dem Raubbau ihrer Ressourcen sowie den unabsehbaren Hypotehken der Kernkraftnutzung für endlose Generationen der nach uns Kommenden berechtigte Zweifel hegen, ob dieser ungeschriebene Generationenvertrag noch gilt oder nicht längst aufgekündigt wurde. Man kann ganz sarkastisch nur dabei denken: Hoffentlich kommen unsere Nachkommen nicht nach uns! Hoffentlich heißt es für die nachgeborenen Ungeborenen einmal nicht: Kinder haften für ihre Eltern und baden aus, was wir ihnen eingebrockt haben. Wo ist er hin im Großen und Ganzen: die Fürsorge für die Welt von morgen? Im Evangelium zum Erntedankfest aus Lukas 12 jedenfalls ist er bezeichnenderweise ebenfalls entschwunden, weil der Eigenbedarf des Begüterten derart im Vordergrund steht. Wie jemand alles allein auf sich bezieht kann man hier als Psychogramm der Generationenentkoppelung mit Händen greifen. Alles meins! Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen. 17 Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle. 18 Und sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte 19 und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut! 20 Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? 21 So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott. Segen in Hülle und Fülle auf einer immer wieder überraschend fruchtbaren Erde, Segen, der uns in den Schoß fällt. Was für ein Segen diese Welt, dies Leben und wir dürfen es erleben. Der reiche Mensch steht für uns alle. Wie reich ist er schon, wie reich wird er noch. Die Einkünfte überragen bei weitem seinen Verbrauchsbedarf.  Aber alles sieht er nur auf sich bezogen und offenbart eine erschreckende Armseligkeit, irgendjemanden einzubeziehen in seinen „Neureichtum“. Kein Wort über/ an Frau und Kinder, Erben und Begünstigte. Überall nur ich und mich! Als lebte mitten im Segen des Himmels, aber furchtbar allein in der Hölle der totalen Isolation. Wie beim toten Meer fließt auch bei diesem Narren niemandem etwas  zu und lässt ihn zu einem höchst unfruchtbaren Endverbraucher der Güte Gottes werden. Hier findet genau das nicht mehr statt, was Paulus einmal so ins Wort hebt: Denn es sollen nicht die Kinder den Eltern Schätze sammeln, sondern die Eltern den Kindern. 2Kor 12,14

Ist dies heute noch ein Gleichnis und nicht schon eher die gelebte Wirklichkeit einer Generation, die nur noch auf ihre Selbstversorgung so fixiert ist, dass sie keine Nachwelt-/Morgenweltschutz mehr kennen will! Aus dem: unsere Kinder sollen es einmal besser haben… wurde das: unsere Kinder/ Kindeskinder sollen sehen, wie sie klar kommen, wenn wir ihnen auf 300000 Jahre hinaus unseren radioaktiven Dreck hinterlassen. Wir verhalten uns vielfach so, als ob mit unseren Generationen die Welt an ihr Ende gelange. Arnulf Baring So ist es: Die Freiheit der jetzigen Generationen wird durch die Freiheit zukünftiger Generationen eingeschränkt. Die Generationengerechtigkeit wird massiv verletzt, weil unsere Gesellschaft kurzfristige Gewinne und unmittelbare Vorteile erzielen will, die Kosten dafür aber in die Zukunft verlagert. MaW:  unsere Elterngeneration sammelt den Nachkommen an unserem Brennpunkt nicht nur keine Schätze, wir häufen ihnen Probleme ohne Ende auf und übertragen ihnen die Verschuldung unserer Habsucht!

Der beste Prüfstein für das Gewissen eines Menschen ist vielleicht seine Bereitschaft, Opfer für künftige Generationen zu bringen, deren Dank ihn nie erreichen wird.  Wenn wir uns an diesem Prüfstein messen, dann können wir uns nur in Grund und Boden schämen, was die Generationen von morgen angeht. Der Schnee von heute ist der Matsch von morgen. Und es will scheinen, dass wir das bei allem Respekt vor manchen ernsthaften Bemühungen auch nicht mehr wenden können, weil wir zusehr Teil des Problems sind als dass wir Teil der Lösung sein könnten. Wir kommen da nicht alleine raus, wenn wir nichts finden, das uns über uns hinaus  „geraten“ lässt. (Kreuzesmeditation eines besonderen „bewegten“ Kreuzes mit alten handgeschmiedeten Nägeln von Barbara Traube) Das Kreuz Jesu bedeutet den Bruch mit der ewigen Selbstfixierung.

Zu dem wir so herabschauen sehen müssen, weil er am Kreuz so tief gesunken ist, zu dem müssen/ dürfen wir in Wahrheit am meisten aufschauen, weil er selbst in der Hölle auf Erden dem Himmel näher ist als wir in unseren selbstfabrizierten Paradiesen, die allzu leicht doch wieder neue Höllen fabrizieren!   

Antonio Stradivari schrieb auf seine Zettel im Inneren seiner Instrumente die Initialen AS unter das Kreuz. Er stellte sich mit seinem Werk unter das Kreuz. Zeichen seiner Demut, seine Fähigkeiten anderen in den Dienst zu stellen und sich eben nicht zu überheben.

> Wenn wir das allgemein tun wollen, was das Foto im Programm (Vater wirft seinen Sohn hoch und fängt ihn wieder auf!) ins Sinn-Bild hebt, wo ein Erwachsener sein Kind in die Höhe steigen lässt und ihm Auftriebskraft schenkt , dann müssen wir auch dieses Kreuz unserer Zeit auf uns nehmen, herabsteigen, um den nächsten Generationen auch in dieser Gemarkung nicht „Müll“, sondern den Schatz von unverbrauchten Lebensmöglichkeiten  zu sammeln.  Und das Kreuz schlechthin verleihe uns dazu die Lebenseinstellung der Demut! Mindestens mit dem Ziel: unsere Kinder sollen es mal nicht schlechter haben als wir und den Segen der natürlichen Ressourcen genauso unbedenklich wie wir einst genießen können. Wandeln wir allen Segen dieser Welt nicht in Verbrauch für uns selbst, sondern in Vorrat für sie. Ame

Gottesdienst am 20.03.2016

Eröffnung:

Zum 30. mal stehen wir nun hier und können immer noch nicht anders/ unseren Platz räumen, wenn am Sonntag Palmarum 1987 die Reihe er KonradGottesdienste begründet wurde. 3 Jahrzehnte Seit an Seite mit euch vom Konrad Widerstand! Wir können uns demnach also nicht nachsagen lassen: wir seien den Weg des geringsten Widerstandes gegangen. Ganz im Gegenteil. So viel Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit/ Widerstandskraft von all denen, die daran bislang beteiligt waren, ist mehr als beachtlich – so sehr, dass wir beinahe von einer Generation Widerstand sprechen können. Herzlich willkommen in dieser widerständigen Geschichte, damit es nicht zum nächstbesten Vergraben/Verklappen von Atommüll in unserer Region kommt, sondern gerade dieser sorgsame Umgang mit den Hinterlassenschaften der Atomenergieära überaus verantwortungsbewußt im Interesse unserer Nachfahren geschehe. Nein, widerstandslos geben wir die ökologische Integrität unserer Region nicht her/auf und der Wächterdienst hält weiter an. Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.  & Wenn sich nicht einige gegen den Strom stellen, gehen alle den Bach runter. KarlHeinz Karius

Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir sie brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. Dietrich Bonhoeffer

Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage: Ob’s edler im Gemüt, die Pfeil‘ und Schleudern des wütenden Geschicks erdulden oder, sich waffnend gegen eine See von Plagen, im Widerstand zu enden. William Shakespeare

In unserer Gesellschaft gibt es zu viele Menschen, die den Weg des geringsten Widerstandes suchen, und zu wenige, die nach dem Motto tätig werden: „Hier stehe ich. Gott helfe mir. Amen.“ Norbert Blüm

Manchmal denkt man, Gott müsste einem in all den Widerständen des Lebens ein sichtbares Zeichen geben, das einem hilft. Aber eben dies ist sein Zeichen, dass er einen durchhalten, es wagen und dulden lässt. Jochen Klepper

Standpunkt:

Jeder protestantische Standpunkt lebt bis heute von dem Pathos eines Martin Luther: hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir! Amen. Genauso stehen auch wir hier (immer wieder neu) vor Gott und den Menschen. Schließlich muß man ja wissen, wo man steht.  Stehen gerade mit unserer Überzeugung: hier läuft etwas  in die falsche Richtung,, wenn eine ganze Region zum Versuchsprojekt für eine halbgare Atommüllentsorgung gemacht werden soll, um weiteren Atomenergienutzungen ein gutes Gewissen zu verschaffen. So nicht, das sagt uns unser gesunder Menschenverstand, unsere Sachkenntnis, aber v.a. auch unser Glaube, der uns mahnt, den Regenbogenbund Gottes mit seiner Schöpfung  (buchstäblich) zu untergraben! Und stehen ein für unsere Überzeugung – daran kann man uns behaften und messen. Gleichwohl wir um die Relativität jedes Standpunktes wissen (davon die zweite Hälfte des berühmten Lutherwortes ja eine Andeutung macht: Gott helfe mir!) Standpunkte sind nicht dazu da, dass man auf ihnen versteinert. Und auch auf Standpunkten kann man ja auf der Stelle treten. „Jeder Standpunkt ist unerträglich, aber gar keinen Standpunkt zu haben, das ist noch unerträglicher.“ Gottfried Benn

Wir folgen in allem 1. Petrus 3, 15: Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist..! Und heute schließen wir uns dazu Worten an, die längst um die Welt gegangen sind in der Form einer Erdcharta, auf die sich 2000 viele Naturschutzorganisationen einigten und die von der Unesco 2003 als wichtiger ethischer Rahmen für nachhaltige Entwicklung angenommen wurde.  Die Weltnaturschutzunion (IUCN) mit Sitz in Brüssel, der rund 800 Organisationen, 111 Regierungsorganisationen und 76 Mitgliedsstaaten, 732 Nichtstaatliche Organisationen (NGO’s) angehören, erklärte die Erd-Charta zu ihrer ethischen Leitlinie und ermutigte die Staaten, die Erd-Charta als Leitdokument für ihre nationale Politik anzunehmen. Diesen Leitsätzen der Präambel, die ich auszugsweise artikuliere, können wir uns getrost anschließen:

Präambel:

Wir stehen an einem kritischen Punkt der Erdgeschichte, an dem die Menschheit den Weg in ihre Zukunft wählen muss. Da die Welt zunehmend miteinander verflochten ist und ökologisch zerbrechlicher wird, birgt die Zukunft gleichzeitig große Gefahren und große Chancen. Wollen wir vorankommen, müssen wir anerkennen, dass wir trotz und gerade in der großartigen Vielfalt von Kulturen und Lebensformen eine einzige menschliche Familie sind, eine globale Gemeinschaft mit einem gemeinsamen Schicksal. Wir müssen uns zusammentun, um eine nachhaltige Weltgesellschaft zu schaffen, die sich auf Achtung gegenüber der Natur, die allgemeinen Menschenrechte, wirtschaftliche Gerechtigkeit und eine Kultur des Friedens gründet. Auf dem Weg dorthin ist es unabdingbar, dass wir, die Völker der Erde, Verantwortung übernehmen füreinander, für die größere Gemeinschaft allen Lebens und für zukünftige Generationen.

Die Menschheit ist Teil eines sich ständig fortentwickelnden Universums. Unsere Heimat Erde bietet Lebensraum für eine einzigartige und vielfältige Gemeinschaft von Lebewesen. Naturgewalten machen das Dasein zu einem herausfordernden und ungewissen Ereignis, doch die Erde bietet gleichzeitig alle wesentlichen Voraussetzungen für die Entwicklung des Lebens. Die Selbstheilungskräfte der Gemeinschaft allen Lebens und das Wohlergehen der Menschheit hängen davon ab, ob es uns gelingt, eine gesunde Biosphäre zu bewahren mit all ihren ökologischen Systemen, dem Artenreichtum ihrer Pflanzen und Tiere, fruchtbaren Böden, reinen Gewässern und sauberer Luft. Die globale Umwelt mit ihren endlichen Ressourcen ist der gemeinsamen Sorge aller Völker anvertraut. Die Lebensfähigkeit, Vielfalt und Schönheit der Erde zu schützen, ist eine heilige Pflicht.

Wir haben die Wahl: Entweder bilden wir eine globale Partnerschaft, um für die Erde und füreinander zu sorgen, oder wir riskieren, uns selbst und die Vielfalt des Lebens zugrunde zu richten. Notwendig sind grundlegende Änderungen unserer Werte, Institutionen und Lebensweise. Wir müssen uns klar machen: sind die Grundbedürfnisse erst einmal befriedigt, dann bedeutet menschliche Entwicklung vorrangig „ mehr Sein“ und nicht „mehr Haben“. Wir verfügen über das Wissen und die Technik, alle zu versorgen und schädliche Eingriffe in die Umwelt zu vermindern. Das Entstehen einer weltweiten Zivilgesellschaft schafft neue Möglichkeiten, eine demokratische und humane Weltordnung aufzubauen. Unsere ökologischen, sozialen und spirituellen Herausforderungen sind miteinander verknüpft, und nur zusammen können wir umfassende Lösungen entwickeln.

Wir sind zugleich Bürgerinnen und Bürger verschiedener Nationen und der Einen Welt, in der Lokales und Globales miteinander verknüpft ist. Jeder Mensch ist mitverantwortlich für das gegenwärtige und zukünftige Wohlergehen der Menschheitsfamilie und für das Leben auf der Erde. Der Geist menschlicher Solidarität und die Einsicht in die Verwandtschaft alles Lebendigen werden gestärkt, wenn wir in Ehrfurcht vor dem Geheimnis des Seins, in Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens und in Bescheidenheit hinsichtlich des Platzes der Menschen in der Natur leben.

Gottesdienst am 11.10.2015

Eröffnung:

Natur und Landschaft sind auf Grund ihres eigenen Wertes und als Lebensgrundlagen des Menschen auch in Verantwortung für die künftigen Generationen im besiedelten und unbesiedelten Bereich so zu schützen, zu pflegen, zu entwickeln und, soweit erforderlich, wiederherzustellen, dass

  1. die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts,
  2. die Regenerationsfähigkeit und nachhaltige Nutzungsfähigkeit der Naturgüter,
  3. die Tier- und Pflanzenwelt einschließlich ihrer Lebensstätten und Lebensräume sowie
  4. 4. die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaftauf Dauer gesichert sind. Bundesnaturschutzgesetz, 2002

So stehts im Gesetz, liebe Konradgemeinde, und scheint eben doch nicht zu gelten, für uns, für hier, für Konrad und die Region, die damit gezeichnet sein wird. Papier, auch das auf dem Gesetze verbief sind, ist eben nicht nur geduldig, sondern ohnmächtig! Gesetze sind nur dann ein machtvoller Schutz, wenn sie über dem Menschen stehen. Aber für unseren Fall, scheint es Gründe geben zu sollen, wo sich die Interessenslage über die Gesetzesgrundlage erhebt und die Rechtkräftigkeit einer solchen Einlagerung nicht mehr auf dem Boden der Rechtmäßigkeit sein braucht. Da ist es wieder mit Händen zu greifen und streckt uns seine freche Zunge heraus – das Wesen der Ungerechtigkeit, das dort waltet, wo man über dem Gesetz steht und macht, was man will!

Was ist da zu tun – fragen wir uns alle seit diesen Entscheidungs-Jahrzehnten?

Das Gesetz der Selbstzerstörung und das Gesetz der Selbsterhaltung sind in der Menschheit gleich stark! Fjodor M. Dostojewski    Manchmal denkt man, in der ganzen Frage der Atomenergie liefern sich tatsächlich beide Urkräfte in Menschen ein Duell auf Leben und Tod. Mit allem, was uns lieb und teuer, heilig und unersetzlich ist, versuchen wir demnach die Seite der Selbsterhaltung stark zu machen und appellieren an alle, sich das Ganze noch einmal gut zu überlegen. >> Vernunft geht immer einher mit dem Erschrecken vor sich selbst… dem uns selbst bremsen!

Ja, sich selbst bremsen können, ist nun wirklich immer wieder das, was uns zur Vernunft bringt/ kommen lässt. Und nichts wäre in den komplizierstesten Verwicklungen unseres Lebens (wozu die Atommüllendlagerfrage zweifellos dazugehört!) vernünftiger, als darauf/ auf den zu hören, der uns mäßigen müssen könnte, weil wir nicht über ihm, sondern er über uns steht. So, wie sich die Stimme der Natur nicht überschreien lässt, so lässt sich hoffentlich die Stimme Gottes als die wahre Stimme der Vernunft nicht „überhören“. Jetzt jedenfalls wollen wir ihr Raum geben und sie zur Geltung bringen. Dazu scxhenke uns der lebendige Gott sein Stelldichein als unser himmlischer Vater, unser brüderlicher Nächster in Jesus Christus und die Quelle der Inspiration durch seinen Heiligen Geist (dem Wind der Veränderung). Amen

Ansprache:

Liebe Stehenbleiber, wenn es gilt, den Machenschaften im Umgang mit dem Giftmüll schlechthin, die Stirn zu zeigen, liebe Schwestern und Brüder im Wider- und „Unruhe“stand bis zur besten Lösung (wenn nicht gar Er-lösung) in Sachen Konrad,

ach ja der Noah: Flut und  Arche und der Regenbogen! Eine der größten Rettungsgeschichten, die wir als Menschheit gemeinsam und übergreifend/ intertextuell besitzen, die unserer Welt das einzigartige Versprechen macht: kein Weltuntergang/ keine Lebensauslöschung/ kein worst case für diese Schöpfung. Man kann das natürlich verharmlosen, verniedlichen, romantisieren, verkitschen und abschwächen in allen Graden – interessant ist nur, dass diese globale Erzählung sich tapfer über die Jahrtausende über Wasser hält, wie die Arche selbst und nicht untergeht/ tot zu kriegen ist. Und mithin immer wieder neu das Welterhaltungsversprechen Gottes durch diese Überlebensgeschichte an uns alle ergeht: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Das nennt man wohl einen Bestandsschutz, der vielleicht gerade wieder in unseren apokalyptisch-anmutenden/ bedrohlichen Tagen auf offene Ohren stoßen dürfte!? Aber geht es da um eine Garantieerklärung Gottes, die uns einen Freifahrtschein/ eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellt mit der Welt so umzugehen, als hätten wir noch eine zweite in Reserve? Was machen wir aus Gottes Zeichensprache am Himmel, wenn die Gegensätze zusammenkommen und für ein paar schöne Augenblicke selbst das Licht in all seiner Farbfülle sichtbar wird.. Denn ein Regenbogen macht es uns möglich, einen Einblick ins Licht/ einen Blick auf das Licht zu bekommen! Hier wird das ganze Spektrum an Licht selbst sichtbar und macht eben nicht nur alles andere sichtbar! Licht, das uns besonders dann aufgehen muß, wenn die Verdunkelungsgafahren in unserer Welt am größten sind. Kein hübsches Schauspiel oder ein gelegentlicher Natureffekt mit nettem Symbolgehalt, kein Imagelabel für einen gnädigen Gott, sondern in letzter Weisheit Ein- und Anblick des Energieträgers, der unsere Welt im Innersten zusammenhält. Licht ist die treibende Kraft hinter dieser Welt und wir wissen ja, dass Licht immer nur als Strahlung existiert, will sagen es besitzt eine Ausgangsquelle, von woher es sich dann ausbreitet, um alles zu durchdringen. Unser fester Glaube (und naturwissenschaftliches Verständnis) ist, dass das Licht selbst auf Gott zurückgeht, so wie alles andere sodann vom Licht ermöglicht wird! Licht macht die (unmögliche) Welt möglich und erhält sie auch am Leben. Diese Noahgeschichte der Gotteserscheinung bringt also inmitten des düstersten Szenarios (Lebensbedrohung für alle Welt) Licht ins Licht. So wie uns die Bibel ja nie hinters, sondern immer ins Licht führen will! Seht her, Augen und alle Sinne auf: so sieht´s also aus: Gott passt auf, dass euch/ uns nicht das Licht ausgeht. Natürlich nicht Leichtsinn, sondern LICHTSINN und Vertrauen in Fülle soll uns damit geweckt werden, jedes Heute und Morgen getrost – immer im Vertrauen auf das Licht, das uns erleuchtet – anzugehen. Unter diesem Zeichen steht unsere Zukunft und soll als wirkungsvolle Einladung verstanden werden, das Leben anzugehen. Ein kleines Mädchen sieht zum ersten Mal einen Regenbogen. Frage: Mutti, was ist das für eine Reklame? Ja, mit seinem Lichtbogenkranz hat Gott diese unsere Welt buchstäblich für sich reklamiert und unter seinen Schutz gestellt. Ob wir das auch so sehen – nicht nur beim seltenen Anlass eines Regenbogens? Vielleicht sollten wir es so ähnlich tutn, wie jüdische Menschen bei Anblick eines RB: Gepriesen bist Du, Herr unser Gott, König des Universums, weil Du des Bundes gedenkst, ihm die Treue hältst und zu Deinem Wort stehst. Eine gute Art, sich Gottes Lichtbotschaft/ Leuchtspur einzuprägen, damit es sitzt!

Denn: nur Glaube, der sitzt, wird Glaube sein, der uns bewegt.

Was für einen Mutmacher haben wir damit bekommen, buchstäblich in weiser Voraussicht leben zu können. Voller Gottvertrauen selbst im Geiste der ersten Archebauer Leben im Lichte Gottes zu bewahren und nicht hinfällig zu machen.  Vielleicht darf ich mal Dostojewski bemühen und seine Worte mit dieser besonderen Strahlkraft auf uns einwirken lassen – wer sähe und hörte in ihnen nicht jenen Lichtglanz des Regenbogens heraus: Liebe Gottes junge Schöpfung, liebe sie als Ganzes, jedes kleine Sandkorn. Liebe jedes Blatt, jeden Strahl Gottes. Liebe Tiere, liebe jede Pflanze und jedes Ding. Wenn du alles liebst, wird das Geheimnis Gottes dir in den Dingen eröffnet werden. Und du wirst das ganze Universum mit einer allumfassenden Liebe lieben.

Es steht eines fest: in welchem Licht ich etwas betrachte/ sehen kann, so behandele ich es auch! Jede unserer Entscheidungen ist durchtränkt davon, wo sich etwas in unserer inneren Werteskala befindet. Wenn uns diese Schöpfung und unsere Mitgeschöpfe nur noch den Stellenwert von Gebrauchsgegenständen haben, dann ist unser Umgang mit ihnen nur eine Frage der Verwendung (zu unseren Zwecken). Wir aber brauchen heute (mehr denn je!)Entscheidungen für die Zukunft unserer Welt, die alle/ alles in den Zauber eines Regenbogens tauchen. Das, was wir bisher an Entscheidungen erlebt haben, glich eher einer Kampfansage, einem bösen Spiel mit dem Leben, einem leichtsinnigen Wagemut. Wo Menschen andere als Untertanen/ Rohstofflieferanten/ Mittel zum Zweck betrachten, bereiten sie immer schon ihren eigenen Untergang mit vor. Das, was von uns ausgeht an „Unterbelichtung“ fällt uns irgendwann auf die Füße und löscht das Licht aus, das uns doch lebensfähig macht.

Es gibt das Grimmsche Märchen vom Dummling, dem jüngsten und vermeintlich einfältigsten neben zwei anderen Brüdern, die mit Kaltblütigkeit die Mitwelt schänden, was er ihnen jedesmal in den Worten unterbindet: Lasst die Tiere in Frieden. Ich leid´s nicht, dass ihr sie stört, tötet, verbrennt. Der Dummling als der der dazwischenfunkt! In einer späteren Notlage, werden genau diese gerretteten Lebewesen zu den Rettern der Geschwister und lassen den bösen Zauberbann verschwinden. In der Weisheit der Märchen begegnet uns also auch schon eine Weltrettung bzw. eine weltrettende Erkenntnis. Die Welt, die wir schonen, retten, bewahren, wird genau die sein, die auch uns ebenso am Leben hält.

Gottes wunderbarer Lichtkranz, (ab und an sichtbar aber auch sonst immer da) macht das Wunder des Lebens sichtbar, so, dass wir Gottes Bewahrung begreifen und so, dass wir selbst zu Mitbewahrern der Schöpfung werden.

Darum liebe Konradaktivisten, bleibt mit eurem bunten/ farbenfrohen Widerstand letztlich ein Zeichen für unsere Welt, damit das Leben bleibt. Amen

Gottesdienst am 29.03.2015

Eröffnung:

Liebe Widerstandsfähige, Schwestern und Brüder, werte „kampferprobte“ Unnachgiebige,

»Dieser kleine Planet ist uns zu treuen Händen übergeben; es gibt kein größeres Verbrechen, als einen ganzen Lebensraum unbewohnbar zu machen.« So lässt sich der Philosoph Spaemann in seiner Aufsatzsammlung Nach uns die Kernschmelze vernehmen. Schon haben Menschen der letzten beiden Generationen in böser Folgenblindheit solche Todeszonen „geschaffen“ und es drohen immer mehr zu werden. In trauriger Wahrheit einer indianischen Erfahrung: Überall, wo der weiße Mann die Erde berührt, hat, hat sie Wunden. Das, was da zum Himmel schreit, will auch von unseren Ohren gehört und möglichst durch den Einsatz unseres Lebens korrigiert werden. Darum stehen wir hier regelmäßig an die drei Jahrzehnte beieinander und zusammen, stehen vor Gott und ein für einen präventiven Katastrophenschutz.

> Jeder einzelne soll sagen: Für mich ist die Welt geschaffen. Daher bin ich mitverantwortlich.

> An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.

> Nach dem großen Loch in unserer Geschichte müssen wir uns immer in Mut-Form halten und dürfen nie wieder feige sein.

Drei so unterschiedliche Quellen wie Talmud, Kästner und Rupert Neudeck legen uns nahe, was unsereine/r längst motiviert und befeuert, nicht nachzulassen, uns als „Andersdenkende“ in Sachen Konrad querzustellen und wachsam zu bleiben. Gott gebe uns Geduld für die Ungeduld, wenn wir für das Pro zum Leben das Anti zu vielen untauglichen Machenschaften zum Ausdruck bringen.

Wir wissen besser als jede Generation vor uns, wie verletztlich und klein unser Planet ist. Ihn zu schänden ist unsere größte Schande! Wir sind längst ökologisch überschuldet und haben uns viel zu viel herausgenommen – unsere Welt wie einen Selbstbedienungsladen behandelnd. Und so steht die Aporie des Atommülls längst in dem größeren Rahmen einer kritischen Selbstbefragung unseres Lebensstils. Wolfgang Huber sprach es vor wenigen Jahren aus in seinen 9 Worten der Verlässlichkeit:Der Appetit (die Verfressenheit) der Gegenwart darf nicht zum Hunger der Zukunft werden. Christen stehen ein für eine Welt, in der auch Kinder und Enkel noch leben können, – schuldenfrei, lastenleicht, unverbaut.

Der strahlende Atomunrat, die symptomatische Hinterlassenschaft unserer konsumistischen Lebensweise, soll möglichst schnell und eilfertig unter den Teppich gekehrt, sprich: „blickdicht“ endgelagert, so wie halt Menschen leider Gottes immer mit Schuld und Schulden umgehen, als sei nichts passiert. Weil Gott dabei nicht mitmacht, sollten auch wir es nicht tun, sondern zuallererst dazu stehen, um daraus auch wirklich zu lernen, wo wir auf Abwege gerieten. Und erst nach den Lehren daraus, schenkt Gott den Weg zur Entsorgung dessen, was uns drückt. Wo Umkehr glückte, kehrt auch gesunder Menschenverstand zurück und öffnet Augen für bahnbrechende Lösungen/ heilsame Alternativen/ zielnahe Korrektive.

Und das/ dabei brauchen wir mehr denn je – mit Gottes Hilfe, wo schon wieder die Alternativlosigkeit auf Seiten der Endlagerdurchsetzer das kreative und ansatzneue Denken dementiell untergräbt. Nur ein schlechter Plan erlaubt keine Änderung.

Darum mit Gott frisch, fromm, fröhlich und frei gewagt im Wege zu sein, wo nötig und vorneweg zu sein, wo noch nötiger…

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

Gottesdienst am 12.10.2014

Eröffnung:

Nicht mit uns! So können wir es auf der Bleckenstedter Gemarkung lesen. Drei einfache Worte, die unsere Position zu Schacht Konrad und dem ganzen Atomenergie und –müll-Desater erkennen lassen. Vielleicht wird hier irgendwann eingelagert, dann aber zu keinem Zeitpunkt mit uns/ unserer Einwilligung, Erlaubnis, sondern immer nur gegen uns. Davon rücken wir nicht ab und werden auch nicht müde in solchen medial abgelenkten Zeiten hier einzustehen für ein Veto/Nein gegenüber den unerträglichen Unüberlegtheiten an dieser Stelle, die uns nicht nur teuer, sondern auch „vernichtend“ ernst zu stehen kommen kann. Wir bleiben unverdrossen, nicht wahr!? Nur die Sache ist verloren, die man aufgibt. Besiegt ist nur, wer sich geschlagen gibt. Das Beginnen wird nicht belohnt, einzig und allein das Durchhalten. Katharina von Siena

Herzlich willkommen für ihr/ unser gemeinsames Zusammenstehen an diesem Punkt, der uns über die Jahrzehnte nun wirklich schon einiges Durchhaltevermögen abverlangte. Aber wir stehen nicht allein weder hier noch sonst, denn Gott selbst steht ein für seine Schöpfung, das sie nicht verdirbt. Darum wissen wir uns getragen und gestützt und dürfen uns auf solche Gottes Worte dafür berufen: Der HERR ist Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, seine Macht reicht über die ganze Erde; er hat sie geschaffen! Er wird nicht müde, seine Kraft lässt nicht nach; seine Weisheit ist tief und unerschöpflich. Er gibt den Müden Kraft und die Schwachen macht er stark. Selbst junge Leute werden kraftlos, die Stärksten erlahmen. Aber alle, die auf den HERRN vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft, es wachsen ihnen Flügel wie dem Adler. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und brechen nicht zusammen.”

Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern. Henry Ford >> Zu denen wollen wir nicht gehören, sondern zumindest das äußern, was an diesem Punkt zum Himmel schreit, bei all dem auf Gottes Erdboden, was das Leben ramponieren will. Und wir wollen auch nicht die Geduld verlieren: ich habe eine ganz tiefe Gewissheit, das in Sachen Konrad die Messe noch längst nicht gelesen ist:

Ich glaube, dass die Ungeduld, mit der man seinem Ziele zueilt, die Klippe ist, an der oft gerade die besten Menschen scheitern. Hölderlin

Auf ein Neues  – diesmal aber ganz gewiss: mit uns! – im Namen Gottes des Vaters,. Des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Ansprache:

Liebe Mitabschwörer gegenüber allem, was Atommüll verursacht und verharmlost,

was brennt uns auf der Seele und lässt uns „angefressen“ sein? Was greift uns innerlich so stark an, das wir nicht einfach den Tagesgeschäften nachgehen, sondern handeln/ uns quer stellen/ beherzt eingreifen müssen? Wie geschieht uns, wenn wir einem Mandat der Seele folgen und ein echtes Herzensanliegen haben? Was spricht/ schreit uns aus der Seele und schlägt Alarm, wenn uns das innerste Gespür anmahnt, wann und wo etwas die Seele dieser Welt verletzt? Als Seele von Mensch besitzen wir hoffentlich diese „Fühlbarkeit“ in uns und damit ein grandioses Frühwarnsystem für das, was (schief/daneben) läuft. Dann schlägt uns etwas aufs Gemüt. Nichts, liebe Konradeinschreiter, geht über solch eine beseelte Intuition, die überall mitfühlt und mit großem Gespür vorwegahnt, ob sich die Dinge in die richtige oder falsche Richtung bewegen; hör´ auf deine Seele/ rede mit deiner Seele/ achte auf deine Seele! Auch unser Dauer-Streit-Thema: der Kasus Konrad ist keinesfalls nur eine Frage der Physik, Geologie, des Bergbaus und der Technik oder der Politik (kurz: der Zahlen und Werte), sondern ganz intensiv auch eine Frage der Seele >>>>  der „Seelsorge“ = (aktiv verstanden: der Sorge unserer Seele…. und darum dann auch der Sorge um unsere Seele, die sich daran wundreiben kann, wenn die Essenz der Schöpfung mit Füßen getreten werden)! Bei unserer Seele – das können wir nicht so einfach über uns ergehen und zulassen, denn es gilt immer noch der Satz: Angst (Kummer, Sorge) essen Seele auf. Denn berechtigte Angst (mindestens Sorge) muß man haben, überall, wo wir derzeit – dank der mühevollen Recherchen in Kenntnis – die nuklearen Hotspots unseres Landes für eine unkontrollierbare Lebensgefährdung feststellen müssen.

Natürlich, unser Gott behält das größte Sorgerecht für seine Schöpfung vor, aber gleich danach wir Menschen als die Mandatare seines Willens: „Wenn Ihr Eure Augen nicht braucht, um zu sehen, werdet Ihr Sie brauchen, um zu weinen.“ (Jean Paul Sartre)

Wir sehen dabei so viel Ungutes auf diese Welt zukommen und es blutet uns das Herz, wo in dieser Welt das Leben geschändet wird und unsereiner sich als „Dornen-Krone“ der Schöpfung zeigt. Also: neben dem, was äußerlich dem Leben angetan wird, steht der immense Seelenschaden! Denn qua Seele (auf der seelischen Ebene) stehen wir alle in Gottes Schöpfung miteinander in schöpferisch-harmonischer Verbindung – wie ein großer Organismus. Man kommt sich beinahe primitiv/ rückständig vor, wenn man das heute postuliert, dass es schon aufgrund der einen/ gemeinsamen Herkunft von Gott diesen Allzusammenhang aller mit allen in unserer Welt gibt. Wir bilden einen universellen Zusammenhang und stehen immer in einer gemeinsamen Schicksalsgemeinschaft, aus der sich niemand herausnehmen kann. Und darum gibt es ja dieses Mitgefühl für alles und jedes, das in uns Menschen eigentlich am bewußtesten zum Tragen kommt: mit allen/ allem weitgehend ein Leib und eine Seele zu bilden. So erst kann man Paulus richtig folgen: Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet. Röm 8,22       Es gilt der Satz: weil alles eine Seele hat, suche die Seele in allem. Nur so lässt sich unserem Leben eine Seele geben! Mit ihr steht die Einheit/ Ganzheit/ Wohlbehaltenheit des Lebens/ aller Welt auf dem Spiel – auf allen Ebenen! Der Schöpfer, der sich mit viel Herzblut derart wunderliebevoll in seine Schöpfung/ unser Leben investiert hat, gab allem Leben insgesamt eine Seele, die uns verbindet, wenn ein Leben in das andere greift und zusammenpasst. Weil wir mit unserem Gott zusammenhängen, tun wirs auch miteinander im Letzten.

Auch unsere Seele, die Seele dieses Fleckchens Erde rund um Konrad, ja, selbst die Seele unserer Dorfgemeinschaft steht auf dem Spiel und droht, durch das Konflikt- und Schadenspotential der atomaren Bewältigungsmaßnahmen zum großen Schadensfall zu werden. (Es kann nicht anders sein, denn was wir „der Welt“ antun, kehrt sich immer auch gegen!) Das exorbitante Drohszenario, das ein unausgegorenes/ undurchdachtes Atommüllendlager direkt vor unserer Haustür bedeutet, geht auch an unserem Innenleben nicht spurlos vorbei, sondern kann sich verheerend auf unsere seelische Landschaft auswirken.

>> Franz Alt findet meine Zustimmung, wenn er einmal zuspitzte: Umweltvergiftung/verschmutzung ist Innenweltvergiftung/verschmutzung!

Das lassen wir möglicherweise zu leicht außer acht, als einer der weiteren, nicht weniger schlimmen Folgen der Kernenergiemalessen.

>> In Niger wurde 2000 eine Umweltorganisation vor dem Hintergrund der Folgen des Urananbaus gegründet. Sie trägt den Namen: Agir in Man – zu deutsch: Schutz der Seele. Begründung: weil die Radioaktivität die Seele angreift!

Lebten wir durch Konrad dann nicht in einer Art „Abschreibungszone“? Konrad und Co. führen dazu, dass wir uns nachhaltig mit unseren Lebensgrundlagen „verkrachen“! Das Potential der Entzweiung der Urzusammenhänge ist so groß, das man schon in der Gefährung durch atomare Selbstverseuchung eigentlich einen Verrat am Leben selbst sehen muß. So malt es uns unsere Seele vor Augen und animiert uns, das Schlimmste (Trümmerfeld des Lebens als Bezeichnung für Hiroshima) zu verhüten.

Erfuhren wir nicht kürzlich „kurz vor knapp“, wie leicht solche Verwerfungen z.B. die Volkseele eines ganzen Ortes runinieren können, wenn man nicht hellwach bleibt. Wie das „käufliche“ Stillhalteabkommen eines Konradfonds schon die nächste Kernspaltung in Gang gesetzt/ Unfrieden (Disharmonie) ins Dorf getragen hätte. Gott sei Dank ging es eben gerade noch mal gut, weil die Sensibilität (seelische Wahrnehmungskraft) füreinander und das, was wichtiger als alles andere ist, gegeben war. >>> Wir wollen doch Kirche = (für diesmal) die gute Seele im Dorf lassen! Sprechen wir es hier immer wieder aus: die entfesselte Naturkraft namens Atomenergie zeigt sich längst als das, was sie ist: eine weitere Fassette des typisch menschlichen Größenwahns, wenn wir berauscht von den Machbarkeiten viel zu hoch „pokern“! Der große Bluff aber wurde noch jedes Mal verhängnisvoll aufgedeckt und blamiert uns ganz bitter. In dieser Geschichte der Blamagen auch und gerade unser hochgelobten Wissenschaft/ Technik und derer, die sie poltitisch instrumentalisieren, stecken wir gerade mal wieder mitten drin und finden kaum noch heraus aus den Sackgassen!  Was bringt es dir, Mensch, wenn du deine vermeintliche Großartigkeit nach außen mit dem Raubbau im Inneren „erkaufen“ musst? Wenn dein Zuerwerb an Macht und Möglichkeiten letztlich einhergeht mit dem Verlust an Seelen-Leben? Klingt im O-Ton Jesu so für alle Fälle, in denen wir Menschen uns versteigen und verzocken, verplanen und verheben – besessen von unserem „Yes, we can“! Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme an seiner Seele Schaden?MK 8// Mt 16

Recht, intensiv und tiefgründig betrachtet ist wohl die ganze Geschichte der atomaren Kernspaltung ob zu Kriegszwecken oder in sog. friedlicher Nutzung ein einziges Belegexemplar für das Entweder – Oder, vor das wir Menschen uns im Leben immer wieder gestellt sehen, wenn wir unsere Seele nicht beschädigen oder verlieren wollen. Das gilt längst nicht nur individualistisch, sondern eben gerade auch gesellschaftlich „familiär“ wie besonders die Familienaufstellungen eines Bert Hellinger zu Tage gefördert haben. Denn Seele sind wir nicht nur je für uns, sondern v.a. miteinander. Wir sind und bleiben im Netzwerk des Leben Seelenverwandte, damit das Verbindende immer größer ist als das Trennende. Und schon lange können wir ein weiteres Grundgesetz des Lebens rot markieren, das unsere Selbstbereicherung nach außen mit einer Selbstverkürzung, -verarmung nach innen einhergeht. Und umgekehrt: wer hinreichend auf seine und anderer mitgeschöpfliche Seele wert-achtet, der wird den besten Leitfaden finden für das, was in unserer Welt immer wichtiger wird, das Maßhalten, unsere Selbstbegrenzung; denn wenn wir Menschen buchstäblich alles Mögliche tun, dann werden wir unmögliche Menschen (die größten Schädlinge auf Gottes Erdboden). Ich deute Jesu Wort deshalb so: Was für eine Hilfe besitzt der Mensch im Hören/ Achten auf seine Seele, damit er mit all seinen Machenschaften bloß nicht die ganze Welt zu Tode beherrscht!

Wo das Primat der Seele vernachlässigt wird, geht die Welt den Bach runter – dafür ist auch die nukleare Misshandlung der Schöpfung ein düsteres Kapitel. Darum lasst uns weiter – geistvoll und geistesgegenwärtig von Gott geführt – beherzt und beseelt an der Wende mitwirken. Und bleiben wir zuversichtlich unter dem Zuspruch von Psalm 23,3 Er erquicket meine/ unsere Seele. Er führet mich/uns auf rechter Straße um seines Namens willen. Amen.

Gottesdienst am  13.04.2014

Eröffnung:

Wohin des Wegs? Ach, ich gehe zum Konradgottesdienst, und bete um Gottes Intervention gegen die Gefährdung unserer Lebensgrundlagen – da wo ich lebe! Macht das noch Sinn? Konrad ist doch längst durch. Jeden Tag sieht man, wie alles auf Hochtouren läuft, endlich ein- und endzulagern (auch, wenn ständig nach hinten verschoben wird!). Verklehrsverbindungen werden gebaut und Tag und Nacht scheinen unter- wie überirdisch die Planungen realisiert zu werden. Und ein großes Thema scheint es auch nicht mehr zu sein, wenn man die Medien sieht, die nun eher die Asse und Gorleben auf dem Schirm haben.

So könnte doch ein kleines Vorgespräch zu unserem neuerlichen Gottesdienst zum Schicht am Schacht abgelaufen sein und uns die Hinterfragung zuspielen: macht es noch Sinn, dagegen zu sein, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, oder wollen wir wirklich die Letzten sein, die hier alle Hoffnung fahren lassen? Ich für meinen Teil sage von Herzen ja dazu und stehe hier mit euch im An- und Ausblick auf Konrad eben nicht mit dem Gefühl, dass die Messe schon gelesen ist. Wenn das menschliche Hoffnungspotential erloschen ist, dann schlägt die große Stunde der Hoffnung der Glaubenden wider alles Hoffnung. Und so gebe ich unser Ja zu dieser Stunde und allem weiteren Einsatz für die beste Einlagerung der hoffentlich bald definierten Menge an Atomüll mit einem wundervollen Liedtet, den ich kürzlich entdeckte:

  1. Hoffen wider alle Hoffnung, glauben, dass es dennoch weitergeht. Lieben, wo es beinah nicht mehr möglich, damit die Welt auch morgen noch besteht. 2. Fühlen, wo Gefühle sterben, Licht sehn da, wo alles dunkel scheint. Handeln anstatt tatenlos zu trauern, trösten auch den, der ohne Tränen weint. 3. Wach sein, Zeichen klar erkennen, helfen trotz der eignen großen Not. Aufstehn gegen Unrecht, Mord und Lüge, nicht einfach schweigen, wo die Welt bedroht. 4. Trauen dem, der uns gesagt hat: Seht doch, ich bin bei euch alle Zeit. Mit uns ist er auch in unserm Suchen, bis wir ihn schaun im Licht der Ewigkeit.

Und mache uns auch mit diesem Satz Mut, der uns in Zeiten des Belächeltwerdens tapfer, mutig und glaubensfest machen will.

Es ist das Schicksal jeder Wahrheit, vor ihrer Anerkennung ein Gegenstand des Lächelns zu sein. (Albert Schweitzer)

So ist es mal wieder hohe Zeit dafür, Gott zu Rate und hinzuziehen, damit wir nicht das Leben verspielen, sondern unserem Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung gerecht werden können und eine bessere Großwetterlage herbeiführen – und darum ohne Resignation, weil unsere Arbeit im Herrn nie vergeblich sein kann: im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Andacht:

Liebe unerschrockene Konrad-„Marathonis“ über Jahre und Jahrzehnte hinweg, weil wir immer noch nicht da sind, wo wir hinwollen, werte Dranbleibende (Kletten) in der Hängepartie um das Endlager, das besser nie kommt, sondern nur ein böser Traum bleibt, qou vadis Konrad? Wo soll es für dich hingehen? Welchen Weg wirst du nehmen? Wird man am Ende von dir sagen können, du hast dein Ziel (Endlager zu sein) erreicht oder hoffentlich eher sagen dürfen: aus und vorbei; deine „Reise“ ist hier zu Ende? Wird man an dir einmal den großen Durchbruch für die Entsorgung des brisantesten Zivilisationsmülls festmachen oder im Rückblick von einem großen Irrweg und vom aberwitzigen Milliardengrab sprechen, wie man sie ja jetzt schon oberirdisch jeden Tag verbaut sieht und unterirdisch vermuten darf? Wo also wird dich dein Weg hinführen?

Dieselbe Frage hätte man Jesus stellen können, als er in Jerusalem mit großem Buhei einzog und sich an ihm messianische Vorfreude und Pilgerankunftsekstase zum Passahfest festmachte. Jesus hatte in diesem Hosanna Moment seiner öffentlichen Wirkung eine sehr gute Sozialprognose: der wird mal ein ganz großer, vielleicht sogar der größte aller bisherigen Propheten…!? Oder sollte er gar der Gesalbte sein? Aber da gab es wohl ein großes Missverständnis auf beiden Seiten und in weniger als einer Woche wurde aus dem Gefeierten der Gefeuerte/ der Geschasste. So schnell geht das mit Aufstieg und Fall in unserer Welt – von beiden Enden jeweils in die Gegenrichtung. Wie Jesus selbst sagte: Letzte werden erste sein und Erste bald die Letzten. Hier, bei ihm blieb die Frage nach seinem Quo vadis nicht lange offen, sondern führte zum Totalausschluß seiner Person in einem grenzenlosen Vernichtungsfuror derer, die seinerzeit das Sagen hatten.

Schacht – Konrad – was aus einem Erzbergwerk so alles werden kann – sollte also Karriere machen und hat bis 2007 in 25 Jahren alle organisatorischen, planfeststellenden und juristischen Hürden genommen: endlich – so jubelten etliche aus Politik und Wirtschaft – endlich ein höchstrichterlich genehmigtes Endlager: Atommüll marsch! Doch denkste: nun, wo man darf, kann man nicht so recht und muss nach letzten Ankündigen vom Jahr der Rechtskräftigkeit wohl noch einmal 14 Jahre vergehen lassen, bis es soweit ist. Der Betriebsbeginn also vom heutigen Tag in weite Ferne gerückt – und das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Muss man daraus nicht schließen, wie ungeheuer komplex selbst hier für den schwach und mittelradioaktiven Müll, der zwar die große Masse ausmacht, aber strahlungsmäßig bloß 0,1 % des gesamten Abfalls ausmacht, das also selbst hier schon den durch- und ausführenden Organen sie Sache über den Kopf wächst. Was lässt das erst erahnen/ befürchten für den richtig „heißen Atommüll“ – des Teufels heiße Last (wie sie der neue Umweltbeauftragte der Landeskirchen BS und Hannover nennt)?

Und nun rühren sich auch im Zuge der Neueinsetzung einer Endlagerkommision auch wieder alte und neue Skeptiker und stellen dir, Konrad unangenehme Fragen zu deiner Zukunft.

Das Konzept gescheitert, ein altes Bergwerk und alte Berechnungen, die Sicherheit nicht nachgewiesen und die Transportfrage ausgeblendet: Diese fünf dicken Minuspunkte schreibt der „Sorgenbericht der Atommüllkonferenz“ vom Sommer 2013 den Befürwortern des Endlagers Schacht Konrad Salzgitter ins Stammbuch. Und in einem Schreiben vom 28. März dieses Jahres an führende Politiker in Bund und Ländern heißt es: „Im Zusammenhang mit der jetzt anstehenden Diskussion fordern wir Sie auf, den Standort „Konrad“ nicht weiter als gesetzt anzusehen. Unterzeichner: Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU), Verbandsvertreter sowie SPD und Grüne im Rat von Salzgitter. Man will eine politische Kurskorrektur im Zuge der neuen Endlagersuche des Bundes. Diese Suche dürfe man nicht auf ein Endlager für hochaktiven Atommüll beschränken, heißt es. Auch für den schwach- und mittelaktiven Müll brauche man eine neue Lösung. „Das Einlagerungs- und Sicherheitskonzept für Schacht Konrad ist veraltet“, heißt es in dem Brief.

Konrad – was nun, du schienst schon deiner Sache so sicher zu sein und nun scheint sich doch noch der Wind zu drehen und du in Frage zu stehen?

Und Jesus – irritiert es ihn, das sein Höhenflug so plötzlich ein jähes Ende findet und die Menschen einer nach dem anderen von ihm abrücken und ihn zur persona non grata zu machen? Macht es ihn nicht verrückt, dass man sich ihm plötzlich brutal in den Weg stellt und seinen Lebensweg abrupt auf der Höhe seines Lebens beendet? Zu sehen, wie er sich nicht aus der Ruhe, aus dem Lebenskonzept bringen lässt, wo es so furchtbar eng für ihn wird, wie königlich-souverän er vor seinen Anklägern und Richtern steht, das hat in der Geschichte des Glaubens monumentale Nachwirkungen gehabt bei jedem Menschen in ähnlichen Zwangslagen, wenn die Verbundenheit mit Jesus sie mental geprägt hat. Und dann erfuhren sie die Wahrheit seines Lebens am eigenen Leib: fast immer ist der schwerste Weg der richtige! Jesus hat nicht nur Maßstäbe für Spurtreue gegenüber Gott und der Wahrheit mit seinem Lebensweg gesetzt/ vorgelegt – er nannte sich selbst für alle Zeiten den Weg, die Wahrheit und das Leben. Wer bei ihm einsteigt und auf ihn eingeht, der wird das größte Lebenswunder erleben und abseits der irdischen Wege auf den Weg des Lebens stoßen. Dieser, dem man in seiner Elendswoche schließlich am Kreuz unbeweglich machte, der hat uns den Weg wieder freigemacht, den wir Menschen denkbar stark verschüttet hatten. Franz Werfel hat es erfasst und die Lebenspointe Jesu begriffen: Wenn alle Wege verstellt sind, bleibt nur der Weg nach oben. Wir, die wir nur noch Erdenwege kennen, dürfen uns von ihm zeigen lassen, dass es diesen einzigartigen Aus- und Aufweg gibt, der uns auch dann noch trägt und gelingt, wenn auf Erden scheinbar nichts mehr geht. Jesus hat sich der Weg genannt, deshalb kommt man mit ihm nie zu Ende; er sorgt dafür, dass wir nie aufhören, unterwegs zu sein. Käsemann

Darum bis heute, keiner hat uns Menschen mehr Weg gebahnt als Jesus – gerade da, wo sich sein Leben in äußerster Unwegsamkeit befand. Und, wer ihm folgt, lässt sich nicht mehr so leicht irre machen, wie immer Menschen unseren Weg zwischen Hosanna und Kreuzige kommentieren mögen: „Der Weg zu Gott heißt an seiner steilsten Strecke Einsamkeit.“ & Besser auf dem rechten Weg hinken als festen Schrittes abseits zu wandern. Augustinus

Jesus und Konrad: zwei Namen, zwischen denen Welten liegen und deren Wege einen ganz unterschiedlichen Verlauf nehmen. Konrad verdankt sich von Anfang an der Sturheit derer, die eine schnelle, bequeme Lösung wollten, um das Endprodukt der Billigstromillusion schnellstens unter den Teppich zu kehren, sprich unter die Erde zu bringen. Dafür ließ man nicht selten Fünfe gerade sein und versuchte etliche Male an Menschen und Region vorbei, es mit Macht und Einfluß zu zwingen. Es ist die Vorgehensweise derer, die in dieser Welt für ihre Machenschaften den äußeren Erfolg suchen. Und es schien einmal mehr zu glücken, denn der Weg war frei – bis man – ich wage mal eine Prophetie – an sich selbst langfristig scheitern wird, weil es an der Wahrheit vorbei letztendlich keine Aussicht auf Erfolg geben wird. Nur die Wahrheit kann die Statik liefern, wirklich im Recht zu sein und recht zu handeln. Jesus setzt sich mit seinem Einzug in Jerusalem den Menschen und ihrer Beurteilung aus. Er manipuliert nicht, sondern weiß sich von Gottes Wahrheit gesandt. Für das Ziel seines Lebens, Gott endlich wieder in den Horizont/ in Erscheinung treten zu lassen, Gott nahbar zu machen, Gott zugänglich zu machen, hat er sich verwegen in die Hand der Menschen begeben. Er hat sich eben gerade nicht mit Voll-Macht durchgesetzt und allen mal kräftig Bescheid gesagt. Er hat nicht den schnellen/ direkten Erfolg gesucht, ganz im Gegenteil: er hat sich unterkriegen lassen und scheinbar alles verloren. Doch, gerade als man meinte mit ihm fertig zu sein, hat sich die Wahrheit für die er stand/ die er verkörperte jetzt erst recht bewiesen und gezeigt und das Blatt österlich vollkommen gewendet. Seither zeigt uns sein Leben immer wieder neu – auch in Sachen Konrad – den erfolgversprechensten Weg: wer sein Leben verliert/ aus der Hand geben kann, genau der wird es gewinnen. M.a.W. der Weg Jesu = seine Methode lautet so: nicht durch Selbstdurchsetzung/ Kampf/ Machtproben wird das Entscheidende im Leben erreicht, sondern nur dort, wo Liebe uns für die wahrhaft hlöhere Sache selbstlos/ opferbereit macht. Denn dort kommen nicht wir, sondern kommt Gott selbst mit uns an sein Ziel. Wie bei Jesus Christus im Osterzeugnis für den Weg des Lebens. Amen

 

Gottesdienst am 29.09.2013

Eröffnung:

Es wohnen zwei Brüder im Lande, Die hausen weit und breit; Sie haben viele Verwandte, Zahllose in dieser Zeit. Sie sind sich mehrenteils Feinde, Ein jeder will haben die Welt: Mitunter auch einmal Freunde, So lange die Welt noch hält. Sie reißen sie auf und nieder, Daß Hören und Sehn ihr vergeht; Sie schleppen sie hin und wieder, Weil keiner den andern versteht. Der Älteste schlendert im Rechten, So wie er das Rechte versteht; Der Jüngste schludert im Schlechten, Was er als das Rechte verdreht. Sie führen Reden unzählig, Und hören sich selber so gern; Sie sprechen sich selber gefällig, Doch ist in den Worten kein Kern. Das sind die feindlichen Brüder, Der Alte heißt Schlendrian; Und genialisch bellt wieder Der Kleine Schludrian. Der Alte bricht sich die Steine Vom Grunde der Mauer heraus; Zu flicken und stücken das Seine, So Schornstein als Speisehaus. Der Junge würfelt in Freude Die Steine mit wechselnder Hand; Er mauert sich sein Gebäude In lustigen, fliegenden Sand. Das sind die bauenden Leute, Die flicken und bauen die Welt; Sie flicken und bauen für heute, Auf morgen ist niemand gestellt. Es pfeift sein Lied so weiter Der muntre Schludrian; Voll Angst steht auf der Leiter Der alte Schlendrian. Es heißt, wenn ich nicht irre, Ihr Vater Schlechtrian; Der in der Zeiten Gewirre Das Rechte nicht finden kann. Er kann aus dem Schlamm sich nicht winden, Noch ändern seinen Sinn; Er kann das Ziel nicht finden, Und tappt im Dunkeln hin. Er hat es all’ vergessen, Und hält sich die Ohren zu; Die Söhne zanken vermessen, Und lassen ihm keine Ruh. Das sind die Brüder im Lande, Die schreien so weit und breit; Es lärmen all ihre Verwandte, Und machen den Geist der Zeit. Friedrich von Schlegel

Vieles von dieser Parabel auf die Unsitten jedweder Zeit scheint auch heute noch zu stimmen und zu gelten; scheint bis heute auch in den Fragen der Atomenergie zu den Malessen der Gegenwart geführt zu haben. Politiker kommen und gehen, aber diese mentalen Strolche halten sich hartnäckig und lassen sich nicht wirklich absetzen. Nur ein überlegener Geist, wie der Geist unseres Gottes wäre dazu in der Lage und so lasst uns einmal mehr, Gott um sein Kommen, seine Interventionen von höchster Stelle aus bitten und ersuchen. Auch dieser Gottesdienst soll dem dienen und auf dieser Basis stattfinden: im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Standpunkt:

Solange unsere Sicherheit kein Kind der Vernunft sein kann, muss sie eine Tochter des Schreckens sein. Churchill

Mit dem Mantra (Beschwörung) der sicheren Atomkraft hat man uns viele Jahrzehnte eingeschläfert und viele in einem falschen Gefühl von Sicherheit gewogen. Doch längst sind wir aus diesen Träumen erwacht und haben uns ein realistisches Bild gemacht. Selbst bis in die Spitzen der Politik ist das geschehen und dafür sind wir dankbar, auch wenn das Lehrgeld mit den bösen Havarien der Atommeiler in Tschernobyl und Fukushima immens hoch bis heute und auf Generationen hinaus bezahlt werden muss. Sicherheit ist in allen Belangen der Atomkraft von der Urangewinnung über die Betreibung und Erzeugung bis hin zur Entsorgung eine Lüge, eine bewusste politische Lüge. Der französische Schriftsteller Paul Valéry hat Politik einmal definiert als „die Kunst, die Leute davon abzuhalten sich in das einzumischen, was sie angeht.“ Genau diese Schwarzkunst waltete jahrzehntelang und hat uns bis heute dieses letztlich nahezu unlösbare Problem beschert: wohin mit den Ausscheidungen unseres atomar befriedigten Energiehungers?

Kein Nuklearunfall ist dagegen lokal begrenzbar und keine Reparatur vermag die Gefahren weiterer Unfälle zu kontrollieren. Tschernobyl und Fukushima sind bekanntlich keineswegs reparierte Fabriken. Ratlos ist und bleibt man auch mit jenen 126.000 Fässern Nuklearmüll, die in einem Bergwerk der niedersächsischen Asse lagern, in das Wasser eindringt. Jahrzehnte scheint hier die Öffentlichkeit schonend belogen worden zu sein. Allein, dass diese Lagerung dem Bergrecht und nicht dem Atomrecht unterstand, zeigt die Illusion von Sicherheit, die man von politisch verantwortlicher Seite ausstreute. Die Sicherheits-Lüge der Politiker hinsichtlich der Atomtechnik verengt den Spielraum künftiger Generationen und zwingt ihnen ein Erbe auf, von dem wir wissen, dass wir es nicht unschädlich zu halten vermögen.

So stehen wir hier über Jahre und Jahrzehnte zusammen und geben dem Aufschrei derer unsere Stimme, die allen leichtfertigen und wiederum nicht zu Ende gedachten Versuchen der schnellstmöglichen Entsorgung entgegentreten. Wissen, das man nichts weiß ist das beste. So tun als ob man etwas weiß, was man nicht weiß, ist eine Katastrophe. Ja, auch hier gilt: Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit. Wir sind dankbar dafür, dass immer noch keine Fakten in Konrad geschaffen wurden, wie viel Reue hätte es wohl heute schon wieder gegeben, wenn man es einfach blauäugig zugelassen hätte, dass schon vor Jahren die Einlagerung vor sich gegangen wären. Die Fliege, die nicht geklappt sein will, setzt sich am sichersten auf die Klappe selbst. So wollen wir weiterhin uns nicht mit den alten und neuen Totschlagargumenten, z.B.: die Sache sei doch längst entschieden…. erschlagen lassen und nicht klein beigeben. Wir machen nicht die Fliege, sondern nerven weiter, weil die Entscheidung für oder gegen Konrad und all die anderen Atomkloaken den Lebensnerv berührt. Es geht um Leben und Tod, um Sein oder Nichtsein in all diesen Fragen, darum verdienen sie nicht Lösungen nach Interessenlagen von Politik und Wirtschaft, sondern nach bestem Wissen und Gewissen. Nicht weniger ist hier zu verlangen und also nicht allein eine Verantwortung vor den Menschen, sondern vor dem lebendigen Gott einzunehmen.

Die Menschen haben Gott vergessen, und das ist der Grund für die Probleme der Gegenwart. Wir werden keine Lösungen finden ohne die Umkehr des Menschen zum Schöpfer aller Dinge. Alexander Issajewitsch Solschenizyn

So mündet unser Standpunkt ein in unser Glaubensbekenntnis an den Gott, der eben nicht allein unser Schöpfer, sondern vor allem der Erhalter unserer Welt ist und dem zur Ehre wir all unser Vertrauen auf ihn setzen, was den Erhalt unserer globalisierten Welt angeht. Gott sei immer wieder in unserer Schwachheit mächtig – ER, der David zum Sieg über Goliath verhilft: der Demut echten Gottvertrauens über die Arroganz der Macht. Amen

Gottesdienst am 24.03.2013

Begrüßung:

Kurzfristiges Denken hat langfristige Folgen.  Das gilt umso mehr, je weitreichender gewisse Spätfolgen auftreten, wenn man sich heute verplant/ daneben benimmt/ dem Murks von morgen Vorschub leistet. Und so stehen wir heute wieder hier, um nicht locker zu lassen und wenigstens die unbequemen Mahner zu sein, wo man immer noch meint, in Konrad und andernorts die strahlenden Gebinde für alle Zeit entsorgen zu können. Da erinnern wir daran, dass von Entsorgung im wörtlichen Sinne überhaupt keine Rede sein kann. Ganz im Gegenteil, wir werden den Atommüll nie loswerden, egal, wo wir ihn deponieren. So widerdenken und widersprechen wir hier den eilfälligen Beschwichtigungen und lassen Konrad das ungute Politikum bleiben. Die Stimme nicht erhoben zu haben, wollen wir uns nicht nachsagen lassen, wenn einmal mit der üblichen Verzögerung die Probleme auf den Tisch kommen, die man heute nicht sehen will. Der Mensch leidet an einer fatalen Spätzündung: Er begreift alles erst in der nächsten Generation. Lec

Und dieweil versuchen wir Vorschub zu leisten für das neue Denken, das möglichst dem Pakt mit dem Teufel in Sachen Atomenergie aus dem Wege geht. Auf die Füße kommt unsere Welt erst sicher, wenn sie sich beibringen lässt, dass ihr Heil nicht in neuen Maßnahmen, sondern in neuen Gesinnungen besteht. Albert Schweitzer

Heilsam zu denken und heilsam zu handeln, damit scheinen wir Menschen aber fast immer überfordert zu sein und so sehen wir uns in jedem Gottesdienst um nach dem, was uns zum Besten inspirieren/ dienen kann. Ganz wie es Psalm 121 besagt: ich/ wir hebe auf meine Augen zu den Bergen, woher kommt mir meine Hilfe. Meine/ unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. In seinem Namen/ Beisein, lasst uns jetzt unsere Fühler ausstrecken zu ihm, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen

Predigt:

Liebe Zuwiderdenkende und –handelnde Bürgerrechtsgemeinschaft für eine verantwortungsvolle Atom-Politik , liebe Glaubensgeschwister im Geiste an unserem Palmarums-Konrad-Gottesdienst,

wer die kommende Woche nicht wie eine Allerweltswoche verbringen will, sondern ihrer Kirchenjahresprägung als Karwoche nachkommt, der wird nicht umhinkommen, Jesus auch im Garten Gethsemane „einschneidend“ zu begegnen und dort, ganz besonders dort, seine Seelen- Passion anzutreffen. Oft gebannt von den äußeren Leidensaspekten, unterschätzen wir vielleicht diese Schmerzensseite im seelischen Bereich, wenn einem Menschen das ganze Elend dieser Welt durchs Herz geht und jemand die Tödlichkeit des Lebens über sich hinwegrollen lassen muß. Bei Jesus war das ganz bestimmt so, weil sich an ihm, dem königlichsten Menschen unter uns das ganze Unrecht dieser Welt demonstriert. Nie hätte jemand gerechtfertigter die Frage stellen können: warum ausgerechnet ich!? Nie sollte jemand unverdienter eines brutalen-gewaltsamen Todes sterben müssen.  Was ist das für eine Welt, die soviel Liebe, Güte und Wahrheit – kurz: soviel göttlich-gute Nähe nicht aushalten kann, sondern exekutiert? In Jesu Passion reißen unsere Abgründe auf: der Heilige Geist in ihm ruft sämtliche Ungeister auf den Plan. Und für dieses seelische Ringen, hin- und hergerissen zwischen Gott und der Welt, für seinen innersten Aufschrei gegen soviel Verblendung, die in dieser Welt herrscht wollte er Kronzeugen haben und bat seine engere Auswahl aus den Zwölfen, ihn tief hinein in den jahrtausendealten Ölbaumhain zu begleiten und mit ihm eine verschworene Gebets-Gemeinschaft zu bilden:

32 Und sie kamen zu einem Garten mit Namen Gethsemane. Und er sprach zu seinen Jüngern: Setzt euch hierher, bis ich gebetet habe. 33 Und er nahm mit sich Petrus und Jakobus und Johannes und fing an zu zittern und zu zagen 34 und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibet hier und wachet! 35 Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf die Erde und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge, 36 und sprach: Abba, mein Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst! 37 Und er kam und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Simon, schläfst du? Vermochtest du nicht, eine Stunde zu wachen? 38 Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. 39 Und er ging wieder hin und betete und sprach dieselben Worte 40 und kam zurück und fand sie abermals schlafend; denn ihre Augen waren voller Schlaf, und sie wußten nicht, was sie ihm antworten sollten. 41 Und er kam zum dritten Mal und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr weiter schlafen und ruhen? Es ist genug; die Stunde ist gekommen. Siehe, der Menschensohn wird überantwortet in die Hände der Sünder. 42 Steht auf, laßt uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe.

Wenn der Lebendigste des ganzen Menschengeschlechts in seiner Seele zu Tode betrübt ist, dann mag man ermessen, was er da innerlich verarbeiten/ wegstecken muß – was in seinem Herzen tobt. Welche Invasion des Grauens bedrängt den Sohn Gottes? Diese Welt treibt gerade ihren Besten ab und bestreitet auf diese Weise ihrem Schöpfer/ ERschaffer das Lebensrecht. Mehr kann man sich nicht gegen seine eigenen Grundlagen stellen und mehr nicht den Ast absägen auf dem man sitzt. Dieser Justizmord an Jesus ist gewissermaßen selbstmörderisch. Und Jesus, der das ganze Ausmaß dieser Tat vor seinen geistigen Augen hat, bekommt es nicht mit der Angst um sich selbst zu tun. Nein, das Opfer grämt sich hier um seine Täter, um die Tatgemeinschaft all derer, die sich in seiner Person tödlich am Leben vergreifen, die in seiner Hinrichtung sich selbst zu Grunde richten. So sehr er dies in seinem seelischen Kampf für sich selbst durchleiden muß, will er doch dafür Augen- und Ohrenzeugen haben, die das öffentlich machen, was uns nicht verborgen bleiben soll. 2-3 Zeugen beglaubigten damals eine Sache, die auf Leben und Tod ging. Und hier war es so. Keine Mahnwache also, sondern eine Zeugenwache bittet Jesus jene drei für alle anderen zu sein, um zu bekunden, wie alle äußerlichen Vernichtungsaktionen immer zuerst einen Angriff auf die Seele dieser Welt und ihrer Geschöpfe darstellen. In Jesus wird die Seele des Lebens tödlich bedroht und die Integrität unseres „Lebensraumes“ angegangen/ bestritten. Die Größe und Hoheit seiner Passion liegen darin, dass er hier für die ganze Welt in Existenzvertretung leidet. Denn bei ihm, dem lebendigen Gott laufen alle Fäden zusammen, die man hier gerade kappt, um Jesus aus der Lebensgemeinschaft auszuschließen. Nirgendwo ergeht darum der Appell/ Wunsch an uns so dringlich wie in diesem Moment, diese „Stunde/n“ mit Jesus nicht zu verpassen, mit ihm zu sein und hellwach/ aufmerksam bis ins Letzte zu bleiben, denn eben nicht nur Jesus, die ganze Welt läuft nun tödliche Gefahr… dem Abgrund entgegen. Mögen diese wenigen „Einlassungen“ uns hier und heute nicht nur Gethsemane erklärlich werden lassen, sondern uns auch den Bezug zu unserer eigenen Konrad-Situation hergestellt haben. Auch hier geht es für alle Aktivisten und Frühwarner zuerst um diesen Seelenweltschmerz, wenn/ wo uns bewusst wurde, wie an unseren Schmerzzone die ganze Schöpfung unter die Räuber zu fallen droht. Wie uns hochsymptomatisch, die Erde als unser tragender Grund mit Füßen getreten werden und mehr und mehr zu Todeszonen verkommen. Menschliches Vorgehen, das immer mehr davon produziert, kann per se nicht richtig sein, sondern ist lebenswidrig. Auch hier werden wir in Analogie zwischen der Passion Jesu und der unserer Schöpfung gerufen: bleibt hier (dran) und wachet mit mir = in meinem Geist. Stellt euch bewusst wie Zeugenwächter auf und dringt so tief ihr könnt in das todbringende Geschehen ein. Und werdet Zeugen dafür, wie ich als der lebendige Gott für die Bewahrung und, ja auch, die Erlösung dieser Welt in das ewige Leben hinein mit ganzer Seele und ganzer Hingabe (Blut und Schweiß) kämpfe. Nicht ihr sollt die Welt bewahren, sondern sollt sehen dürfen (das ist euer Privileg), wie sehr ich mich investiere. Das ist die Gethsemaneoffenbarung, die uns auch heute für alle Todesbedrohungen die Augen öffnen möchte für die Gefahren und Gottes Gegenwehr zum Wohl des Lebens. Und dafür dürfen/ sollen/ wollen wir hellwache Zeugen sein und möglichst nicht das tun, was unsere Urvorgänger in diesem Dienst getan haben, einzuschlafen/ wegzunicken/ herumzudösen. Obwohl wir genau das selbst schmerzlich oft genug erfahren, wie viele – schläfrig/ Schlafmützig wie sie nun mal sind – nichts mitkriegen/ wahrhaben wollen/ wahrnehmen. Fast schon obszön (unanständig), wie Jesu Jünger – die „Elite“ – hier andauernd versagen. Und umso wunderbarer, dass wir eben – Gott sei Dank – doch Jesu Kampf um seine Seele und um die Seele des Lebens kämpft. Und diesen Kampf kann man – das ist hier unser Anschauungsunterricht – nur gewinnen, wenn man – so schwer es auch fällt – Gottes Willen folgt. Mit Gott einig sein/ werden, darin bewahrt sich die Seele (der Lichtkern/ Leuchtfunke), der allem Lebendigen innewohnt. Dunkle Machenschaften, Verdunkelungen sind immer ein sicheres Zeichen für Entzweiungen mit Gott, für menschliche Alleingänge bis zur bitteren Neige. Auf dem Mars suchen wir nach Bakterien, auf der Erde rotten wir die Wale aus.  Dr. phil. Michael Richter // Der Fortschritt der Menschheit besteht in der Zunahme ihres problematischen Charakters. Egon Friedell

Und genau da haben wir uns hineinmanövriert, als wir begannen den Atomen Gewalt anzutun und die Welt zu entfesseln. Und jetzt wissen wir nicht mehr, wohin damit. Der Schöpfer setzte für uns zusammen, was wir in unserer Einbildung und Selbstmächtigkeit bis zum geht nicht mehr „auflösen“ und voneinander trennen. (Lieber Gott, nimm es hin, / dass ich was Besond’res bin. / Und gib ruhig einmal zu, / dass ich klüger bin als du. / Preise künftig meinen Namen, / denn sonst setzt es etwas. Amen. Gernhard)

Das römisch-außenpolitische divide et impera ist noch heute unsere erste geopolitische Machtstrategie, wo wir uns ständig in dieser Welt etwas herausnehmen, was uns gar nicht zugedacht ist. Der Herr der Welt weist uns aber nun unseren Standpunkt zu: zu bleiben (nicht zu weichen) und zu wachen (in Hab-acht-Stellung zu bleiben). Dazu gibt es keine Alternative und keine faulen Kompromisse. Wer dem Leben gut sein/ tun will, muss dorthin vordringen, wo es für das Leben bedrohlich wird. Dort will uns Gott als seine Zeugen haben, um alle einzuweihen und für Gottes Einsatz zu sensibilisieren. Klarheit über Gottes Willen zu gewinnen und diesen Weg dann auch durch das Feuer hindurch/ schmerzlich zu gehen, mögen sich dort für uns herauskristallisieren, wo uns Jesus Christus der beste Wegbereiter geworden ist. Die Nichtzusammenarbeit mit dem Schlechten gehört ebenso zu unseren Pflichten wie die Zusammenarbeit mit dem Guten. Mahatma Gandhi          Amen.

Gottesdienst am 23.09.2012

 Eröffnung:         

Die Freude am Herrn = der Gottesdienst ist unsere Stärke (Neh. 8, 10)! Das ist ein feiner Grundlagensatz für das, was wir jetzt vorhaben. Denn wir feiern diese Stunde jetzt nicht auf blauen Dunst, sondern im Hinblick auf das, was uns miteinander schon so viele Jahre bewegt und einfach nicht loslassen will. Unsere Stoßrichtung soll die ungelöste (vielleicht unlösbare) Konrad-, Atommüll- und Atomenergiefrage sein. Und wir breiten miteinander einmal mehr diese Angelegenheit vor Gott aus und lassen damit dieses Dilemma zu seiner, zur Chefsache werden. Und so wie wir Christen Gott kennen (dürfen), so wissen wir unsere Sache/n in seinen Händen gut aufgehoben und bearbeitet. Darum sei es gerne wiederholt: Die Freude an einem Gott, der helfen/retten/ Wandel in unserem Wandel schenken kann – all das, was in einem Gottesdienst zum Ausdruck kommen soll, ist unsere Kraftquelle und Energiespende. Darum auch die benediktinische Regel: nihil operi die praeponatur!

Schön, dass wir jetzt alle das gemeinsam mit unserem Dazukommen zur Geltung bringen und in Anliegen und Grundlegung des Gottesdienstes miteinander übereinstimmen: im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Andacht:

Liebe Aktivposten im Wächterdienst, als Konradeinwender und Kernkraftinfragesteller,

In unserer Welt sind wir dabei, gigantische Gräberfelder zu errichten in kilometerweiten Sperrzonen um Tschernobyl und Fukushima, in Betonhüllen, die wir auf Ewigkeiten hin und todsicherer bewachen müssen als mit Steinen verschlossene Gräber. Wir müssen mit all unseren Kräften den Tod bewachen. Dazu passt eigentlich nur ein Satz des Dramatikers Ionesco: „Wer sich an das Absurde gewöhnt hat, findet sich in unserer Zeit gut zurecht.“ Manchmal hat man seine Zweifel, ob es auf unserem Planeten wirklich intelligentes Leben gibt, bis man – Gott sei es gedankt – dann doch wieder Vernunft und Maß antreffen und begrüßen darf. Wie kommt es eigentlich dazu, dass wir Menschen uns mit un-schöner Regelmäßigkeit immer wieder in den Schlamassel hineinreiten und irgendwie aus dieser Nummer nicht herauskommen, uns selbst unsere schlimmsten Gegner zu sein?

Ein Zeitungskommentar kürzlich zum lebenskritischen Gebrauch der Pflanzenschutzgifte für maßlose Ernten stellte drei Worte in eine Reihe, die auch in unserem Zusammenhang immer wieder den Hintergrund erhellen: Gier – Achtlosigkeit und Hilflosigkeit. Wir Maßlosen lautet die Überschrift der zugespitzten Zeilen und endet in Trauer: das Leben? Nebensache.

Die Gier/ Unersättlichkeit/ unstillbare Begehrlichkeit – die Zweite der 7 klassischen Todsünden also als Ausgangspunkt für menschliche Unternehmertum auf allen Gebieten, die ihn am Ende vor die Wand fahren lässt. Mit voller Kraft in die Aussichts-, ja Hilflosigkeit. Wie Gandhi schon sagte: die Welt hat genug für jedermanns Grund-Bedürfnisse, aber nicht genug für jedermanns Gier. Und neben der Finanzwelt mit ihrer zur Schau gestellten und unverhohlenen Gier ist geil-Mentalität

Habgier ist die salonfähigste Todsünde, und dabei eine, die soeben fast die ganze Welt an die Wand gefahren hätte. Sie wird als Motor unseres Wirtschaftssystems verstanden. Wir haben die Habgier als Ansporn gefeiert, als Cleverness gerühmt, und plötzlich hat es „wrumms“ gemacht, quer durch alle Schichten. Bis zu 30 Billionen Dollar sind in der Finanzkrise an Aktienkapital zwischenzeitlich verbrannt worden, rund 60 Prozent des Aktienvermögens. Die Insolvenzen allein in Europa stiegen um 22 Prozent. Noch leicht benommen stehen wir da und fragen uns: Wie konnten wir diesem Dämon gegenüber, den die Alten „Mammon“ nannten, so blind sein?

sind es besonders die Energiemultis, die es in unbegrenzten Gewinnmaximierungsorgien dahin/dazu trieb, auch noch die riskanteste Energiegewinnung voranzutreiben – auf Teufel komm raus! Ihres Statusses bewusst, an der Quelle aller Ökonomie und allen Wohlstandes zu sitzen, haben sie noch immer die Politik zu Persilscheinen bewegen können. Und natürlich konnten sie nur handeln, weil letztlich ihre Mentalität auch längst schon die vorherrschende wurde, die ständiges Wachstum „fördern und fordern“ muß. Gier, die menschliche Maßlosigkeit schlechthin ist wie bei Raupe Nimmersatt ein Hunger und Durst, dem nichts in der Welt gewachsen ist. Und so kann auch nichts den Lauf der Welt an diesem Problempunkt schlechthin hemmen oder gar aufhalten. Wie schon bei König Midas oder dem Fischer und seiner Frau spitzen sich alle Entwicklungen, die aus Gier geboren sind tödlich zu und bereiten eben eine Todeswelt, wie am Anfang schon geschildert. Auch Jesus hat sich gegen diesen Götzendienst/ diese Selbstvergötzung aus Habgier massiv gestellt und mit ihm die nachfolgende Verkündigung. Das Gleichnis von der Rekordernte des Kornbauern und seiner nachfolgenden neureichen absoluten Selbstbezogenheit, sein Satz voller Sinnentzug gegenüber jedem Weltbesitz als Selbstzweck: was hilft es dir die ganze Welt in Besitz zu nehmen, wenn dabei deine Seele kaputt geht und viele weitere Wehe und Warnrufe, sich von der Habgier gar nicht erst anstecken/ korrumpieren zu lassen, sprechen hier eine klare Sprache und richten hinreichende Grenzmarken auf; vorausgesetzt: wer Ohren hat zu hören, der höre! Und seine Abgesandten standen ihrem Herrn darin nicht nach und brandmarkten die Habgier eben als Wurzel allen Übels, als Fetischdienst, als Ursache aller denkbaren Schieflagen = Ungerechtigkeiten dieser Welt. Wir Menschen könnten also gewarnt sein, doch die Obsession hat immer und immer wieder gesiegt, wo materielle Güter im Spiel waren und die Schwäche des Menschen, sich davor zu verwahren hinreichend gezeigt. Hier hilft kein Appell oder Selbstbeherrschung, sondern nur ein neuer Geist für größere Werte/ Reichtümer „bei Gott“!

Und das ist so, weil Gier letztlich nicht aus Stärke, sondern aus innerer Leere heraus den Menschen überkommt/ -mannt und suchtartig zu einer starken Position in der Welt verführen will. Doch, was aus Schwäche geboren wird, wird sich letztlich immer auch als Schwäche zeigen, sowie es der Kommentatorendreischritt bereits auszieht, wenn Gier über Achtlosigkeit zur Hilflosigkeit führt.

Und, was die Gier nach dieser „Lizenz zum Gelddrucken“ mithilfe der Atomkraft alles an Achtlosigkeit hervorgebracht hat, deren Beispiele sind Legion: Achtlosigkeit gegenüber den Menschen dieser Region, gegenüber dem Land, das uns ernährt, gegenüber vielen berechtigten Anfragen und Einwürfen, gegenüber den Nachfahren von morgen usw. ! Die Gier setzt sich als eine Zwanghaftigkeit über alles hinweg, was man als Werte des Lebens ihr entgegenbringen möchte. Gier hasst jede Form von Einschränkung und geht über Leichen. Nietzsche hat einmal den dramatischen innerpsychischen Wandel einer ausgewachsen-monströsen Gier so beschrieben: Man liebt zuletzt seine Begierde, und nicht das Begehrte.  M.aW. es geht der Habsucht am Ende bloß noch um das Prinzip mehr, und schon gar nicht mehr um irgendein vernünftiges Ziel. Alles um seiner selbst willen – wer sich so verkapselt hat ist keiner Argumentation mehr zugänglich, dessen Existenz hat sich vollkommen verselbstständigt. Deshalb liegt ja auch das Prinzip Gier jeder Krebszelle zugrunde, die sich schließlich tödlich gegen ihren Wirtskörper wendet, indem sie sich von dem Gesamtgefüge des Organismus verabschiedet hat. Achtlosigkeit gegenüber dem, der ihr überhaupt das Leben erst erlaubte: Mord und Selbstmord in einem – erweiterter Suizid. Und so erleben wir in der Vorgehensweise der Energieproduzenten aller Länder und derer, die ihnen auch noch Recht zubilligen wollen eine hanebüchene Verachtung für nachhaltige Schöpfungsbewahrung  und eherner Basics der generationsübergreifenden Lebensweitergabe. Achtlosigkeit aus Gier – mit Händen schmerzlich zu greifen, wenn sich auch die Gier selbst gerne tarnt und gerne Kreide frisst. Und das Ende vom Lied vom Tod: Hilflosigkeit! Eigentlich viel zu gelinde gesprochen für den Offenbarungseid am Ende aller Gierigkeiten – wenn die Blasen platzen, dann landet man eben im Pisspott. Ich sage nur Asse und Morsleben – weitere Übersetzungsarbeit für Hilflosigkeit kann ich mir sparen. Hilflos, heillos, planlos… ach, was sage ich, lassen wir Saint-Ex für all das sprechen, was zu diesem Holzweg der Gier auch dazugehört, die wesenhaft die Selbstapotheose des Menschen ist: Wenn Menschen gottlos werden, dann sind die Regierungen ratlos, Lügen grenzenlos, Schulden zahllos, Besprechungen ergebnislos; dann ist die Aufklärung hirnlos, sind Politiker charakterlos, Christen gebetslos, Kirchen kraftlos, Völker friedlos, Sitten zügellos, Mode schamlos, Verbrechen maßlos, Konferenzen endlos, Aussichten trostlos.          Und jeder der sich der Aussichtslosigkeit der Gier in den Dienst stellt, wird durch sie mit hineingezogen, sich am Ende als größte Dummheit zu erweisen. Noch nie wurde mit so viel Wissen so wenig gedacht wie im Zeitalter der Wissenschaft.

Der Grund für die Umweltverschmutzung ist der Mensch selbst: die Vergiftung seines Geistes, die Verwüstung seiner Seele. Phil Bosmans

Darum kann es keinen anderen Ausweg geben als hier und da Gott selbst zu bitten mit der Kraft seines Geistes von allen Ungeistern zu entbinden, die wir selbst gerufen haben und die wie beim Zauberlehrling unbeherrschbar für uns geworden sind. Herr, erbarme dich// Kyrie eleison. Zwar am Ende dieser Predigt, aber eigentlich immer das erste für den Exorzismus der Gier in den Köpfen und Herzen der Menschen dieser Welt. Herr, erbarme dich über uns! Amen

 

Andacht zu 25 Jahren Schacht-Konrad AG  in Bleckenstedt am 26.08.2012

 Eröffnung:

Man soll ja bekanntlich die Feste feiern wie sie anfallen. Und demgemäß nahmt ihr euch zum Anlass, den 25 jährigen Wächterdienst für unsere Region um Schacht Konrad zwischen Peine, Salzgitter, Wolfenbüttel und Braunschweig für ein ganzes Wochenende der Bedenkzeit zu nutzen – für Dankbarkeit, Vor und Rückschau und der widerständigen Selbstvergewisserung. Herzlichen Glückwunsch und größte Anerkennung unserer Schacht-Konrad AG, euch in der ersten Reihe bis hin zu allen Sympathisanten für all die Ausdauer und das Durchhaltevermögen, die Unnachgiebigkeit, das Ringen, Aufklären, das Verhandeln und Wachhalten…. – herzlichen Glückwunsch und herzlichen Dank. Wie gut dass du entstanden/ gegründet bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst…! Wahrlich, das soll uns ein Fest wert sein, obwohl es auch als Trauerspiel gesehen werden kann, dass man nach all diesen 2 ½ Jahrzehnten immer noch/ mehr denn je um eine akzeptable Lösung streiten muß/ der Durchbruch immer noch nicht geschafft wurde. Aber klein bei geben, das kam und das kommt für euch nicht in Frage – 25 Jahre und kein bisschen müde! Gut so! Und gut auch, dass wir hier vor Ort (wie sicherlich auch an all den anderen kritischen Plätzen in Gorleben, Morsleben und gerade jetzt in der Asse) uns als Kirche und in den Aktionsbündnissen/ Arbeitsgemeinschaften in gegenseitiger Ver-/Bestärkung erlebt haben und ihr auch für euer Jubiläumscamp Gott mit ins Lagerleben dieser Tage hineinholt. Das soll diese Andacht nun zum Ausdruck bringen, die wir jetzt im Namen des dreieinigen Gottes verantworten wollen: im Namen des Urhebers des Lebens, seiner hingebungsvollen Liebe, die den Namen Jesus Christus trägt und eines Geistes von Gott, der nicht müde wird, unsere Welt/ uns alle für wahrhaft heilige = heile und heilende Gedanken  Gottes zu öffnen. So lasse uns jetzt der lebendige Gott seine Gegenwart spüren, er, der auf jedem „Feld“ dieser Welt zu Hause ist/ nirgendwo fremd und fern.

 Andacht:

Liebe Konrad -Camper, werte Widerstandsnestler und willkommene Herz- und Vernunftbewahrer an diesem Jubiläumssonntag,

wenn es ein Wort gibt, das diese 25 Jahre (37 Jahre im Ganzen!) wahrscheinlich am besten charakterisiert und den entscheidenden Impuls der Gegenwart markiert, dann ist es sicherlich das Wort (vom) KÄMPFEN! Über all die Jahre brauchten alle Aktivposten bei unserem Anliegen einen kämpferischen Geist, mit dem man sich des Dickichts erwehrte, das die Idee von der Endlagerung im Allgemeinen und hier bei uns im Besonderen umgab. Mit einer Mentalität der Verharmlosung wollte die geballte Interessensliga in Konrad und Gorleben den Atommüll so schnell und geräuschlos wie möglich (Sofortvollzug per ordre du mufti) unter die Erde bringen frei nach der Devise: aus den Augen aus dem Sinn// wenn weg, dann weg. Und damit natürlich der Atomenergiegewinnung ein sauberes Gewissen machen/ ein Alibi schenken. Ich weiß noch gut, wie ich nach der Pfarramtsübernahme hier vor 16 Jahren in den Schacht einfuhr und die Doktrin mit bunten Schautafeln zu hören bekam: Konrad ist sicher und einen besseren Platz gibt es aufgrund des Lehmdeckgebirges nirgendwo. Also rein damit und causa finita. Aber, wer sich sachkundig machte, Nachfragen stellte und Einwendungen vorbrachte, wurde auf viele Ungereimtheiten und Sicherheitslücken, offene Fragen und Simplifizierungen aufmerksam und wurde – bei verantwortungsvollem Bürgerengagement – zum persönlichen Widerspruch, ja zur Bildung organisierter Gegenwehr gereizt. Man erkämpfte sich Beteiligung, Anhörung, Öffentlichkeit und schließlich auch juristischen Einspruch durch alle Instanzen, um alle Mittel auszuschöpfen, Politik und Energiekonzerne zu Verfahrens- und Zieländerungen zu bewegen. Was ist da nicht alles auf die Dauer dieser Jahre gekämpft und erkämpft („Himmel und Hölle“ in Bewegung gesetzt)worden? Respekt dafür auf der ganzen Linie für diesen Kampfeswillen. Natürlich tun wir uns in diesen irenischen Zeiten immer ein wenig schwer mit einem solchen plakativen Kampfslogan (vom Kampf/ Kämpfen), aber besonders der AG ist es gelungen sich im Ganzen einen Geist des Friedens zu bewahren – will sagen, nicht gegen Menschen zu kämpfen, sondern für die Sache (die Atomfrage insgesamt nach wirklich bestem Wissen und Gewissen anzugehen). Der Kampf galt nach meinem Empfinden immer mehr dem Für als dem Wider, auch, wenn das Nein oft genug um des Ja´s willen artikuliert werden musste. Ein wohltuender Geist der Fürsorge prägt euch – noch in den hitzigsten Phasen! Darum findet euer Kampf immer mittels des „besseren“ Arguments und nicht per Krawall statt: non vi sed verbo! Und dieser Kampf für die Zukunftsfähigkeit unserer Region und ihrer Menschen wurde von den Verantwortlichsten auch nie verbissen und mit prinzipiellen Ressentiments, sondern in der Sache nachdrücklich, in der Form aber kreativ, fröhlich, bunt und lebendig vorgetragen. So ward ihr KämpferInnen vor dem Herrn und vor einer defizitären Atomlobby in all den Jahren und habt es vor allem verstanden unsere Konradgemarkung mit den anderen Konfliktfeldern/ geografischen Hotspots des Landes in derselben Sache zu vernetzen. Wer war nicht alles schon bei uns aus deutschen Landen zu Gast und umgekehrt. Alle, die ich näher kennenlernen durfte von seiten der AG sind für mich als hochrespektierte und geschätzte Kämpferherzen, die einen langen Atem besitzen, der seinesgleichen sucht. Pfarrers Barett ab!!

Und so kann und will ich euch heute morgen nur Mut machen, den Weg fortzusetzen und keiner Entmutigung Raum zu geben – also eure Kampfeskraft stärken. Denn es gilt natürlich auch bei uns das Wort Bert Brechts: wer kämpft, kann verlieren, aber, wer nicht kämpft/ den Kampf aufgibt, hat schon verloren.  Als solche Ermutiger an eurer Seite haben wir uns von seiten der Konrad-Gottesdienste über die Jahre hinweg verstanden (herzliche Grüße und Segenswünsche auch von Albrecht Fay auf diesem Wege), euch gewissermaßen durch den Geist Gottes anzufeuern, der immer auch ein Geist der Langmut und Liebe zum Leben in extenso ist. Und auch wir Christen scheuen uns von der Bibel her nicht das recht verstandene Wort vom Kampf/ Kämpfen in den Mund zu nehmen und zum Bestandteil unserer Verkündigung zu machen. Unser christlicher Glaube soll ja ebenfalls die Kämpfernaturen in uns im Sinne des offenbaren Willens Gottes zugunsten der Liebe zum Leben (Ehrfurcht/Unantastbarkeit des Lebens) stärken. Der bekannteste dieser Rückstärker wurde für manchen zum Tauf- oder Konfirmationswort im Leben: 1.Tim 6,12 – Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen. Wir glauben, dass jeder gute Kampf niemals aussichtslos ist, weil der lebendige Gott gleichsam vom verlorenen Posten in Jesus Christus mit seinem scheinbaren Scheitern am Kreuz gezeigt hat, dass seine langfristige Siegermentalität größer ist als die der Mächtigen und Gewaltigen dieser Welt. So wird gesamtbiblisch den Davids gegen die Philisterhaften Goliaths dieser Welt das Sieger-Gen eingepflanzt. Es gibt die aufregende Beobachtung zu machen, dass Gott eigentlich immer von der Position des Schwächeren ausgegangen ist! Nur Mut: der Floh kann den Löwen mehr ärgern als andersherum. So ist Jesus Christus seit jeher der Schutz- und Schirmherr für die vermeintlich unterlegenen „Ohnmächtigen und Schwachen“ dieser Welt, wenn wir es nur zulassen, dass eben kraft des Glaubens Gottes Kraft (die universelle Gesamtkraft, die Lebenskraft schlechthin) in uns mächtig wird, wie es die heurige Jahreslosung von ihm sagt: meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.

Das Leben ist persönlich und gesellschaftlich in nicht unmaßgeblichen Bereichen eine Kampfzone für den besseren, gerechteren, friedlicheren, einträglicheren und liebevolleren Weg. Kampf immer begriffen als Anstrengung mit kühlem Kopf und heißen Herzen – niemals feindselig, sondern treuherzig – dem Leben aller zugute zu kommen. Kampf als Standhalten und Geduld bewahren. Kampf immer auch als Selbstüberwindung, weil wir nicht auf uns setzen.  Nicht damit wir gewinnen, sondern damit das Leben gewinnt soll gekämpft werden.

Die Welt ist so schön und wert, dass man um sie kämpft. Ernest Hemingway  (Die Liebe zum Leben ist das, was uns antreibt – dann ist der Kampf gut und recht und wahrlich niemals unser Kampf alleine, sondern Gottes ureigenste Mission zur Bewahrung seiner Schöpfung!)

Natürlich habt ihr als AG, haben wir zusammen im Laufe der Wechselfälle des Vierteljahrhunderts einiges einstecken müssen, manche Illusionen verloren, Niederlagen verschmerzen und kühne Erwartungen aufgeben müssen, aber alles in allem kann man doch zum gegenwärtigen Zeitpunkt sagen, es ist es wert gewesen. Und viele einst verlachte Vorschläge und Denk-Alternativen sind heute allgemeine Einsicht geworden, genauso wie Warnungen und Mahnungen in die Unsicherheit der Technik sich leider bewahrheiteten. Die Zeit hat in vielem den kompetenten Einwendern also recht gegeben und gezeigt, wieviel „Trefflichkeit“ bei gebildeter Intuition vorliegt, die das reine Expertentum zunächst überheblich von sich wies.

3 Schlussermutigungen in freier Kommentierung:

  • Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du. Mahatma Gandhi
  •  Solange wir leben, kämpfen wir; solange wir kämpfen, ist es ein Zeichen, dass wir nicht unterlegen sind und der gute Geist in uns wohnt. Und wenn dich der Tod nicht als Sieger antrifft, soll er dich (wenigstens) als Kämpfer finden. Augustinus
  •  Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt. Der andere packt sie kräftig an und handelt. (Dante Alighieri)

Gottesdienst am 01.04.2012

Eröffnung:

Am besten, liebe Durchhaltewillige in Sachen Konrad/ Atommüllentsorgung – am besten wäre es ja, wenn wir nicht nur Lichterketten bildeten, sondern selber (in Person) eine solche wären. Wenn wir also miteinander Licht an Licht seien, dass wir gleichsam einen hellen Sperrriegel um Konrad, Asse, Mors- und Gorleben bildeten – eine firewall gegen alle dunklen Machenschaften, die uns nur Unglück bringen. Anzufangen, rechtzeitig mit Falschen aufzuhören, das hat einmal jemand als die Intelligenzprüfung der Menschheit bezeichnet. Nun gut, dann wollen wir weiter darauf beharren, dass sich alle diesem Intelligenztest unterziehen müssen, die vorgeben, den Herausforderungen der Strahlenmaterie gewachsen zu sein. Und wollen wir weiterhin nicht unter das Verdikt eines Einsteinwortes fallen, sondern immer wieder hübsch im Wege stehen, solange nicht Vernunft walten will:  Die Welt wird nicht bedroht von Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.

Wie dankbar wollen wir für unsere Bleckenstedter Gemarkung sein, dass hier durch der Menschen Protest und Gottes Protektion noch nichts Böses zugelassen wurde, sondern bis heute alles noch abwendbar ist. Kein Grund für Resignation, aber viele gute Gründe, immer wieder Einspruch, aber auch die Stimme des Glaubens zu erheben. Die Rettung des Planeten ist kein Zuschauersport. Lester R. Brown

(25 Jahre Konrad Gottesdienste – eigentlich ein trauriges Jubiläum….)

So nehmen wir wahr, wie unser Glaube genau davon lebt, dass Gott und wir Menschen uns gegenseitig füreinander einsetzen oder anders gesagt, das Gott uns Worte schenkt, Beine macht und unsere Arme verlängert, damit wir in seinem Sinne die Schöpfung vor menschlicher Selbstüberschätzung und Zudringlichkeit bewahren – Schutzengel für seinen Planeten sind zu hauf nötig. Gott ist der Einzige, bei/ von dem wir uns getrost und gesegnet instrumentalisieren lassen können, damit unser Leben nicht aus dem Ruder läuft. Und dafür gibt er nun seinen guten Namen her, damit wir im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes mit ihm auf einer Linie sind/ Kurs halten. Amen

Predigt:

Liebe Frühwarner und Langzeitwidersacher gegen den Atommüll – Schluder, der Probleme niemals löst, sondern immer nur verschärft!

Lassen wir einmal diesen Satz in den Raum gestellt sein: Viele versuchen mit großer Energie zu beweisen, dass etwas nicht geht. Häufig würde ein Teil der Energie ausreichen, um das Problem zu lösen. Eine Energiewende als möglichst große Unabhängigkeit von fossiler oder atomarer wurde ja auch immer als unmöglich/ ungängig bezeichnet und nun ist sie gar von einer schwarz-gelben Regierung – O Wunder (politischen Mutes) – zur beschlossenen Sache gemacht worden. Und sämtliche Einwände dagegen aus all den Vorjahrzehnten sind zum Schweigen verurteilt. Offensichtlich gilt auch politisch: wo ein Wille, ist auch ein Weg. Und andersherum: wo dieser Wille fehlt, da prallen auch die besten Argumente ab. Aber es ist eben nicht nur eine Frage des politischen Willens, sondern auch eine der Denkmuster, denen Menschen, besonders Machtmenschen verhaftet sind. Denn auch das ist wohl wahr und belegbar, was uns der Genius einer Einstein übermittelt: Wir können die Probleme nicht mit den Denkmustern lösen, die zu ihnen geführt haben.

Das ist also wohl überall die gewisse Schicksalsfrage, wenn irgendwo ein Paradigmenwechsel ansteht – wer oder was ändert hier die alten Denkmuster und führt zu neuem Denken, ergo aus den Problemen heraus? Beim Blick in die Bibel kommt man v.a. zu einer Schlussfolgerung: es müsste eine heilsame Verunsicherung eintreten. In diesem Begriff prallen eigentlich zwei unterschiedliche Welten aufeinander: heilsam ist natürlich positiv besetzt, eine Verunsicherung in der Regel ganz und gar nicht. Also schauen wir uns an, was damit für ein (letztlich hilfreiches) Phänomen in unseren Gesichtskreis tritt. Denn man kann ja so verdammt sicher sein, dass man für keinen alternativen guten Gedanken mehr offen ist, das man sich so sehr festgelegt hat, das man für keine Korrekturen mehr offen ist. Und eine Lebenslektion kann man wohl für jeden Menschen erheben: unser aller Leben besteht aus ständigen Nachbesserungen, Anpassungen und Umwälzungen jeder Größenordnung. Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen – und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert. Albert Einstein

Gegen diesen kleinen oder großen Fundamentalismus im eigenen Bereich, gegen eine dogmatische Unbeweglichkeit (meine Meinung steht fest, verwirren sie mich nicht mit Fakten/ Argumenten & Es gibt immer zwei Meinungen: meine und die falsche) hilft meist nur eine Art Schock- und Konfrontationstherapie vom Schlage einer heilsamen Verunsicherung. Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung ändern kann, lautet ein schönes Bonmot, aber genau das ist ja für alle festgefahrenen Gedankengänge unseres Lebens das Kardinalproblem: wie komme ich zu einer anderen Denkrichtung und stecke nicht fest. Was reisst/ holt uns aus der Denkgewohnheit, – routine, -trägheit?

Diese mentale Unveränderlichkeit/ Alternativenresistenz ist in vielen Diskursen die Hauptschwierigkeit, weiter zu kommen und nebenbei eine Fundgrube für Totschlagargumente a la: so haben wir es immer schon gemacht/ gedacht – ich bleibe dabei – warum soll das heute anders sein – es stand doch schon immer fest…!

Immer nur über Änderungen im Denken kamen Menschen über festgefahrene Aporien hinaus. Und oft war es dabei leider so, das ganz andere Menschen herkommen mussten, die sich nicht im Bann eines Problems befanden: „Wir können die Probleme nicht mit den Denkmustern lösen, die zu ihnen geführt haben.“ (Albert Einstein) Und die Probleme werden nicht von den Leuten gelöst, die sie verursacht haben (oder ihrer Verursachung tatenlos zugeschaut haben)!

Rechtzeitig heilsam verunsichert zu werden ist im Grunde eine Gnade, wie eine Flut, die das auf Grund gelaufene = eingefahrene Schiff wieder auf die See hinaustreibt. Die Bibel ist voll von Beschreibungen, wie Gott die Menschheit genau so zu neuen Ufern bewegt hat. Gott zeigt rettende Auswege, wo wir Menschen immer nur Sackgassen sehen/ sahen und vor dem Aus stehen/ standen. Und die größte aller heilsamen Verunsicherungen bezieht sich auf den Tag, den wir alle in einer Woche feiern werden. Ostern als stärkstes Argument für den Glauben an die Unbesiegbarkeit des Lebens „im Zusammenhang mit Gott“! Gegen den Anschein einer todesverfallenen Welt, sollen wir unser ganzes Denken und Trachten auf Zukunft des Lebens abstellen. Und sollen wir jede Resignation, jeden Sarkasmus/ Zynismus mit unterschwelliger Nekrophilie entlarven. Ostern begegnet uns biblisch und genauso in der persönlichen Aneignung dieses größten Weltwunders als eine heilsame Verunsicherung, die jede Totsicherheit als letzten Stand unseres Unwissens, ja als pures Scheinwissen. Das bleibt die immerwährende Herausforderung, jede Todesverfallenheit in unserem Denken und Handeln herauszufinden und zugunsten einer absoluten Lebensbejahung zu überwinden. Und mir scheint sehr deutlich, welche große Relevanz der österliche Denkansatz auch für alle Fragen rund um die Kernenergie besäße: wie viel heilsame Verunsicherung benötigten wir auch hier, um niemals irgendeine ein-für-allemal-Entscheidung zu treffen, sondern immer nur so zu entscheiden, dass alle offen für die Zukunft bliebe: korrigierbar, reversibel. Im Licht von Ostern werden alle menschlich gesetzten Endgültigkeiten entlarvt als mangelnder Glaube an die Kraft/ Kräfte des Lebens. Endgültig ist allein Gottes Liebe, die so sehr an uns festhält, dass wir alle im Einzugsbereich dieser Liebe Zukunft ohne Ende haben.

Gott arbeitet also gerne mit heilsamen Irritationen, mit Verrücktheiten, die uns die Wahrheiten wieder zurecht rücken, wenn wir Menschen eben „verrückt“ spielten.

Und so freuen wir uns eben auch in unserem „Störfall“ Konrad darüber, wenn die weltweiten Entwicklungen dazu geführt haben sollten, die Entscheidungsträger in Sachen Kernenergienutzung heilsam zu verunsichern, zum Umdenken und Umlenken zu bringen. Ja, so soll es sein, dass sie sich eben nicht mehr sicher fühlen in ihren eigenen Prognosen, Statistiken, Grenzwerten, die sie immerwährend ihrem leitenden Interesse angepasst haben. Zu hoffen und vielleicht schon ein wenig zu konstatieren ist, dass Fukushima der hoffentlich letzt-nötige Schuss vor den Bug der gesammelten Atomlobby war, um beizudrehen und nicht länger mit voller Kraft voraus den Weg in den globalen Untergang fortzufahren.

„Daß einer anfängt aufzuhören, ist die letzte Intelligenzprüfung der Menschheit.“ Heinz Haber (1913-90), dt. Astrophysiker

Sind wir Gott auf das Höchste verbunden, das und damit wir sie auf Erden bestehen, denn erst dann könnten wir uns ja rühmen, intelligentes Leben zu sein. Gott möge uns kraft seines Geistes diese höhere Vernunft zuwachsen/ anwenden lassen, um die Kurve noch zu kriegen und nicht aus der Kurve zu fliegen. Amen

Gottesdienst am 25.09.2011

 Eröffnung:

Liebe Widerständler und Widerredner im Fall Konrad,

wieder nehmen wir uns eine Stunde Zeit in der Zeit um das Erntedankfest um in den vier Sprachformen des Betens, unser Wohl und Wehe vor Gott darin zur Sprache zu bringen: Lob und Dank, aber auch Klage und Bitte! Viele zerbrechen sich den Kopf darüber, wie man die Menschheit ändern könnte, aber kein Mensch denkt daran, sich selbst zu ändern, sagte einst Leo Tolstoi. Und schenkt uns den verkappten Hinweis, dass jeder echte Gottesdienst darauf zielt, dass ich mich derart recht bedenke, dass sich mein Herz, hernach auch mein Tun und Lassen verändern. Insofern richtet sich auch unser Protest/ Einspruch zum Vorhaben Atommüll nach Konrad nur zu einem Teil nach außen und mehr noch an uns selbst. Denn letztlich wird diese Gesamtfrage der Atomenergie nur gelöst werden, wenn sich unser aller Lebensgewohnheiten und Selbstverständnisse dahingehend ändern, all das in Zukunft überflüssig, unnötig, ja unmöglich zu machen.

Wir dürfen uns freilich nicht einbinden lassen in einen Teufelskreis von selbstgeschaffenen Sachzwängen, deren Eigendynamik uns die Freiheit nimmt, die wir prinzipiell haben. Im Augenblick stecken wir in einem solchen Teufelskreis, der sehr an das Ende des Kalten Krieges erinnert. Damals saß man sich in Abrüstungskommissionen gegenüber und fragte sich, wie steigen wir aus diesem schwachsinnigen Rüstungswettlauf aus? Wir sind jetzt wieder in dieser Situation.

Wollen wir, dass die da oben den Absprung schaffen, dann müssen wir die berühmte Kampagne starten: „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern.“ Sehr bedacht leben und nicht mehr, ohne Rücksicht auf Verluste in Bezug auf Energieverbrauch und Müllproduktion. Herr, verändere die Welt und fange bei mir an. Das ist unser gottesdienstlicher Impetus, wenn wir einmal mehr unsere Anliegen und Nöte, aber auch Dank und Freude gemeinsam Gott zutragen und nun im Namen des Vaters, des Sohnes uns seinem heilig-guten Geist aussetzen. Amen

 Andacht:

Wo, liebe Lösungssucher für Konrad!  kommen wir eigentlich hin, wenn wir grenzenlos alles machen, was wir können/ leben auf Teufel komm raus/und der Nimmersatt homo ökonomicus sein Ding durchzieht. Da, wo wir bereits angekommen sind: in einer Welt, wo die Abgründe immer näher rücken. Vielleicht war das alte Weltbild mit der Erde als Scheibe, diesbezüglich (natürlich nicht geologisch) ein gewisses Wahrbild, weil es ja suggerrierte: wenn man zu weit „geht“, kann man herunterfallen und abstürzen! Längst sind wir absturzgefährdet, weil wir die Welt mit unseren zu hohen Ansprüchen überfordern. Hans-Peter Dürr, den ich schon in der Begrüßung zitiert habe, dazu ganz plastisch: Das Biosystem ist nicht mit einem Granitkegel vergleichbar, auf dessen Spitze als Krone der Schöpfung der Mensch tanzt. Sie müssen sich das Biosystem mehr wie ein Kartenhaus vorstellen. Es ist ein bißchen besser als ein Kartenhaus, denn im Biosystem wird jede Karte durch Kraft und Gegenkraft immer wieder neu justiert, damit der ganze Bau in der Balance bleibt. Aber jetzt wir da oben: Wieviel dürfen wir dort herumturnen, bis das Ganze zusammenbricht, zumal wenn wir unten dauernd Karten herausziehen und uns sagen: Wozu brauchen wir die eigentlich? Die Nachhaltigkeit wird dadurch am meisten verletzt, daß der Mensch sich noch immer als Herrn der Schöpfung betrachtet und sich mit dem alten Bild des großen Manipulators identifiziert. Wir glauben immer noch, daß die Umwelt nur dazu da sei, um aus ihr Ressourcen herauszuschlagen und Müll in sie hineinzukippen. … Die einschneidendste Begrenzung liegt wohl im gesamten Energieumsatz des Menschen: Wie stark können wir auf diesem Kartenhaus rumhampeln, bis es zusammenbricht? Auch ganz anständige und liebe Menschen hampeln auf ihm herum. Ich stelle also die Frage: Wieviel Mensch erträgt denn dieses Biosystem? Die Frage ist akut. Etliche Leute sagen: Die jetzt schon 6 Milliarden sind für unsere endliche Erde schon fast zuviel. Ja, an diesem Argument ist etwas Richtiges dran. Und dann schauen sie besorgt nach Süden. Aber es kommt nicht nur auf die 6 Milliarden Menschen an. Es kommt auch darauf an, was diese Menschen machen. Wir haben im Augenblick weltweit einen Energieumsatz von 13 Terawatt. Das ist das Leistungsäquivalent von 130 Milliarden Energiesklaven. Die Bevölkerung von 6 Milliarden Menschen beschäftigt 22mal mehr Quasi-Menschen im Hintergrund. Ein Energiesklave in meiner Rechnung entspricht etwa einer Viertel Pferdestärke oder bei einem 12stündigen Arbeitstag einer durchschnittlichen Leistung von 100 Watt. Das ist ein ziemliches Monstrum an Mannstück. Und von ihm haben wir 130 Milliarden Exemplare, die alle mit herumhampeln. Das ist das wirkliche Problem.    Wie Bankräuber investieren wir in immer bessere Schweißgeräte, mit denen wir einen Naturtresor nach dem andern ausrauben und meinen: Das ist Wertschöpfung.

So geht es nicht weiter, das muß ein Ende haben. Aber ohne den Willen zur Selbstbegrenzung und Selbstbeschränkung als Voraussetzung für nachhaltiges Leben, mit dem wir Menschen lernen nicht länger der Biosphäre auf der Tasche liegen, wird es nicht gehen. Darum geht es im Hintergrund, vor dessen Vordergrund um Energiewende und Müllversorgung gestritten wird. Wir sind so weit, die Welt vor uns selbst retten zu müssen und zu begreifen, dass von uns Menschen das größte Gefahrenpotential für diesen Globus ausgeht. Wir brauchen einen Ausstieg größeren Maßes als nur aus diesem oder jenem Teilproblem. Doch wie kann der, der das Problem ist zur Lösung beitragen? Können wir uns so weit von unseren Fehlhaltungen distanzieren, dass wir nicht länger der Welt größter Schädling sind? Was für eine Bekehrung tut hier not?

Der Schritt zur Humilitas, dem lat. Wort für Demut/ Selbstbescheidung. Hin zu einer Selbstwahrnehmung als einen Erdling, der zwar mehr Bewusstsein als jeder andere besitzt, darüber hinaus aber nichts und niemand prinzipiell überlegen ist. Menschen sind wir, von Erde gemacht, die wieder zur Erde werden muß – aus Staub gebaut. Dieser Humus, der uns bildet, liegt der Einstellung der Humilitas zugrunde. Wir überheben uns nicht über unsere Erdgebundenheit/ -beschaffenheit! Für die Römer beschrieb humilitas „die auf der Erde stehenden“, die „tief stehenden“. Sie stellten dies noch mit einem Manko fest und gaben diese noch einer gewissen Verachtung preis. Hochstehend zu sein war ihr Ideal. Wir aber kommen nicht umhin ganz grundsätzlich uns dem christlichen Demutsideal wieder anzuschließen, das ja leider auch in Teilen der Kirchengeschichte verraten wurde, als Kirche die Größe des Menschen nicht mehr im Sinne Jesu verstand: der Größte ist der, der sich allen in Dienst stellen / für jeden da sein kann! Krisenzeiten erforderten noch zu allen Zeiten einen Paradigmenwechsel und nichts geringeres steht uns global bevor, wenn wir zum Überleben der Schöpfung beitragen wollen:

Wir müssen die menschliche Gesellschaft wieder in ein dynamisches Gleichgewicht mit dem Biosystem bringen. Das Paradigma der Wirtschaft steht im Widerspruch zum Paradigma des Lebendigen. Das Paradigma des Lebendigen verlangt eine Teilnahme aller an einem Plussummenspiel, in dem gemeinsam erprobt wird, was sich langfristig bewährt. Das wirtschaftliche Paradigma bedeutet dagegen Beschränkung der Spieler auf einige wenige und wesentliche Ausschaltung der anderen (die 20:80-Gesellschaft).

Wem das zu groß und grundsätzlich vorkommt, dem kann man das andere Menschsein im Zeichen der humiltas vielleicht so näher bringen, wie es Schweitzer mit seiner wundervollen Demutsumschreibung tat: Demut ist die Fähigkeit, auch zu den kleinsten Dingen des Lebens empor zu sehen. Der Stolz der Menschen schaut auf die Welt herab und macht mit ihr, was er will; Demut schaut auf zu der Welt der Wunder und will ihr um alles in der Welt so wenig wie möglich zur Last fallen und nicht schaden. Demut bewundert das Leben, Stolz bewundert nur sich selbst. Nicht zahlenmäßig, aber qualitativ stark weist uns auch Gottes Stimme immer wieder darauf hin, dass diese humilitas die grundlegenste  Schlüsselkompetenz/ soft skill für rechtes Leben sei. Um nur einmal zwei Stimmproben anklingen zu lassen:

Mi 6,8 Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.

1.Petr 5,5 Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

Demut – ein wahres Charisma, dass Gott ins uns durch seinen Geist erweckt; viel mehr als eine höflichkeitsnahe Umgangsform – nein, eine unabdingbare Grundhaltung gegenüber Gott und seinen Geschöpfen. Und dort, wo der christliche Glaube sich selbst richtig versteht, wird er uns allemal diese „liebende Unterordnung“ lieb machen. Gerade auch mit einem solchen Fest wie Erntedank, dass uns jedes Jahr unsere Einbezogenheit in den Segen Gottes zu Gemüte führt. Der vermeintliche Macher Mensch bekommt hier Nachhilfe in Sachen Leben als Geschenk zu begreifen. Demut und Dankbarkeit sind Zwillinge!

  • Es gehört zur Schule der Demut, dass wir unsere Zeit nicht in eigene Regie nehmen, sondern sie von Gott füllen lassen. Dietr Bonhoeffer
  • Demut ist der Grundstein alles Guten, und Gott bauet auf keinen andern. Matthias Claudius

Das ist also „alternativlos“ die Heilbehandlung des Menschen, bes. des derzeit tonangebenden westlich zivilisierten Menschen in den kapitalistischen Gesellschaften. Mögen gerade wir uns bei Gott in Behandlung begeben, denn auch für diese Fehlbildung gibt es keinen besseren Arzt als unseren Herrn und Gott, der mit seinem Sohn auch darin uns der Weg, die Wahrheit und das Leben geworden ist: 28 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. 29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Matth. 11

Jesu ganzes Dasein ist die Übersetzung der Macht in Demut. Romano Guardini

Und diese HerzensKurskorrektur hat dann auch ganz konkret Auswirkungen und Nachwirkungen für die ganz konkreten Lösungsfindungen für die ungelösten Probleme unserer Zeit einschließlich der Konrad-, Asse und Gorlebenfragen. Eine wunderschöne Andeutung geben uns diese Sätze eines christlichen Managers unserer Tage: Die Arche Noah wurde von Amateuren gebaut, die Titanic von Experten. Die Arche Noah sicherte das Überleben der Menschheit, die Titanic ging unter. Gott hat nie etwas mit Experten am Hut gehabt, sondern nur mit den Demütigen. Siegfried Buchholz

Unter den Bedingungen der Demut wird nicht die kühle Intelligenz, sondern die Weisheit den Ton angeben;

„Seit je hat Aufklärung im umfassendsten Sinn fortschreitenden Denkens das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als Herren einzusetzen. Aber die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils.“ Adorno

Dann findet der homo sapiens wieder den Weg ans Tageslicht und zeigt sein besseres Ich. Dann lässt er auch seine Vernunft erleuchten von der Frage maximaler Schonung und nicht länger von der Frage maximaler Ausbeute. «Bemerke, wie die Tiere das Gras abrupfen. So groß ihre Mäuler auch sein mögen, sie tun der Pflanze selbst nie etwas zuleide, entwurzeln sie niemals. So handle auch der starke Mensch gegen alles, was Natur heißt, sein eigenes Geschlecht voran. Er verstehe die Kunst: vom Leben zu nehmen, ohne ihm zu schaden.» Morgenstern     Amen.

Gottesdienst am 17.04.2011

Eröffnung:

Liebe MahnwächterInnen für die Integrität unserer Region,

seit 25 Jahren gibt es die Gottesdienste am Schacht (erstmals 1987) – ein glückliches oder ein trauriges Jubiläum? Je nachdem. Aber immerhin, noch wurde nicht eingelagert und ständig wird der Beginn verschoben (jetzt soll es 2019! Sein) – von uns aus kann es gerne so weitergehen. Schön wäre es, wenn die Betreiber im engeren und weitesten Sinne, sich mit Konrad verzettelten und nicht zum Ende kämen? 25 Jahre und schon davor ein ständiges Wachen, Diskutieren, Artikulieren und demonstrieren gegen eine unerträgliche Eilfertigkeit im Umgang mit dem brisantestem menschengemachten Müll. Und solange Konrad nicht gestorben ist, werden wir hier weiter stehen; einstehen für unser ohnmächtiges, aber nicht wirkungsloses Veto: Schluss mit dem Stuss!

Wir werden nicht resignieren und klein beigeben und so wollen wir uns beglückwünschen, dass hier in unserer Region immer noch keine Fakten geschaffen wurden. Noch ist alles möglich, noch ist nichts verloren. Aber wir stellen eben nicht nur die Endlagerung massiv in Frage, sondern die ganze „friedliche“ (wirtschaftliche) Kernenergienutzung insgesamt. Hätten wir damit (mit der Kernenergie) nie anfangen sollen angesichts der vielen Unwägbarkeiten und Unlösbarkeiten einer wirklich sicheren und angemessenen Entsorgung der Abfallprodukte und der skandalösen Realitäten im Zusammenhang mit der Urangewinnung, dem menschlichen und ökologischen Flurschaden anbei? BfS-Präsident König: Ja!! Der ehemalige Forschungsminister Hans Matthöfer: Ja!! Beide in Panorama vor gut 1 ½ Jahren!

Der Satz: Wenn du von einem Problem weißt und nichts zur Lösung beiträgst, bist du selbst ein Teil des Problems, weist uns unseren Platz hier und heute und überall dort zu, wo es gelte das Einlenken und Umdenken zu befördern und die letzten Stoppzeichen vor dem Crash/Gau nicht zu übersehen. So treten wir inständig vor Gott und bitten um seine höhere Macht, bitten im Namen der Liebe zum Leben, für die Gott steht, um Einsicht und Abwendung. Wir bitten für dieses Stück Erde und alle kontaminierten und kontaminierungsgefährdeten Areale dieser Welt um Wende im Denken und Handeln. Im Namen dessen, der allein wahrer Eigentümer dieser Erde ist, im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes sei unser Reden und Hören nun von ihm inspiriert und auf ihn hin gerichtet. Amen

Ansprache:

Liebe Langzeiteinwender und Politikverbesserer und GAUfrühwarner, geschätzte Konradgemeinde!

Wahnsinn, in welchen Wendezeiten wir uns befinden! Tschernobyl hat wohl eine entsetzliche „Dublette“ und zumindest hierzulande scheint das MeneTekel angekommen zu sein. Nichts wie raus aus der Kernenergie – so sagen doch mit einemmale „fast“ alle. Und, wer es schon früher so sagte und dachte, der hat plötzlich politische Wettbewerbsvorteile (siehe Wahlen & McAllister bei den Christdemokraten). Niemand kann mehr bei den Wählern Rückhalt ernten, wenn er nicht an diesem Punkt die Sorgen und Ängste, die jahrzehntelang in den Wind geschlagen worden sind, ernst nimmt. Wie das weltweit (in den Schwellenländern oder den Industrieländern mit unterentwickelten Ökobewusstsein) aussieht, ist allerdings eine ganz andere Frage, wenn man auf die globalen Standorte der rund 440 AKW´s und auf die ehrgeizigen Bauprojekte für die Zukunft allenthalben und um uns herum schaut. Niemand kann sich vor den radiotoxischen Gefahren lokal abschotten. Und darum stehen wir weiterhin unter einem Verhängnis der Selbstbedrohung auch nach einem deutschen Ausstieg, der nun hoffentlich endgültig beschlossene Sache werden wird.

Ich sehe was, was du nicht siehst – das ist mehr als ein Kinderspiel. Das ist leider seit Jahren unsere traurige Realität, wenn wir die bleibenden Risiken der Kernspaltung und ihrer Energieausbeutung ernst genommen haben und darauf hinwiesen, wie man hier Vabanque spielt; in den Worten von H.P. Dürr „russisches Roulette“ mit dem Leben dieser und der folgenden Generationen, die unsere Torheiten auszubaden hätten, weil wir ihr Leben mit einer gewaltigen Hypothek belasteten. So haben und hatten wir seit Jahren und Jahrzehnten etwas im Auge, was die „andere Seite“ überhaupt nicht so sehen wollte und darum auch immer wieder darüber hinweg gegangen ist. Wir sehen und sahen voraus, dass dieses Spiel mit dem Feuer ganz und gar nicht gut (aus)gehen kann und haben vorsorglich, um Hilfe/ Abhilfe gerufen. Und es gefällt uns überhaupt nicht, dass uns Fukushima so bald in unseren bösen Vorahnungen bestätigt hat. Wir sehen/ sahen was, was ihr nicht seht/ sehen wolltet – so lautete unser Trauerspiel zur Atomkraft seit geraumer Zeit und ließ uns immer wieder an unsere Grenzen gelangen. Was will man da machen, wenn die anderen ihr Auge ständig zudrücken und weitermachen als gäbe es kein Morgen. Erst jetzt im Nachhinein wurden ach so vielen die Augen geöffnet und zur Sinnesänderung bewogen, weil sie nun einsehen, dass es so nicht mehr geht: Augen zu und durch.

Diese Kurzbeschreibung unserer Protestaporie in all den Jahren (Wo das Auge nicht sehen will, helfen weder Licht noch Brill) hat uns auf die Beispielerzählung Jesu vom Barmherzigen Samariter gebracht, die ja neben dem Vorbild des Hilfestellers aus Israels Mitte (der Sehende, der nicht nur Augen im Kopf, sondern vor allem im Herzen besaß) vor allem auch die beiden Hilfsverweigerer zeigt. Unter diesen Blinden war der Samariter König! Hier sahen einmal zwei Augen viel mehr als vier und bewahrten ein Leben vor dem Sterben (und wer ein Leben rettet, rettet nach dem Talmud immer eine ganze Welt). Was ist das Schwerste von allem? Was dir das Leichteste dünket:  Mit den Augen zu sehn, was vor den Augen dir lieget. Goethe    Das heißt, die Paradegeschichte Jesu zur Nächstenliebe/ zur Lebensrettung allüberall ist vor allem eine der richtigen Sichtweise. Die Augen sind die Fenster der Seele. Hildegard von Bingen  &  Wenn die Seele nicht schön ist, kann sie das Schöne nicht sehen. Plotin Unsere Augen und unsere damit verbundene Blickrichtung lassen wohl auf unsere Seele schließen, wie auch Saint-Exupery zu sagen weiß: man sieht nur mit dem Herzen gut! Von daher kommt unsere gute, liebevolle Beobachtungsgabe und die dementsprechende folgerichtige Handlungsweise. Denn sonst passiert´s eben: Wo die Augen keinen Halt machen, gehen auch die Füße vorbei. >>> Wieviel Blindheit herrscht auf Erden und macht erst das Elend „uferlos“! Jesus aber öffnet uns Blinden mit seinen weitsichtigen Worten voller Gottes Sehkraft die Augen: der Herr macht die Blinden sehend. Psalm 146,8.

Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halbtot liegen. 31 Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber. 32 Desgleichen auch ein Levit: als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber. 33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn; 34 und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. 35 Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir’s bezahlen, wenn ich wiederkomme. 36 Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war? 37 Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen! Lukas 10

Auch hier genau dasselbe: ich sehe was, was ihr nicht seht. Ein wahrer Nächster zieht aus seinem Sehen die richtigen Schlussfolgerungen und sieht zu, wie er dem das Leben rettet, der am Ende ist. Erst, wenn es zu folgenreichen Einsichten kommt, ist unser Sehen zum Zuge gekommen, sonst sehen wir bloß drüber hinweg und laufen „sehenden Auges“ ins eigene und fremde Verderben! Die Tat des Samariters erscheint uns wie eine Heldentat, dabei ist sie das normalste von der Welt: eine Not, die ich erkenne, muss ich lindern! Sie wirkt nur deshalb so außerordentlich, weil davor dieser Verrat an den einfachsten Grundsätzen der Menschlichkeit geschah. Und so ist es immer wieder in dieser Welt, wo Bedrohungen gesehen und darauf reagiert werden – völlig normal erscheint sie denen, die dann handeln müssen; und völlig unverständlich die Haltung, als sei nichts geschehen und als könne man seinen Weg unbeirrt fortsetzen. Wie dumm – zu blöd! Irren ist menschlich, doch im Irrtum zu verharren ist ein Zeichen von Dummheit. Cicero In diesem altehrwürdigen Satz steckt die ganze Tragödie der Kernkraft bis zu dieser Stunde, obwohl es doch jeder hätte sehen/wissen müssen. Die entfesselten Kernteilchen sind nicht beherrschbar Weges des Faktors Mensch, des Faktors Natur und der Unvorhersagbarkeit des Lebens überdies. Das überfallene und ausgeplünderte Wesen in Jesu Bild ist für uns die Natur, die unter die Räuber gefallen ist und der man schon ach so lang im Namen des Fortschritts Zwang angetan hat. Und der tödlichste Hieb droht ihr von Seiten der Kernspaltung in welcher Nutzung auch immer. Wir nehmen sie aus und lassen sie dann links liegen – buchstäblich liegen und schon gibt es genug no go areas auf dieser Welt, wo für lange Zeit der Tod zu Hause ist. Wer nimmt sich der geschundenen Welt an, wenn die eigentlichen Experten und Prädestinierten nicht mehr sehen können, was sie doch sehen sollten? Welche Argumente hätte man wohl von Priester und Levit hören können, wenn sie denn zur Rede gestellt worden wären? Wir hatten es eilig, so schlimm sah es doch gar nicht aus, da war eh nicht mehr zu helfen….? Große Fehler haben große Ausreden. Die Geschichte der Kernkraft ist reich an Verlautbarungen, die auch nichts wissen wollen von einer Pflegeverantwortung für das Stück Welt, dass in Gefahr schwebt. Ich sehe da keine Probleme, also gibt es sie nicht! Jeder Irrtum hat drei Stufen: Auf der ersten wird er ins Leben gerufen/ auf der zweiten will man ihn nicht eingestehen, auf der dritten macht nichts ihn ungeschehen – dichtete Franz Grillparzer als spräche er von unserem Dilemma. Und im Grunde wohnt diesen Sätzen schon inne, was immer und immer wieder vor dem Fall kommt: Der größte Fehler ist die Unfehlbarkeitsanmaßung. Anselm Vogt & Die meisten Fehler macht man, wenn man beweisen will, wie gut man ist. Prof. Dr. Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger, (*1939), deutscher Chemiker

Der vermaledeite Stolz des Menschen, der von sich selbst berauscht ist und von seinen Grenzen nichts wissen will, bis er vor die Wand fährt, sich und das Leben zu Schrott. Nichts neues unter der Sonne, die ewig gleiche Geschichte in ständig neuem Gewand. Hier sind Menschen lernresistend!

Der gute Mensch aus Samaria nimmt sich dieses menschlichen Elends an, beugt sich notlindernd tief herunter und lässt sich die Rettung etwas kosten. Und auch wir werden nicht so weiter machen können wie bisher – einfach so abschalten ist nicht. Die Energiewende ist ohne Wende der Denk- und Lebensgewohnheiten nicht zu haben. Was lassen wir „springen“, um die Welt in Nöten zu retten? Du musst dich hinabbeugen zu den Dingen; zu hochgewachsen bist du für die Schöpfung, Menschenaffe, provozierte einst Peter Handke ein Mehr an letzter Konsequenz in Sachen eigener Veränderung/ Buße. Die vielbeschworene Brückentechnologie (welch ein Beschwichtigungswort!) Kernkraft hat ihr wahres Gesicht gezeigt und muss dringend ab-/ ins Aus gestellt werden. Möge Deutschland endlich konsequent werden und sich von hiesigen falschen Vorstellungen verabschieden, um mit gutem Beispiel der Welt eine Machbarkeitsstudie zu liefern, wie es gehen könnte. Mögen unsere Mitbürger und wir das mittragen, auch, wenn es eben auch nicht umsonst ist. Über diese Brücke wollen wir jedenfalls alle nicht mehr in (die) Zukunft gehen. Sie gehört samt und sonders sorgsam entsorgt, wie es uns das Schlusswort nahe legt: Es gibt Brücken, die sich auflösen. Sie vermodern, bis sie unbrauchbar sind. Und es gibt Brücken, die muss man verbrennen,  weil man sonst über sie zurückgehen würde in die Unreife, aus der sie geführt haben. Weil man sie geliebt hat und vielleicht noch liebt, muss man sie verbrennen. Mit diesem Dienst wollen wir den heute, besonders aber den morgen Lebenden wahre Nächste in Jesu Sinne sein, einen Irrweg beenden und die Barmherzigkeit an dieser Welt tun, die so sehr unter uns leidet, dass wir ihr schon beinahe eine Dornenkrone der Schöpfung geworden sind. Amen

Gründe  Weil das alles nicht hilft Sie tun ja doch was sie wollen // Weil ich mir nicht nochmals die Finger verbrennen will//  Weil man nur lachen wird; Auf dich haben sie gewartet//  Und warum immer ich? Keiner wird es mir danken//  Weil da niemand mehr durchsieht sondern höchstens noch mehr kaputt geht// Weil jedes Schlechte vielleicht auch sein Gutes hat //Weil es Sache des Standpunktes ist und überhaupt wem soll man glauben?// Weil auch bei den anderen nur mit Wasser gekocht wird// Weil ich das lieber Berufeneren überlasse// Weil man nie weiss wie einem das schaden kann// Weil sich die Mühe nicht lohnt weil sie alle das gar nicht wert sind // Das sind Todesursachen zu schreiben auf unsere Gräber die nicht mehr gegraben werden wenn das die Ursachen sind. Erich Fried

Gottesdienst am 26.09.2010

Eröffnung:

Liebe Annahmeverweigerer für all den Gedanken-Müll, der Konrad &Co. erdacht hat und ebenso für den Atom-Müll, der nach Konrad unterwegs sein soll,

geht das an, was angehen soll? Nein, wir finden das unannehmbar und unmöglich und zeigen uns unnachgiebig, solange Politiker aller Couleur sich ihrer hohen Verantwortung absolut nicht gewachsen zeigen und den Informierten immer neue gute Gründe liefern, warum man ihnen in dieser Sache nicht vertrauen kann. So stellen auch wir uns auf die Straße, stellen uns quer und legen unseren Einspruch gegen Unvernunft und Profitgier vor Gott und den Menschen ein! Wir stehen ein für diese Gegendarstellung, der Krückentechnologie Atomkraft endgültig bei uns den Todesstoß zu versetzen und dann nach bestem Wissen und empfindlichstem Gewissen das definitive Müllquantum zukunftsgerecht einzulagern auf die Hoffnung späterer Dekontaminierung hin. Unsere Protestform ist das offene Wort in Gottes und der Menschen Ohr hinein, damit der Geist der Wahrheit und des Lebens wehe und seine höchste Form von Besonnenheit darüber auslöse. Und darum sind wir hier, weil wir damit ein Problem haben:

  • Wir sind alle Zeugen der Vergewaltigung der Welt. Sie wurde kahl geschlagen. Sie wurde zum Abfallplatz. Sie wurde vergiftet und verprügelt… wie können wir dabeistehen… wenn ihr hinseht, seht ihr es mit eigenen Augen. Wenn ihr hinhört, hört ihr ihr Klagen. Wenn euch etwas an ihr liegt, dann steht ihr auf und haltet die Vergewaltigung der Welt auf, Mutter von uns allen… Tracy Chapman
  • Jede Arbeit, die auf Vernichtung der Lebenden, der Nachkommen, der Mitgeschöpfe und der ganzen Erde abzielt, ist mit dem christlichen Glauben unvereinbar. Dorothee Sölle
  • Keine Zukunft vermag gutzumachen, was du in der Gegenwart versäumst. Albert Schweitzer
  • Wir verbrennen die Zukunft unserer Kinder. Wir führen einen dritten Weltkrieg gegen die Natur, also gegen uns selbst. Dieser Weltkrieg fordert mehr Opfer als der erste und zweite zusammen. (Franz Alt, dt. Fernsehmoderator u. Journalist, *1938)
  • Der Mensch leidet an einer fatalen Spätzündung: Er begreift alles erst in der nächsten Generation. (Stanislaw Jerzy Lec, poln. Satiriker, 1909-1966)
  • Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher sind und die Klugen voller Zweifel. Bertrand Russel

Als Christen wissen wir uns mit unserem Bündel voller Nöte „getröstet wunderbar“ von diesem Wort: alle eure Sorgen werfet auf, denn er sorgt für uns! Also darf alles zum Himmel schreien, wo uns der Eine hört und sieht und immer wieder seine Welt in Wort und Tat in Schutz nimmt, gegen die, die das Leben auf ihr wie den letzten Dreck behandeln. Wo wir Menschen uns wie eine Gleichgewichtsstörung für unsere Welt benehmen, da schenkt uns der Herrgott durch seinen Geist einen neuen Gleichgewichtssinn. Darum er-suchen wir ihn nun gemeinsam, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Amen

Predigt:

Liebe Quersteller und Queraussteiger aus dem geplanten Weltatomerbe Salzgitter,

wir sind doch ganz schöne Esel, oder? Ich lade sie mit dieser vorläufigen Selbstironisierung ein zu einem fröhlichen Fremdblick auf uns und unser Tun aus der Perspektive der Pro Konrad/Atomkraft Protagonisten, lauter „Hochkaräter“ aus Politik und Wirtschaft. Wie armselig sind die denn, werden sie wohl manchmal von uns denken, wenn sie unsere Einwendungen denn überhaupt noch mitkriegen. Da opfern die (gemeint sind wir) viel Zeit, manches Geld und machen sich v.a. noch Hoffnungen, die längst beschlossene Sache verhindern zu können. Wir können denen wahrscheinlich richtig leid tun mit unseren Aktionen und Bündnissen, Kundgebungen und Aufbietungen, die doch nichts mehr daran ändern werden. Konrad kommt, die AKW´s brüten noch fleißig vor sich hin und Gorleben reißt der Staat notfalls an sich, damit auch dort der richtig heftige Atommüll endlich unter die Erde komme. Und dann wir und mögen wir auch manchmal mehrere 10.000de (wie zuletzt in Berlin) sein, die meinen, noch etwas zu melden zu haben und das Blatt wenden zu können. Möglicherweise wird man uns dort, wo wir die Betreiber erkennen, nur noch mit einem gewissen Mitleid betrachten: lasst es doch gut sein, nachdem euer 30-jähriger „Krieg“ euch am Ende kaum etwas eingebracht hat. Mag sein, dass wir bei denen so wegkommen, das sich für uns nur das Grautier als unvorteilhafter Vergleich anbietet. Und, wenn schon! Wenn dem so wäre, dann sollten wir voll in unserem Element sein und den Kopf erst recht nicht hängen lassen. Denn dann kämen wir keinesfalls so schlecht weg, wie eingangs gedacht. Die vermeintliche Invektive (Schmähung) könnte sich unter der Hand für uns sogar als Stärkung/ Ermutigung herauskristallisieren. Und ich möchte uns allen Ernstes heute dazu auffordern, uns diesen Eselshut aufzusetzen, uns diesen Vergleich gut anstehen zu lassen. Und will uns dafür auch eine biblische Eselsbrücke bauen zu einer Eselin, die alles andere als dumm war, vielmehr geradezu hellsichtig, weise und vor allem lebensklug (wie man es heute so händeringend unter den Weisen dieser Welt suchte). Die Begebenheit ist unter dem Stichwort Bileams Esel in die biblisch-atl. Geschichte eingegangen als eine humorvolle Parodie auf unser menschlich borniertes Verhalten. Um es gleich vorwegzunehmen: in diesem märchenhaften Text ist der Esel alles andere als ein Esel, sondern die Hellsichtigkeit in tierischer Person, Lebensgarant für seinen Besitzer und in allem der Klügere. Sein Herr, ein Prophet namens Bileam befand sich auf einem Irrweg sondersgleichen und drohte Gottes erklärten Willen brutalstmöglich zu übertreten. Und so kam es auf dem Weg der Versuchung Bileams zu jener Szene, in der der Esel erst bockte und sich störrisch verhielt, dann Bileam an die Mauer drückte und schließlich seinen Dienst ganz versagte. Typisch Esel!? Da hilft nur noch der Stock oder gar das Schwert dachte sich typisch menschlich der Prophet auf Abwegen und wollte sich gerade gewaltsam über sein Transport“mittel“ hermachen, als die Eselin eine menschliche Stimme bekam (oder etwa Bileam die Ohren für sein Tier geöffnet wurden??) und sich erklären konnte. Ich, deine loyale Trägerin von jeher, habe auf unserem Weg den Engel Gottes mit dem blitzenden Schwert gesehen, das gravierendste Zeichen für unser Stopp (bis hierhin und nicht weiter). Ich sehe das, was du nicht siehst, weil dich dein unheilvolles Streben nach Belohnung und Reichtum verblendet hat und dich vergessen ließ, dass nur Gott selbst Fluch und Segen festlegen kann. Da musste BIleam aufhorchen und spürte mit einem Mal, dass ihm sein „Muli“ mit dem, was er für Sturheit, Unbotmäßigkeit und Eigensinn hielt gerettet hat.

Wer ist hier der Dumme, wer hat hier den Durchblick (gehabt). Dieses biblische Paradebeispiel mit gleichnishaften Ausmaßen stellt die Frage paradigmatisch für alle Fälle des Lebens. Erst scheint ja alles klar zu sein. Im Vergleich zwischen Mensch und dem Lasttier Esel kann es ja nur einen Triumphator und Rechthaber geben. Doch der nähere Blick entpuppt den Grauen als das viel schöpfungsweisere Lebewesen. Halt an mit deinem Tun, denn am Ende wartet der Tod auf uns.

Beim intuitiven Lesen dieser Bileamsgeschichte kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, das diese Eselsrolle wie angemessen für uns passt und uns denkbare Betitelungen in dieser Richtung letztlich sogar freuen könnten. Wer in unserer Angelegenheit sich als der Dumme erweist, das wird sich erst noch zeigen. Unser Glaube lässt uns jedenfalls den Engel Gottes mit seinem strikten Nein auf diesem Wege zu noch mehr Atomenergie und Atommüll erkennen und als Weg des Todes begreifen. Und mag man uns als noch so renitent, verweigernd und oppositionell sehen, wir wissen sehr wohl was wir tun und das wir nicht anders können auch um der Zukunft der Einpeitscher und Zampano´s zugunsten der Kernenergie!

Die Eselin Bileams hält ihm gnadenlos den Spiegel vor: du willst Mensch sein, du willst Prophet (Zukunftswegweiser) sein und handelst im Grunde wider dein besseres Wissen, indem du dorthin unterwegs bist, wo man dich betören und dich kaufen will. Bin ich, deine Eselin auch sonst eine ganz treue Seele, hier mache ich nicht mit und lasse es zum Himmel schreien, dass dieser Weg der Verkehrung von Segen und Fluch vom Gottes des Lebens zur absoluten No-Go- Area erklärt wird. Die Käuflichkeit und Gier Bileams lässt ihn vergessen, in wessen Namen allein er sprechen und handeln soll und macht ihn zu einem menschenfürchtigen Menschenknecht!

Was Menschen dem Esel vorwerfen möchten, nicht schnell genug, zu eigensinnig und dickköpfig zu sein, genau das erweist sich als die Lebensrettung/ Bewahrung Bileams, dessen Unarten uns doch auch sehr bekannt vorkommen dürften bei denen, die vor lauter Verlockungen des Geldes von ihrem Weg nicht lassen wollen.

Da bleibt uns nur die Eselsrolle: bockig, störrisch, drängend und streikend, solange bis Gott uns entweder die rechten Worte oder den (Be-)Treibern ihr Ohr öffnet und uns Gehör finden lässt. Eine Motivationsgeschichte der ganz feinen Art, die uns nicht nur mit Gottes Hilfe unsere Rolle sehen/ finden lässt, sondern auch die Verheißung beinhaltet, dass selbst der noch sehen wird, der zunächst mit selbstverschuldeter Blindheit geschlagen war.

Vergessen wir aber bei aller Widerständigkeit auch dies nicht: indem Jesus Christus sich ebenfalls einen Esel für seine Friedensmission erwählte, machte er ihn zu einem Symbolwesen der äußersten Friedenswilligkeit: wer auf einem Esel dahergeritten kommt, sucht keinen Streit. Der modus operandi eines Esels basiert auf Diskretion, Verschwiegenheit und Zurückhaltung. Und, wenn wir diese Schuhe der Friedensbereitschaft gerade auch in der Auseinandersetzung tragen, dann dürfen wir auch diesbezüglich darin einen vorteilhaften Vergleich sehen, in unserem Falle die Esel zu sein. Wird jemand Esel tituliert, so fühlt sich der gar sehr schimpfiert// Doch wer das Grautier biblisch kennt, weiß: Esel ist ein Kompliment.   Und, wenn wir auch hoffnungslos unterlegen zu sein scheinen: Eine Mücke kann dem Löwen mehr zu schaffen machen als der Löwe einer Mücke. Selma Lagerlöf  Wenn, wie und wann Gott will, wird unsere (SEINE) große Stunde kommen, die auch den Esel rehabilitiert und als den wahren Propheten ausweist.

Man denkt, die Esel wären dumm? Nun allerdings, zwar sind sie stumm – doch wenn gesenkten Haupts bescheiden sie grau gebückt im Grase weiden, nun ab und zu beim Kräuterkauen wie träumend in die Landschaft schauen und friedlich ihre Schwänze schwenken, dann schweigen sie, um nachzudenken, denn ihr geduldig sanftes Haupt ist so viel weiser, als man glaubt, und wird vom Menschen, der viel schwätzt, gedankenlos geringgeschätzt, wenn keineswegs als Kompliment er einen andern Eseln nennt, der, wenn er klug ist, stilleschweigt und dem Vergleich sich würdig zeigt. Nehmen wir also mit Gottes Hilfe unsere Rolle liebend gerne an. Selig sind die Unterschätzten…. ihr Tag wird noch kommen! Amen

Andacht zum Picknick am Bahndamm in Bleckenstedt am 15.08.2010

Liebe Picknicker am Schienenstrang, das ist natürlich kein Spaß für mich. Sie dürfen sitzen und essen, ich soll reden und stehen. Aber, mal im Ernst, ich bin natürlich gerne dem Wunsch gefolgt, mit einem kleinen geistlichen Intermezzo, meinen Beitrag zu dieser Zeichensetzung am Bahndamm zu leisten. Wo wir hier im „Aueland“ leben, zu Hause sind und bitteschön auch uns des Lebens erfreuen wollen, da drohen böse Machenschaften uns das Leben irreparabel „kaputt“ zu machen. So nicht und nicht mit uns. Also ein Sit in der kulinarischen Art – unsere/ ihre Widerstandsphantasie kennt keine Grenzen. Ich zolle dem höchsten Respekt. Welch ein schöner Kontrast zu dem sturen Weiter-so in der Atompolitik unseres Landes, die gerade einmal wieder fröhlich Urständ feiert. Es geht uns, so möchte ich diesen Brunch im Grünen deuten, um die aufmerksam machende Provokation, ausgerechnet an der Infrastruktur des Grauens ein Idyll des Lebens entgegenzusetzen. Wir sind bedrängt, aber wir lassen uns den Appetit (am Leben) nicht verderben. Was mit uns gemacht werden soll, ist zum Weinen oder Schreien, wir aber genießen hier Leben und Gemeinschaft. Der Countdown zur Einlagerung des Unrates der menschlichen Unvernunft mag vielleicht ablaufen, doch wir geben nicht auf, das Beste zu hoffen und die Wende kurz vor Toreschluß niemals in Abrede zu stellen. Jedes Mahl ist eine kleine Feier des Lebens, schenkt Kraft und Bestätigung für Leib und Seele, die beide ihren Teil abbekommen. So mag es sich auch mit diesem Ausflug ins Grüne verhalten: gewissermaßen eine Barrikade/ein Sperrgürtel des Lebens/ der Lebenslust gegenüber der Fracht der Gefährdung, die auf dem Weg in unsere Region unterwegs ist.

Wir stellen uns quer – heißt es im Wendland! Aufpassen in der Asseregion! Wir sitzen es „aus“! – könnten wir für uns sagen, mindestens heute. Ihr seid das Salz der Erde und ihr seid Licht in der Welt – Worte Jesu, die bleibende Berufungen über denen aussprechen, die sich von ihm einbinden lassen in die Rettung und Erlösung der Welt. Möge er es uns geben, dass auch unser heutiges Aus-dem-Häuschen sein entscheidende Leute „juckt“/ kratzt und ein unübersehbares Schlaglicht darauf, dass wir unsere Region nicht „ohne weiteres“ ihrem Schicksal überlassen! Und darauf ein „Prosit“ = möge es nützen, was wir tun! Amen

Gottesdienst am 28.03.2010

Begrüßung:

Die Sanftmütigen werden die Erde besitzen – lautet die Verheißung Gottes gegen den Strich der Geschichtserfahrung, dass viel zu oft die Rücksichtslosen und Hartherzigen an die Schalthebel gelangten! Als Kinder eingeladen wurden, darüber nachzudenken, haben sie den Gegenspielern dieser Sanftmütigen, in deren Händen die Welt liegen sollte diese Namen beigelegt: es sind die Hartmütigen oder die Rauhen, unter deren Einfluß die Erde gequält werde. Mit der Genialität ihrer Intuition haben sie damit erfasst, wo in allen ökologischen Problemzonen die Trennlinie zwischen gut und schlecht verläuft. Ganz anders versuchte das A. Einstein auf seine Weise zu sagen: Das Problem ist heute nicht die Atomenergie, sondern das Herz des Menschen.  Was mich erschreckt, ist nicht die Zerstörungskraft der Bombe, sondern die Zerstörungskraft, die aus dem Herzen kommt.  Das Herz des Menschen also, das die Unersättlichkeit hervorbringt und den nimmermüden Vorwärtsdrang erzeugt, ist also die eigentliche Problemzone der Menschheit. Und Sanftmütige haben ein neues Herz und Jesus ganzes Wirken gilt dieser Herzensänderung. Anders gesagt: dem Ändern des Denkens (dem Dichten und Trachten des Herzens!). Denkt um, besinnt euch eines Besseren – so beginnt Jesu Auftreten als Verkündiger! Und, weil das alles Gottesdienste in seinem Namen darum bis heute auszeichnet, legen auch wir immer wieder hier unseren Schwerpunkt darauf. Dazu ein paar einleitende Inspirationen:

> „Wir wissen es längst: Heutzutage geht es immer mehr ums Wissen und immer weniger ums Gewissen.“Ernst Ferstl  „Wegweiser“

Es ist besser Gewissen ohne Wissen als Wissen ohne Gewissen.“ – Sprichwort  –  Am Besten wäre es also, dies zu beherzigen: je mehr Wissen, umso mehr Gewissen!

> Klugheit ist die Vorwegnahme einer Entwicklung, die sich später als richtig erweist. Kennzeichen der Klugheit ist die Belehrbarkeit. Rechtes Denken ist demütiges Denken. Helmut Burkhardt

> Nicht der Besitz von Wissen, von unumstößlichen Wahrheiten macht den Wissenschaftler, sondern das rücksichtslos kritische, das unablässige Suchen nach der Wahrheit. Popper

Auch die Konradfrage, die Atomenergiefrage leidet daran, dass das Denken diesbezüglich in eine Sackgasse geraten ist und alle kreativen und rechtschaffenen Einwände verpuffen und nicht berücksichtigt werden, wo Politik in der Versuchung steht, ein Augen zu und durch zu praktizieren. Der schöpferische Geist, der zu Lösungen führt, die den Problemen mindestens kongenial sein müssen, muß wieder wehen und für frischen Wind in den Köpfen und Herzen sorgen. Darum, Gott zu ersuchen, sind wir hier zusammen, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Gottesdienst am 27.0.2009

 Eröffnung:

Ein Schacht -Konrad -Gottesdienst am Wahlsonntag! Sinnenfälliger könnten wir es gar nicht darstellen, was wir miteinander wollen: Einfluß nehmen auf die Politik, damit in Sachen Einlagerung wirklich die beste Wahl und nicht die erstbeste getroffen wird. Und also Konrad doch noch abgewählt werde, wenn erst die Kräfte das Sagen haben, die sich nur noch dem besten Wissen und Gewissen verpflichtet fühlen und keine sog. falschen Rücksichten mehr nehmen müssen. Die beste Lösung für Atommüll und die Loslösung von Atomkraft, das wollen wir! So wollen auch wir Protestanten in des Wortes bester Bedeutung (und nicht in konfessioneller Einschränkung) sein und auf die Politik einwirken. Gottes Wort in unser… und unser Wort in sein Ohr!

Einer, der heutigen Bundestagskandidaten für unsere Region hat kürzlich in einer Hauswurfsendung sein Lebensmotto bekannt gemacht: Man muß das Leben nehmen, wie es ist, aber man darf es nicht so lassen. (S. Gabriel) Dem können wir uns in soweit anschließen: Man muß die Politik so nehmen, wie sie ist, aber… (den Rest können sie sich denken!)

So lasst uns unser Tun nun in der Anwesenheit Gottes geschehen, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Standpunkt

Unseren Standpunkt klar machen und erklären, gehört auch heute dazu. Wir geben kund, woher wir zu unseren Gedanken und Einstellungen kommen. Wie kommen wir zu unserer Position und woraus speist sich unser Denken und Handeln. Wir fühlen uns als Beauftragte und Mandatare Gottes des Schöpfers, der uns an seinem Wirken beteiligt….

 Wir glauben an Gott, den Schöpfer und Erhalter allen Lebens, der uns zu Partnerinnen und Partnern der Schöpfung und Erlösung der Welt beruft. Wir leben unter der Verheißung, dass Jesus Christus gekommen ist, damit alle Leben in Fülle haben (Joh 10,10). Gestärkt und geleitet vom Heiligen Geist öffnen wir uns der Wirklichkeit der Welt.

Wir glauben, dass Gott über die ganze Schöpfung regiert. „Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist“ (Ps 24,1).

Wir glauben, dass Gott einen Bund mit der ganzen Schöpfung eingegangen ist (1.Mo 9,8-12). Gott hat eine Gemeinschaft auf Erden ins Leben gerufen, die auf einer Vision der Gerechtigkeit und des Friedens beruht. Jesus zeigt uns, dass dies ein alle einschließender Bund ist, in dem die Armen und Ausgegrenzten die bevorzugten Partner sind. Er ruft uns dazu auf, die Gerechtigkeit gegenüber „seinen geringsten Brüdern und Schwestern“ (Mt 25,40) in den Mittelpunkt der Gemeinschaft des Lebens zu stellen. Die ganze Schöpfung ist gesegnet und in diesem Bund eingeschlossen (Hos 2,18ff).

Wir glauben, dass Gott ein Gott der Gerechtigkeit ist. Gott fordert gerechte Beziehungen zu allen Geschöpfen.

Wir glauben, dass Gott uns dazu aufruft, uns an die Seite der Opfer der Ungerechtigkeit zu stellen. Wir wissen, was der Herr von uns fordert, „das Gerechte zu tun, Liebe zu üben, und demütig zu sein vor unserem Gott“ (Mi 6,18). Wir sind dazu aufgerufen, uns gegen jede Form der Ungerechtigkeit und gegen die Zerstörung der Erde zu wenden, damit „das Recht ströme wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“ (Am 5,24).

Darum sagen wir Nein zu jeder kirchlichen Praxis oder Lehre, die die Armen und die Bewahrung der Schöpfung nicht berücksichtigt, die deshalb denen, die „zu stehlen, zu schlachten und umzubringen“ (Joh 10,10) kommen, Beistand leisten, statt dem „guten Hirten“ zu folgen, der für das Leben aller gekommen ist (Joh 10,11).

Wir verpflichten uns, einen globalen Bund für wirtschaftliche und ökologische Gerechtigkeit im Haushalt Gottes zu suchen.

In Demut bekennen wir diese Hoffnung, im Wissen, dass auch wir unter dem Gericht der Gerechtigkeit Gottes stehen.

Wir sind uns der Mittäterschaft und Mitschuld bewusst, und wir rufen deshalb zum Bekennen unserer Sünde auf.

Wir geben zu, dass wir in der Kultur des Konsumverhaltens, der konkurrierenden Gewinnsucht und der Selbstsucht des gegenwärtigen Wirtschaftssystems gefangen sind. Allzuoft hat das auch unsere eigene Spiritualität durchdrungen.

Wir bekennen unsere Sünde, dass auch wir die Schöpfung missbraucht haben und dass wir unsere Aufgabe als Hüter und Bewahrerinnen der Natur verfehlt haben.

Wir glauben, – im Gehorsam gegenüber Jesus Christus – dass die Kirche zum Bekenntnis, zum Zeugnis und zum Handeln berufen ist, selbst wenn die Obrigkeit und das menschliche Gesetz dies verbieten sollten und dies Bestrafung und Leiden nach sich ziehen kann (Apg 4,18ff). Jesus ist der Herr.

Wir schließen uns zusammen zum Lobe Gottes, Schöpfer, Erlöser und Geist, „der die Gewaltigen vom Thron stößt und die Niedrigen erhebt, die Hungrigen mit Gütern füllt, und die Reichen leer ausgehen lässt“ (Lk 1,52f).

Wir schließen einen Bund für Gerechtigkeit.

Abschließend erklären wir mit Nachdruck, dass wir uns verpflichten, unsere Zeit und unsere Energie darauf zu verwenden, die Umwelt zu verändern, zu erneuern und wiederherzustellen und damit das Leben zu wählen, auf dass wir und unsere Nachkommen leben können (5. Mo 30,19).

Reisesegen für den Berlin Anti- Atom – Treck der Atomkraftgegner

am Dienstag, den 01.09.2009

 Eröffnung

Auf einem der Wagen las ich gestern vor dem Rathaus einen Satz von Anne Frank, der etwa so lautete: wie herrlich, wenn Menschen keine Minute verlieren, um die Welt zu verändern. In diesem Sinne hoffe ich, dass wir diesen Reisesegen nicht als verlorene Zeit ansehen, sondern „viel gewinnen“ in dieser Zeit vor Gott. Es hieß kürzlich: wir müssen den Protest auf die Straße bringen. Wenn das so ist, dann wollen wir als „Kirche“ gewissermaßen ergänzend den Protest vor Gott bringen. So und so – gemeinsam sind wir stark! Oder in Anlehnung eines Parteienslogans: so haben wir die Kraft!

Durch viele Jugendfreizeiten bin ich recht Wendlandkundig und lese seit Jahren die Aufschrift auf einem Trafohäuschen: mit Waschbär und mit Pastor, gemeinsam gegen Castor! Ich hoffe, dass „der Pastor“ da nicht nur steht, weil er sich auf Castor so gut reimt. Die Einladung heute diesen Reisesegen ihnen zusprechen zu dürfen, verstehe ich aber als sicheres Zeichen des Miteinanders. Wie gut!

Heute titelte unsere Salzgitter-Zeitung (aus dem Zusammenhang entnommen): wir glauben niemandem!

Ich setze „dagegen“: wir glauben schon! Wir glauben, dass unser Gott und Schöpfer alle Unternehmungen zum Wohle seiner Schöpfung und Welt wohlwollend und segnend-unterstützend begleitet. Darum sind wir hier, uns seinen Segen zusprechen zu lassen. Meinen Segen habt ihr sowieso, weil in der Sache völlig einig, worauf es aber ankommt, ist Gottes Segen, denn er lässt all unser Bemühen segensreich werden.

 Anrufung Gottes

Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt – wir, o Herr, wollen nicht dass diese Welt so bleibt wie sie ist und sich nicht langsam, aber todsicher selbst zu Grunde richtet. Herr, unser Gott erbarme dich!

Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt – wir, o Herr, sind dafür angetreten, und tun es heute morgen und die kommenden Tage bis nach Berlin wieder, dass die immer neue Produktion von Atomenergie unterbleibt, die unkalkulierbaren Endlagerungen ausbleiben und alle Meinungsmache dafür wegbleibt. Jesus Christus erbarme dich!

Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt – wir, o Herr, können uns darüber nicht beruhigen, dass Menschen denken, es wäre alles beherrschbar, abwiegeln und die vielen Zeichen der Warnung übersehen: Komm Heiliger Geist und schenke als Geist der Klarheit ein Einsehen überall!

 Kurzandacht/ Gedanken auf den Weg

Liebe Treck-Beteiligte, werte Gäste heute Morgen zu diesem Aufbruch aus Bleckenstedt

1) schön, dass es euch gibt und gut, dass ihr das macht, was ihr macht! Und das mindeste, was wir euch mit auf den Weg geben können, ist das Wissen: ihr steht für Millionen von uns und, wenn sich alle wirklich informierten und alle Argumente kennten, steht ihr für die absolute Mehrheit in diesem Land. Seit euch dessen gewiß und lasst euch nicht klein machen und nichts kleinreden. Erhebt die Stimme für uns alle und setzt ein farbenfrohes Zeichen für den Frieden mit der Natur/ die Bewahrung der Schöpfung!

2) Ihr aus dem Wendland habt euch einen Namen in diesem Land gemacht, der da lautet: wir lassen nicht alles mit uns machen! (Alle „Vernunft“ geht vom Volke aus!) Wir stellen uns quer, wenn der Wahnsinn Methode bekommt. Euer X steht auch gewissermaßen Pate für das Aufpassen A der Asse. Ihr Gorleben – Intervenierer seid ein großes Vorbild für uns alle, die an den jeweiligen Gefahrenstandorten der Gegenwart und Zukunft Widerstand organisieren und wach halten. Ein besonderer Dankesgruß darum an euch für die Weigerung passiv zu bleiben, an euch alle in der freien Republik Wendland. Niemand begeht einen größeren Fehler, als derjenige, der nichts tut,  nur weil er meint, dass er wenig tun könnte. Ihr seid das beste Beispiel für die Vermeidung dieses Fehlers: nur weiter so und viele Nachahmer unterwegs! Schlagt Wellen!

3) Wir sind mitten in einem großen Umbruch, eine geistige Herausforderung an die Menschen dieser und der kommenden Zeit. Der heutige Mensch ist der Natur gefährlicher geworden, als sie ihm jemals war. Hans Jonas & Seit Urzeiten hat Generation für Generation gegen die Natur gekämpft. Jetzt müssen wir uns plötzlich in der kurzen Zeitspanne eines einzigen Menschenalters mit einer Wendung von 180 Grad in Naturschützer verwandeln. Jacques-Yves Cousteau    Bleiben wir uns bitte alle bewusst, dass die Atomenergie und die Frage der Atommüllentlagerung keine Detailfrage ist, sondern eine „wahre“ Kern-frage, die darüber mitentscheidet, ob wir den Umschwung unseres menschlichen Selbstverständnisses bewerkstelligen. Es ist also von höchster Bedeutung wofür ihr euch einsetzt und das schenke euch ein ganz großes Selbstbewusstsein.

Für alles nehmt diese Seligpreisungen Jesu mit, höchste Werterklärung aus seinem Munde:

Glücklich sind, die sich nach Gottes Gerechtigkeit (dem, was Gott recht ist) sehnen, denn Gott wird ihre Sehnsucht stillen.Glücklich sind, die Frieden (auch mit der Natur) stiften, denn Gott wird sie seine Kinder nennen( sich mit ihnen identifizieren). Matth. 5, 6+9

Gottesdienst am Sonntag Palmarum 05.04.2009

 Eröffnung:

Liebe „Unverbesserliche“ im Widerstand und Mahndienst Konrad ( gewiß nicht allein!) betreffend, schön, dass sie noch nicht die falschen Konsequenzen gezogen haben aus den Parolen, die uns da sagen wollen: jeder Widerstand sei zwecklos und: ergebt euch kampflos! Das wussten wir doch von Anfang an: wir haben keine Chance, also nutzen wir sie! Warum können wir einfach nicht hören und sind so unfähig zur Resignation? Warum gehen wir eben nicht einfach nach Hause und machen so unverzagt wie eh und je weiter als seien wir taub für alle Beteuerungen, dass für Konrad die Würfel gefallen seien; ja, noch perfider, dass Konrad mehr denn je gebraucht werde, um den Asse-Mist wegzuschaffen. Konrad also, das 1. Hilfe-Endlager für das vermaledeite Asseversuchsendlager. (Try and error – durchaus eine wissenschaftliche Formel, die halt nur dort tödlich ist, wo man ich keinen Fehler erlauben darf, wie in Sachen Atommüll.) Warum? Weil wir uns an den halten/ klammern, der uns glaubhaft versichert, dass die Hoffenden nicht zuschanden werden! An den, der selbst scheinbar auf verlorenem Posten stand in aller Schwachheit nur mit der Wahrheit und Liebe auf seiner Seite, bis es Gott gefiehl, das Blatt vollständig zu seinen Gunsten zu wenden. Passion, das heißt auch durchstehen, schwach und unterlegen sein können, bis die Wahrheit sich Bahn bricht und dem Recht gibt, der im Namen Gottes dem Leben und nichts als dem Leben das Wort geredet hat und seine unsterbliche Lebendigkeit für diese ganze Welt in die Waagschale gelegt hat. Mit einem Gebet unseres Gesangbuches nehmen wir nun also einmal die Verbindung zu dem auf, der uns den langen Atem erhält:

EG 431 1. Gott, unser Ursprung, Herr des Raums, du schufst aus unbegrenzter Macht den Stoff, darin sich Feuer regt. Du hast der Sterne Glut entfacht. O rette uns jetzt vor dem Brand der Erde, den wir selbst gelegt. 2. Du selbst bist Flamme, Gott, du bist die Liebe, die in Christus brennt. Sie wacht, wenn der Gedanken Lauf das All durchmißt, das Element. Führ uns an atomarer Nacht vorüber, hilf der Hoffnung auf. 3. Wir preisen dich, du Herr des Lichts! Geblendet noch und schuldbedroht sehn wir nur Feuer des Gerichts, nicht deine Liebe, die da loht. Zeig uns, was neuen Frieden schafft. Für ihn zu leiden gib uns Kraft.

Predigt:

Werte EinwänderInnen, geschätzte unabweisbare Petenten in Sachen Konrad!

Leuten den Mund verbieten, das hat man zu allen Zeiten auf die vielfältigste Art und Weise versucht. Mal mehr, mal weniger gepflegt. Und auch in unserem Falle ist es ja von bestimmter Seite sehr erwünscht, wenn man von uns besser nichts mehr hörte. Direkt bedroht sind wir nicht, aber die Signale häufen sich, dass man uns Konradgegnern die vollständige Sinnlosigkeit unseres Standpunktes nahe bringen will: Gebt es doch endlich auf – Konrad ist durch (geprüft! Gabriel; weil es sicher ist, wird es genehmigt??? Sichersein als Voraussetzung?) – das Endlager kommt, das ist Tenor dieser Verlautbarungen, die auf uns demoralisierend wirken sollen und ja wohl auch schon den Schulterschluss im Widerstand bröckeln macht (SPD Unterbezirkstag kürzlich: dann werden wir Konrad nur noch kontrollierend begleiten). Und, wenn es noch so dosiert und schicklich daherkommt: man brächte uns gerne zum Schweigen/ sähe uns gerne im „Ruhestand“. Im Zusammenhang mit dem heutigen Palmsonntag und Jesu Einzug in Jerusalem, gibt es eine zielähnliche Szenerie. Viele freuen sich über sein Entree in Israels Metropole und belobigen Gott so sehr in höchstem Maße dafür, dass es die Kritiker auf den Plan ruft, die ein sofortiges Ende solcher Äußerungen zu/ über Jesus verlangen. Und sprichwörtlich lautet seine Antwort auf ihre Forderung nach Lukas 12,40: wenn die Menschen schweigen, dann würden eben die Steine anfangen zu schreien. Will heißen: wenn etwas der Wahrheit und der Richtigkeit entspricht, dann wird sich immer einer/jemand finden, der sie ausspricht und sollten es sogar die sog. stummen Zeugen auf Gottes Erdboden: die Steine sein (müssen)! Dieses Votum Jesu ist der Anlass für unser heutiges Nachdenken, aus dem Häuschen sein und auf die Straße gehen!  Schrei der Steine, Aufschrei der geschundenen Schöpfung! Der Schöpfung Gottes und der Schöpfungen der Menschen selbst. Schrei auch für eine rechte Lösung, die Er-lösung. Schreiende Steine, haben wir sie nicht jüngst in Köln beim Einsturz des historischen Stadtarchivs und der Aufschrei der Trümmer war umso stärker als sich herausstellte, dass wider besseren Wissens und gegen etliche Vorwarnungen „unterirdisch“ mit riskantem Bau- Projekt fortgefahren wurde. Aber selbstverständlich gibt es gegen alle warnenden Stimmen genügend beschwichtigende Gegengutachten – das ist am Ende immer nur eine Frage des Geldes und nicht des besten Wissens und Gewissens. Wie schrecklich, dass am bösen Ende immer wieder der alte Satz sich bestätigt: der Mensch ist dem Menschen der größte Feind/ Wolf. Niemand kann uns so gefährlich werden, wie unsereiner, nur dass sich die Schafspelze stets wandeln: neuerdings ist die wissenschaftliche Expertise mit höchstem Zertifikationsgehalt/ eingebauter Garantieerklärung sehr in Mode, Entwarnung auszugeben, wo wir besser in Alarmbereitschaft blieben. Haltet den Mund, kein Wort mehr darüber! Jesus selbst sollte seinen Fürsprechern und Hoffnungskundgebern den Mund verbieten und hat Worte in dieser Situation gefunden, die weit über den konkreten Moment hinaus diese Wahrheit ans Licht gebracht haben: wenn etwas wahr und wichtig, schön und gut, Recht und Ordnung ist, dann lässt sich das unter keinen Umständen mehr verbergen, dann muß es raus, dann öffnet früher oder später alle Welt den Mund dafür, dann können sogar Steine reden. Dann wird gesprochen, gerufen und notfalls auf-geschrien. Das ist auch für uns eine gewaltige Entlastung, zu wissen: so recht wir liegen mit unserem Nein/ Aufgepasst/ Vorsichtig und: so nicht! So weit/ sicher wird sich immer eine Stimme finden, die „für die Wahrheit schreit“! Schreiende Steine – kein ganz zufälliges Beispiel, das Jesus hier für die Ersatzzeugen benennt. Wieviele Steine haben nicht in der Geschichte bereits anstelle der Menschen für die Wahrheit vom Leben geschrieen und schreien noch: Grabsteine, Ruinen, kontaminierte Steinwüsten und andere Ödnisse, die menschlicher Irrsinn hervorbrachte und zurückließ und anderes mehr! Soll auch hier wirklich erst das Gestein unter- und oberirdisch schreien und aufstöhnen müssen, um als Gottes letzte Reserve wieder einmal einen menschlichen Irrweg aufzudecken? Soll das Gestein von Salzgitter hier zum Himmel schreien?? Nein, wir können´s einfach nicht lassen, von dem zu reden, was wir gehört und gesehen haben (APG 4) – so weigern sich später die ersten Apostel zu schweigen, die man ebenfalls über den Liebenden aus Nazaret ruhig stellen möchte. In Jesu Replik an die Mundverbieter liegt ja auch die Ermächtigung, fortzufahren und die Stimmen zu erheben, bevor die steinernen Zeugen ihren Mund auftun und letztlich alle anklagen müssen, zu passiv geworden zu sein.

An dieser Stelle erinnere ich an einen Satz von Bonhoeffer, den man schon allein für diese Worte (sie verstehen das richtig) „hochjubeln“ müsste: Die letzte verantwortliche Frage ist nicht, wie ich mich heroisch aus der Affäre ziehe, sondern wie die nächste Generation weiterleben soll. Alles Vorhaben und alle bereits erfolgte Praxis in Konrad, Asse, Morsleben und Gorleben entziehen dieser Erstverantwortung von allen Verantwortungen aber den Boden. Bodenlos das Ganze! Wenn wir so weitermachen bricht auseinander, was für jede bisherige Generation ausgesprochen/ unausgesprochen als Bündnis des Lebens miteinander galt: Leben und Leben lassen! Wenn unsere Art zu leben, lebenswidrig, -feindlich, ja tödlich ist, dann gibt es nur noch den Rückwärtsgang und keine Fortschrittsparolen mehr! Der Schriftsteller Jurek Becker prägte Worte wie eine Gedenksteininschrift, als er uns alle einschloss: der Wohlstand unserer Gesellschaft ist in einem Verbrauch an Zukunft begründet.

Dieser Satz vor dem Hintergrund der atomaren Energieproduktion und Endlagerung hier und andernorts gelesen, lässt sich uns die Nackenhaare sträuben: Verbrauch an Zukunft – das ist wortwörtlich zu hören! Der Mensch erfand die Atombombe,  doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren. (Albert Einstein) Wir aber schon: Menschen bringen es fertig, ihre Selbstmordanlagen auch noch TÜV-geprüft herstellen zu lassen.  Vielleicht sind wir, liebe Widerstandsgemeinde/ Protestleute, längst schon für die ProKonradSeite solche schreienden Steine geworden und in ihren Augen, die stur und star dagegenhalten, unverbesserlich und unverrückbar. Macht nichts. Durch Jesu Wort befinden wir uns doch in bester Gesellschaft und besitzen die höchste „Approbation“. Legen wir uns weiterhin als Stolpersteine in den Weg, denn da gibt´s kein Vertun: wo kämen wir überall hin, wenn nicht immer jemand sagen würde: „Wo kämen wir denn da hin?“ Geben wir es nicht auf als „lebendige Steine“ laut aufzumucken: seid doch vernünftig, damit dieser Tanz mit dem Tod noch abgesagt werde. Die Vernunft läuft hinter dem Menschen her, aber leider laufen die Menschen oft schneller. Fjodor Michailowitsch Dostojewski – Die Vernunft in unserem Fall hieße nicht „durchgeprüft“, sondern läge in dieser Richtung: »Vergegenwärtige dir«, heißt es bei Gandhi, »das Angesicht des ärmsten und schwächsten Menschen, den du je in deinem Leben gesehen hast, und frage dich, ob der Schritt, den du vorhast, ihm in irgendeiner Weise von Nutzen ist«.

 

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41. Asse-Andacht:  17. Juni 2018

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Fotos von Bodo Walther und Paul Koch

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40. Asse-Andacht:  18. März 2018

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39. Asse-Andacht:  17. Dezember

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Die 39. Ökumenische Asse-Andacht wird vorbereitet vom Umweltbeauftragten des Bistums Hildesheim, Pastoralreferent Jürgen Selke-Witzel. Vor dem Tor des Atommülllagers Asse II feiern wir eine adventliche Andacht. Wir bringen in Liedern und Gebeten unsere Anliegen vor Gott. Wir wissen uns aufgehoben in Gottes Zuwendung und Barmherzigkeit.

Das Kalenderjahr 2017 neigt sich dem Ende entgegen. Die Zeit der Jahresrückblicke beginnt. Dies gilt auch für die Menschen, die auf unterschiedliche Weise an einer sicheren Schließung der Schachtanlage Asse II arbeiten: als Mitarbeiter*innen der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), als Kommunalpolitiker* innen oder als Mitglieder der Bürgerinitiativen. Vielen wird dabei der heftige Streit um die richtige Fortführung des Asse2-Begleitprozesses in Erinnerung bleiben.

Das Kirchenjahr hat dagegen mit der Adventszeit schon begonnen. Gott schenkt uns immer wieder einen neuen Anfang. Er schenkt Mut und Hoffnung in aller Mühsal. Der Weg von der Krippe führt zum Kreuz und dann erst zur Auferstehung. Diesen Glauben bezeugen wir im Angesicht des Asse-Schachtes.

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Der Asse-Schacht -Förderturm mit Lichterkranz. Unmittelbar davor auf der Zufahrtsstraße die 39. Asse-Andacht:

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38. Asse-Andacht:  17. Sepember

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37. Asse-Andacht:  18. Juni 2017

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Hier die Ansprache von Pfarrer Andreas Riekeberg: Ansprache Asse-Andacht, 18.06.2017

36. Asse-Andacht:  19. März 2017

Vorbereitet von der pax-Christi-Basisgruppe Braunschweig

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35. Asse-Andacht:  18. Dezember 2016

Frauenarbeit der Landeskirche mit Bericht von Heike Wiegel „AufpASSEn e.V. 2016“:       jahresbericht-aufpassen-2016-titel-001Der gesamte Bericht von Heike Wiegel hier: 2016-12-aufpassen-jahresbericht-2016-von-heike-wiegel-aktuell

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34. Asse-Andacht: 18. September 2016

Evangelische Jugend der Landeskirche

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33. Asse-Andacht: 19. Juni 2016

Kirchengemeinde Wittmar

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32. Asse-Andacht: 20. März 2016

mit Pfarrein Susanne Duesberg,  Sozialdiakon i.R.  Paul Koch und Riho Taguchi

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31. Asse-Andacht:  20. Dezember 2015

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30. Asse-Andacht: 20. September 2015

29. Asse-Andacht: 21. Juni 2015

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 28. Asse-Andacht: 22. März 2015    

im Rahmen des „ökumenischen Kreuzweg der Schöpfung“   St. Barbara / Wittmar > Remlingen

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27. AsseAndacht: 21. Dezember 2014

Und der Engel sprach zu Maria: Fürchte Dich nicht! Du hast Gnade bei Gott gefunden. Lukas 1,30  –  Die Erfahrungen des letzten Jahres kommen zu Wort.

Frauenarbeit in der Landeskirche Braunschweig, Christine Lehmann, Lehrerin an der IGS Franzsches Feld, Udo Dettmann, Begleitgruppe Asse2, Rolf Adler, Umweltbeauftragter, Gunhild Kühne, Vorstand der Ev. Frauenhilfe.

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26. AsseAndacht: 21. September 2014

Welche Früchte ernten wir gerade? In den großen Zeiträumen, die verstreichen?

Frieden konkret, St. Thomas

25. AsseAndacht: 22. Juni 2014, 18:00 Uhr

Konfirmand_innen der St. Barbara Kirchengemeinde, Wittmar, Susanne Duesberg, Pfarrerin u.a.

24. AsseAndacht: 23. März 2014, 16:30 Uhr  

im Rahmen des „ökumenischen Kreuzweg der Schöpfung“      St. Barbara / Wittmar > Remlingen

Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz predigt in St. Barbara über Redlichkeit, 2.Kor 8,21.

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23. AsseAndacht: 22. Dezember 2013

Fürchte Dich nicht!  – Vertrauen ist ein kostbares Gut. Ist Verfüllen eine Stabilisierungsmaßnahme  zur Rückholung oder leitet es den Verbleib des Mülls ein?

Pfarrgemeinde St. Petrus, mit Bethlehemlicht.

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22. AsseAndacht: 22. September 2013

Arbeitskreis Frieden konkret, Wolfenbüttel.

21. AsseAndacht:  23. Juni 2013 

Und kaufet die Zeit aus. – Erleben wir ein Spiel auf Zeit? Was ist verantwortliches Handeln im Blick auf Müll, der „zeitlos“ strahlt?

Gemeinden aus Wolfenbüttel, Stefan Lauer, Pfarrer u.a.

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20. AsseAndacht:  24. März 2013

Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der darn baut. Ps 127,

Pax Christi, Braunschweig.

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19. AsseAndacht: 23. Dezember 2012

Katholische Gemeinde St. Petrus verteilt das Bethlehemlicht.

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18. AsseAndacht: 23. September 2012

Konfirmand_innen aus Salzgitter Watenstedt und Hallendorf bringen ihre Fragen und Gedanken zum Atommüll ins Gebet.

17. AsseAndacht:  Mt 7,16. Juni 2012

“An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“  Welche Gefahren birgt das Rausholen?

Arbeitskreis Frieden konkret der St. Thomas-Gemeinde, Wolfenbüttel.

16. AsseAndacht25. März 2012

im Rahmen des „ökumenischen Kreuzweg der Schöpfung“     Kirche Remlingen > Asse-Schacht  Remlingen

„Atommülllager und kein Ende?!“

Asse II Begleitgruppe mit Beteiligung von Landrat Jörg Röhmann und St. Barbara, Wittmar

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15. AsseAndacht:  16. Dezember 2011

„Licht in der Dunkelheit – Hoffnung in unserer Zeit“  – Das Volk, das im Finstern wandelt sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Jes 9,2

Die Evangelische Jugend in der Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig, Jugendkammer

14. AsseAndacht:  18. September 2011

„Wie geht es weiter?“  – Wann wird die erste Probebohrung durchgeführt?  Was wird dabei noch ans Tageslicht kommen?

Katholische Gemeinden der Region.

13. AsseAndacht: 19. Juni 2011, 18:00 Uhr

Wut und Enttäuschung über den Zustand in der Asse wird als Klage laut.

Friedenkonkret St. Thomas und Pax Christi.

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Ökumenischer Kreuzweg der Schöpfung 2011 10. April 2011, 15:00 Uhr
Kirche Remlingen > Asse-Schacht  Remlingen

„Dein Reich komme, …“, ein Holzkreuz wird an der Asse errichtet.

Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber predigt: Zerrissenheit aushalten.

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12. AsseAndacht: 20. März 2011

Tschernobylinitiative und Fukushima! Die Reaktorkatastrophe in Japan führt mehr als 120 Menschen zum Gebet! Psalm 40,6,  Paul Koch, Bodo Walther

Lesung:  Psalm 40,6-10. 6 HERR, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest. Dir ist nichts gleich. Ich will sie verkündigen und davon sagen; aber sie sind nicht zu zählen. 7 Opfer und Speisopfer gefallen dir nicht; aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. 8 Da ich sprach: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben. 9 Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen. 10 Ich will predigen die Gerechtigkeit in der großen Gemeinde; siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen, HERR, das weißt du.

Gedanken zur Tageslosung angesichts des Gedenkens an Tschernobyl und Fukushima: Die Tageslosung von heute spricht von Wunder, mit dem Nachsatz: Dir Gott ist nichts gleichgültig.  Auf  Wunder haben wir gewartet, als wir die ersten Bilder vom Erdbeben und dem darauf folgenden Tsunami im Fernsehen gesehen haben. Auf  Wunder haben wir gewartet, nachdem wir hörten und sahen, dass es Probleme in den japanischen Atomanlagen gibt. Auf Wunder haben wir auch gewartet, als wir hofften das die 800 000  Kinder und Millionen Erwachsener die von der Tschernobyl-Katastrophe betroffen waren auch als „Tschernobyl – Opfer“ anerkannt werden sollten. Diese Wunder blieben aus und wir kämpften als Tschernobyl-Initiativen gegen das Vergessen der Tschernobyl-Katastrophe.  Durch Fukushima ist der  Tschernobyl-Unfall so präsent, als wenn er gestern passiert  wäre. Wir warten auf Wunder, nehmen aber das Risiko auf uns, dass es überhaupt zu Unfällen kommt. Zu sagen es wird schon nichts passieren und wenn doch etwas passiert wird es sicher nicht ganz so schlimm werden – und wenn es doch ganz schlimm wird, dann hoffen wir auf ein Wunder. So ist es sicher nicht gemeint mit den Wundern. Wir dürfen in Zukunft kein Restrisiko (schon gar nicht bei der Atomenergie) in Kauf nehmen.  Wenn wir das Restrisiko bewusst in Kauf nehmen, haben wir auch keinen Anspruch auf ein Wunder.  Katja Ebstein hat den Schlager gesungen:  „Wunder gibt es immer wieder“. Ja, Wunder gibt es immer wieder, auch wenn wir manche Wunder nicht wahrnehmen. Auch nach Tschernobyl und Fukushima  dürfen wir auf Wunder hoffen. Es gehört aber auch dazu –und wer wüsste es besser als die Atomgegner – dass wir uns (wie es am Ende des Losungstextes heißt:   wir dürfen uns den Mund nicht stopfen lassen, wir dürfen uns nicht den „Mund verbieten“ lassen, wir dürfen nicht Mundtot werden. Ich will predigen die Gerechtigkeit in der großen Gemeinde; siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen, HERR, das weißt du.           (Paul Koch, Sozialdiakon i.R.)

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11. AsseAndacht: 19. Dezember 2010

„Wachet und betet – weil wir gern hier leben“   –   Wie leben die Menschen jetzt auf dem „amtlichen“ Atommüllendlager? Was wünschen sie sich? Nur wenn wir uns gegenseitig hören und wahrnehmen, werden wir zu guten gesellschaftlichen Lösungen kommen. Der Betriebsführer der AsseGmbH betet: „Ich werde manchmal angegriffen: Wie kannst Du in der Asse arbeiten? Ich halte mich nicht für ein Teil des Problems, sondern der Lösung.“   Als Hoffnungszeichen wird das Bethlehemlicht verteilt.

10. AsseAndacht, September 2010

Abschalten. Damit´s ein Morgen gibt.  –  Vor dem Hintergrund der Debatte um den geplanten Ausstieg aus dem Atomausstieg werden verschiedene „Abschaltszenarien“ in den Blick genommen. Jugendkammer, Ev. Jugend und Propsteijugend Schöppenstedt und Bad Gandersheim.

9. AsseAndach, 20. Juni 2010, 18:00 Uhr

Kaufet die Zeit aus (Eph 5) 

Arbeitskreis Frieden konkret, Wolfenbüttel.

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8. AsseAndacht, 21. Februar 2010, 15:00 h

Gottes Schöpfung bewahren, damit alle leben können  –

Der Generalvikar des Bistums Hildesheim, Dr. Werner Schreer predigt über „Die Lasten unseres Lebensstils tragen.“

7. AsseAndacht, 20. Dezember 2009

Jahresrückblick  –  Es ist viel passiert in diesem Jahr. Nun soll es Weihnachten werden!

Evangelische Jugend, St. Barbara, Wittmar,

6. AsseAndacht, 20. September 2009

Prüfet aber alles und das Gute behaltet  –  Thema: „Prüfet aber alles und das Gute behaltet“ 1. Thessalonicher 5,21. Zum Jahresende soll über Asseoptionen entschieden werden, immer neue „Schweinereien“ werden offenbar, Atomkraft und die Endlagerfrage sind Wahlkampfthemen, der Treck und die Demo in Berlin wirken noch nach, vor Ort herrscht Sehnsucht nach Ruhe und Frieden – Zeit zum Andenken und Prüfen!

 

5. AsseAndacht, 21. Juni 2009

Schaden nehmen  –  „Die Region hat Schaden genommen“, ist überall zu lesen und zu hören, aber wie wirkt sich der eigentlich aus? Was ist der Schaden, die Schadensbilanz? Wie kann er behoben werden? Heile Du mich Herr, so werde ich heil; hilf mir, so ist mir geholfen. Jer 17,14

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 4. AsseAndacht,  22. März 2009

Wachet und betet  –  Die liturgische Morgenfeier der Iona-Kommunität bietet den Rahmen für Worte zum Atomausstieg und Stromfasten.

3. AsseAndacht,  21. Dezember 2008

Licht ins Dunkel bringen  –  Jahresrückblick. Viel ist geschehen. Vor dem Hintergrund des biblischen Auftrags zur Bewahrung der Schöpfung werden Risiken der Atomenergie und Probleme der Endlagerung von Atommüll in den Blick genommen und Hoffnung auf lebensfreundliche Perspektiven zum Ausdruck gebracht.(Lukas 1, 76-79)

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2. AsseAndacht, 21. September 2008

Ein Steinkreuz wird gelegt  –  Die liturgische Morgenfeier der Iona-Kommunität bietet den Rahmen, um eigene Sorgen und Ängste auszusprechen.  Sie wird Rahmenliturgie der Andacht.

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1. AsseAndacht, 21. Juni 2008, 18:00 h

Unsere Zeit steht in Gottes Händen  –  Die Gefahr benennen, an dem „versehrten Ort“ beten.

Evangelische Jugend in der Braunschweiger Landeskirche, St. Barbara, Wittmar, Martin Labuhn, Kirstin Müller, Jugendliche und Anwohner_innen.

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Zur Geschichte der Asse-Andachten :

2008: Kurz vor der ersten Asse-Andacht am 21. Juni 2008 formiert sich der Protest gegen die „Flutung“ von Asse 2 neu. Eigentlich sollte das Bergwerk bis 2013 nach Bergrecht geschlossen werden, d.h. eindringendes Wasser wird nicht mehr abgepumpt. Zugänge werden verschlossen.  Es wird öffentlich, worüber lange Zeit geschwiegen wurde: Unklar ist, was in den über 1260001 Fässern mit Atommüll genau lagert und wie gewährleistet werden kann, dass nichts Gefährliches in die Umwelt gelangt.

Förderturm Asse II

„Knapp 1000 Meter unter unseren Füßen lagert Cäsium 137 – Strontium – Radium – Plutonium. Knapp 1000 Meter unter unseren Füßen Gefahr mit Halbwertszeiten bis zu 100 000 Jahren. (…) Im Lexikon steht: 100000 Jahre sind 105 Jahre und die Halbwertszeit ist in der Kernphysik diejenige Zeitspanne, in der die Menge eines bestimmten radioaktiven Nuklids auf die Hälfte gesunken ist, das heißt sich in andere Atome umgewandelt hat. Aber was bedeutet das? Wenn Plutonium nach 24110 Jahren die Hälfte seiner Strahlung verloren hat, ist dann nach 24110 Jahren die tödliche Gefahr für Mensch und Tier endlich gebannt? Und bis dahin? Wie gehen wir mit Zeiträumen um, die wir beim besten Willen nicht überblicken können?“

 Aus der ersten Andacht, gehalten von Landesjugendpfarrer Martin Labuhn und Kirstin Müller, Pfarrerin in Wittmar

1 Momentaner Kenntnisstand: radioaktive und chemotoxische Stoffe, wie z.B. ca. 102 t Uran, 87 t Thorium, 28 kg Plutonium und 500 kg Arsen. Schon ein Staubkorn von Plutonium ist tödlich.

2008: Ein Steinkreuz wird gelegt, Menschen können ihre Anliegen im Schutzraum „Andacht“ aussprechen. Die Erfahrungen fließen in den Beschluss der Landessynode vom 22.Nov ein: „Auf Grund der Erfahrungen mit dem Schacht Asse 2 muss die Neubewertung der Gutachten über die Sicherheit von Lagerstätten erfolgen.“ Im Dezember erhellen viele Lichter das Kreuz.

2009: Die Aktion „Stromfasten der Ev. Jugend“ und erneuerbare Energien werden thematisiert. Am 01.03. wechselt die Propstei Schöppenstedt zu „Naturstrom“, 27 Kirchengemeinden schließen sich mit 49 Abnahmestellen an. Der „Schaden“, den die Region nimmt, und die „Asseoptionen“ werden bedacht. Der neue Betreiber BfS (Bundesamt für Strahlenschutz) kündigt die Andachten an und beteiligt sich. Im Sprachgebrauch wird das Forschungsbergwerk zum Endlager. Gleichzeitig wird beschlossen, den Atommüll nach Möglichkeit wieder herauszuholen.

Aus den Andachten gehen die Asse-Konzerte hervor – klassische Konzerte in den Kirchen der Region bringen weitere überregionale Beachtung und Spenden für die Bürgerinitiative AufpASSEn e.V.. ( Die Künstler_innen verzichten auf ihre Gage). http://www.asse-konzerte.de

2010: Die Andacht wird in den „Ökumenischen Kreuzweg der Schöpfung“ des Bistums Hildesheim aufgenommen. Der Atomprotest verstärkt sich bundesweit. „Kaufet die Zeit aus; Abschalten, damit es noch ein Morgen gibt; Wachet und betet – weil wir gern hier leben!“ sind die Themen. Die Asse-Konzerte laufen weiter.

2011: Die 12. Ökumenische Asse-Andacht am 20. März 2011 will sich der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl vor 25 Jahren widmen. Aber Fukushima, der Reaktorunfall in Japan, kommt dazu. Über 100 Menschen sind vor den Werktoren versammelt. Die traurigen Anlässe zum Wachen und Beten bleiben! Beim ökumenischen Kreuzweg der Schöpfung wird am 10. April ein Holzkreuz am Asse-Schacht aufgestellt.

2012: Eigentlich ist jetzt alles erreicht: Der Optionenvergleich hat ergeben, dass der Atommüll herausgeholt werden soll. Probebohrungen werden vorbereitet. Aber wo kommt der Müll jetzt hin, wie lange wird das dauern und wer wird das bezahlen? Es ist die Rede von großen überirdischen Hallen, Milliardensummen und Zeiträume bis 2050 werden in den Blick genommen, weil für die Rückholung ein neuer Schacht abgeteuft werden muss.
Die Ev.-luth. Landeskirche pflanzt ihren Lutherbaum (als Gegenstück zum Lutherbaum im Luthergarten in Wittenberg) vor das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter-Lebenstedt. Mit einer Andacht am Tschernobylgedenktag (26.April) wird der Baum gepflanzt. Denn im BfS, als Betreiber von Asse 2, werden lebenswichtige Entscheidungen genehmigt.

AufpASSEn Logo

2013: Dranbleiben ist gefordert. Die Bürgerinitiative AufpASSEn, aus der das gelbe A hervorgegangen ist, feiert 10 jähriges Bestehen ( Anti-Atomkraft Bewegungen hatten sich 2003 zu aufpASSEn zusammengeschlossen), die Asse-Konzerte gehen ins 5. Jahr und die AsseAndacht wird am 22. Dezember 2013 zum 23. Mal gefeiert.

2014: Beim 4. Ökumenischen Kreuzweg/24.AsseAndacht am 23.03. predigt die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz über Redlichkeit:

Ich stelle diese Predigt unter den 2. Brief des Paulus an die Korinther Kapitel 8 Vers 21:

„Denn wir sehen darauf, dass es redlich zugehe nicht allein vor dem Herrn, sondern auch

vor den Menschen“. Die Stimmung zwischen Betreiber und Begleitgruppe ist angespannt. Wird die Rückholung bewusst verzögert? Geht Rausholen überhaupt? Der Assefonds kommt ins Laufen. „Ich erwarte von den Erwachsenen, dass sie sich ernsthafter mit der Asse auseinandersetzen und schnell eine Lösung finden. Auch wenn es schon zu spät ist, kann man verhindern, dass es noch schlimmer wird“, so ein Schülervotum (9.Jg) bei der AsseAndacht im Winter.

2015: 22. März, 21. Juni, 20. September, 20. Dezember

Die Asse-Andachten gehen ins 8. Jahr.

 

 

 

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Im Bereich der Ev. – luth. Landeskirche in Braunschweig befinden sich das ehemalige Forschungsbergwerk Asse II, das geplante Atommüll-Endlager Schacht Konrad und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). In unmittelbarer Nähe zum BfS wurde am 26.04.2012 um 11:55 Uhr ein Lutherbaum gepflanzt. Das Datum und die Uhrzeit sind nicht zufällig: 26.04. ist der Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe. 11:55 Uhr bedeutet, es ist Fünf vor Zwölf was die nukleare Belastung durch die Gewinnung von Atomstrom und die Bedrohung durch Uranwaffen und Atombomben betrifft. Die Atommüll-Entsorgung ist nach wie vor ein ungelöstetes Problem.  Hier gilt es die Ängste der Menschen ernst zu nehmen und sie sowohl mit sachlichen Informationen als auch mit biblischen Trost – und Hoffnungsworten bekannt zu machen.

Diese Blog soll Hintergründe und aktuelle Informationen (Termine)  im Zusammenhang mit einer notwendigen „Nuklear-Seelsorge“ bereithalten. Der Blog wird hauptverantwortlich von Paul Koch (Sozialdiakon i.R.) gestaltet, wobei die Einzelinformationen von anderen Personen geliefert werden. Die Idee zu dem Blog geht zurück auf Pfarrerin Kirstin Müller, die Mitinitiatorin der Asse-Andachten und des Lutherbaum-Standortes. Bei Rückfragen zum Inhalt und Gestaltung: paul.koch47@gmx.de